Zustand der alten Wehrwalzen muss gründlich überprüft werden

Nach 90 Jahren: Denkmalgeschützte Wehranlage in Finnentrop trockengelegt 

+
Die Trockenlegung war aufwändig und aufgrund der Fließgeschwindigkeit knifflig. 

Die Wehranlage in Finnentrop wurde Anfang Juni mittels mobiler Schlauchwehre trockengelegt.  Die Maßnahme war erforderlich, da die Wehrwalzen, die sich in wesentlichen Teilen unter dem Wasserspiegel befinden, aus Gründen der Bauwerkssicherheit einer technischen Inspektion unterzogen werden müssen.

Wie der Ruhrverband mitteilt, sei die Trockenlegung der Wehrwalzen und ihres Unterbaus bei der hohen Fließgeschwindigkeit der Lenne kein leichtes Unterfangen. 

Zum Einsatz kamen dazu große, wassergefüllte Kunststoffschläuche, die sich unter der Bezeichnung „Mobildeich“ oder „mobiles Schlauchwehr“ bei der Hochwasserabwehr bereits vielfach bewährt haben. Die Schläuche aus besonders widerstandsfähigem Material haben eine Länge von 25 Metern und einen Durchmesser von zwei Metern. Sie wurden paarweise vor den Wehrwalzen im Flussbett der Lenne installiert.

Mit tatkräftiger Unterstützung von Feuerwehrleuten aus Bamenohl und Finnentrop wurden die mobilen Schlauchwehre an die richtige Stelle gebracht.

Zuvor musste der „Lennesee“, wie der Aufstau von den Einheimischen bezeichnet wird, langsam abgesenkt werden; anschließend konnten die leeren Schläuche mit Hilfe eines Baggers und dank der tatkräftigen Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren Finnentrop und Bamenohl in wenigen Stunden verlegt und mit Wasser befüllt werden. Durch ihr enormes Gewicht liegen die wassergefüllten Schläuche nun fest auf der Flusssohle auf. Abschließend wurde der „Lennesee“ wieder aufgestaut. Sollte ein Hochwasser auftreten, können die Schläuche entfernt werden.

Im nächsten Schritt werden Fachleute die trockengelegten Wehrwalzen im Detail begutachten und über eventuell notwendige Reparaturmaßnahmen entscheiden.

Für die Bürger Finnentrops und der angrenzenden Gemeinden ist der „Lennesee“ mit seiner denkmalgeschützten Wehranlage seit 90 Jahren ein vertrauter Anblick. Das Wasser der Lenne wird durch zwei jeweils 22 Meter lange genietete Stahlröhren, die so genannten Wehrwalzen, aufgestaut. Ein Teil des Lennewassers kann auf diese Weise zum zwei Kilometer entfernten Wasserkraftwerk Lenhausen des Ruhrverbands umgeleitet und zur regenerativen Stromerzeugung genutzt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare