Theatergenuss im „Duarphius“

Premiere des Theatervereins Ostentrop ein voller Erfolg

+
Applaus nach dem letzten Vorhang: Das Ensemble vom Theaterverein Ostentrop genoss nach getaner Arbeit den riesigen Beifall.

Ostentrop – Das Perpetuum Mobile der Theaterwelt läuft und läuft. Auch in der aktuellen Spielzeit konnten die Mimen aus Ostentrop lange vor dem ersten Vorhang eine Fülle ausverkaufter Vorstellungen vermelden. Lediglich für Spieltermine am 10. und 17. Januar (freitags, jeweils ab 19.30 Uhr) sind noch Restkarten erhältlich. Das turbulente Spiel um Geldgier, Faulheit und Betrug auf dem Bauernhof von Michael (Josef Wurm) und Sonja (Sabine Rohrmann-Jost) feierte am Freitag, 27. Dezember, seine Premiere – vor ausverkauften Haus.

Vor 40 Jahren legte das Ensemble in Ostentrop los. „Das sind zusammengerechnet 120 Monate Probenarbeit und 350 Vorstellungen.“ Josef Wurm, der nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Moderator im Rampenlicht stand, blickte in seiner Begrüßungsrede auf die vier Jahrzehnte zurück. „Wir haben insgesamt 70.000 Euro an Spendengelder verteilen können.“ 

Drei der Mitglieder des Vereins stehen bereits seit 1979 auf der Bühne: Ulla Schulte, Sabine Rohrmann-Jost und Luisa o´Hara. Die Treue zum Theaterspiel erklärte Josef Wurm auch damit, dass es „an Ostentroper Mädchen kein Vergang gibt.“ 

Dabei übernahm „Urgestein“ Luisa o‘Hara erst zwei Wochen vor der Premiere die Rolle der Brunhilde. Michaela Hanses hatte sich auf ihren Auftritt perfekt vorbereitet, musste dann aber kurzfristig aus Krankheitsgründen absagen. Nach nur zwei gemeinsamen Übungsabenden präsentierte sich Ersatzschauspielerin Luisa o‘Hara in bewährter Manier und verhalf einer schrulligen Adelsdame zum Bühnenspiel. 

Ludger Schmidt avancierte als Dietrich Freiherr von Dietrichhausen zum Mittelpunkt der Premierenvorstellung.

Wie gewohnt setzt man in Ostentrop auch diesmal wieder auf ein Bühnenstück aus der Feder von Theaterbuchautor Bernd Gombold, der diesmal allerdings etwas weniger Würze der Marke „Brüllergarantie“ verwendete. Der eigentliche Angriff auf die Lachmuskeln der Zuschauer begann erst mit dem Auftritt von Dietrich Freiherr von Dietrichshausen. Ludger Schmidt brillierte unter der Zunahme der Charaktere von Tom Hanks, der nicht allzu hellsten Kerze in „Forrest Gump“ und dem trockenem Humor von Comedian Johann König. Das daraus entstandene, adelige Muttersöhnchen rückte in den Mittelpunkt des Dreiakters „Adel, Tadel und Verdruss.“ Dabei spielte der Mime regelrecht mit dem Publikum, suchte Augenkontakt und steigerte sich damit von Minute zu Minute. 

„Oldie“ Bernd Röhrig machte derweil als Opa Paul allen einen Strich durch die Rechnung und bugsierte den schrägen Dietrich in die verkommene Wohnung von Faulpelz Fridolin, der vom Theatervereinsvorsitzenden Jürgen Jost verkörpert wurde. Seine „Bühnenschwester“ Rosa (Ulla Schulte) und ihr Teppichklopfer versuchten vergeblich, die gesammelten Müllberge aus der Behausung des Nichtsnutzes zu entfernen. Irgendwann kapierte auch die schwerhörige Postbotin Lisa (Heike Meyer), dass es neben dem umschwärmten, aber desinteressierten Fridolin auch noch andere Männer gibt. 

Ein echter Hingucker war wie gewohnt wieder das Bühnenbild. Das Flair eines alten Bauernhofs wurde mit viel Liebe zum Detail in das neu gestaltete „Duarphius“ gesetzt, das aus dem ehemaligen Saal des Gasthof Melchers zu einer multifunktionellen Dorfmittelpunkt wurde. Das I-Tüpfelchen auf 120 Minuten bester Unterhaltung waren die neuen Polsterstühle im Besucherraum, die das Wohlfühlambiente in den Zuschauerreihen komplettiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare