"Benno Heimes: Eine Retrospektive"

Mit bislang unveröffentlichten Werken: Neue Ausstellung von Benno Heimes

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In der Ausstellung „Benno Heimes: Eine Retrospektive“ werden zum Teil bisher unveröffentlichte Werke des Künstlers präsentiert.

Finnentrop - Benno Heimes ist nicht nur Kunstliebhabern aus dem Kreis Olpe ein Begriff. Weit über die Grenzen des Sauerlandes sind seine Zeichnungen, Stillleben, Portraits und Aquarelle bekannt. Nach dem Tod des Künstlers im Mai 2018 werden ab Donnerstag, 16. Januar, zum Teil bisher unveröffentlichte Werke im Rathaus der Gemeinde Finnentrop ausgestellt.

„Benno Heimes: Eine Retrospektive“ lautet der Titel der Ausstellung, die von der Kulturgemeinde Finnentrop organisiert wird. Sie zeigt neben schon bekannten Ausstellungsstücken viele neue Werke, „die ganz toll sind, ihm selbst aber vielleicht nicht so wichtig waren“, erklärt einer seiner Neffen, Dirk Heimes, im Gespräch mit dem SauerlandKurier. Dessen Ehefrau, Mechthild Heimes, sowie Achim Gandras, ein Freund und Unterstützer von Benno Heimes, hatten sich nach dem Tod des Künstlers daran gemacht, das Atelier des Malers aufzuräumen. Dort sichteten und ordneten die beiden sämtliche Werke. „70 Jahre seines Schaffens waren noch unsortiert oder in Mappen in seinem Atelier erhalten geblieben. Auch unfertige Arbeiten oder Werke aus seiner Studienzeit an der Kunstakademie sind vorhanden“, freut sich Mechthild Heimes über die gefundenen Schätze, die allesamt auch noch erworben werden können. 

„Achim Gandras hat mich bei der Einordnung der Bilder sehr unterstützt, da er Benno und seine Arbeit gut kannte. Gemeinsam haben wir viele Stunden damit verbracht, die Werke zu ordnen“, so Mechthild Heimes, „Nach dem Tod von Achim im vergangenen Jahr wusste ich nicht, ob ich die Arbeit allein stemmen kann. Mich haben aber so viele Leute unterstützt, dass wir die Ausstellung nun endlich präsentieren können.“ 

Künstler Benno Heimes bei der Erstellung eines neuen Werkes.

Mit der Eröffnung der „Retrospektive“ am Donnerstag, 16. Januar, um 19 Uhr werden die verschiedenen Werke – neben Zeichnungen, Stillleben und Portraits in Kohle und Öl wird ein kleiner Schwerpunkt auf den Aquarellen seiner blühenden Edelrosen liegen, die er Zeit seines Lebens gezogen und gehegt hat – zwei Wochen lang bis 30. Januar im Finnentroper Rathaus ausgestellt. Der Eintritt ist frei. 

Zur Vita von Benno Heimes

Benno Heimes wurde am 22. Juni 1927 in Deutmecke geboren. Als Gymnasiast der Oberstufe musste er 1944 noch in den Krieg an die rumänische Ostfront ziehen. Nach der gemeinsamen Flucht mit seinem Bruder gen Heimat ging er nach dem Abitur nach Düsseldorf, um dort an der Akademie die Malerei bei Bruno Goller und Fritz Macketanz zu studieren. Finanzieren konnte er sich sein Studium als Vertragsspieler beim damaligen Zweitligisten TuRu Düsseldorf. Ende der 1950er Jahre baute er sein eigenes Atelier mit angefügter Glaswerkstatt und erweiterte sein Kunstverständnis auf zahlreichen Reisen in den Süden, wobei Italien immer eine ganz besondere Bedeutung für ihn hatte. 

„Seine Malerei war fast ausnahmslos gegenständlich und mied den Knalleffekt, das Plakative, hinter dem sich nur zu oft eine lediglich dürftige Aussage verbirgt – Benno Heimes komponierte seine Arbeiten durch, bis die einzelnen Elemente raffiniert kommunizierten, um jene Energie auszustrahlen, der wir Menschen uns nicht entziehen können, weil sie unser Innerstes selbst betrifft: wenn sich diese Welt im kleinsten Detail offenbart, während der ganze Bombast wie nach einem flüchtigen Feuerwerk endlich in der Stille der Betrachtung von uns abfällt. Bis zum Schluss ist er diesen Werten treu geblieben“, so Achim Gandras im Frühjahr 2019 in einem Beitrag anlässlich der Planung dieser Ausstellung.

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