Bilanz der Sparkasse Finnentrop – Digitale Veränderung

Qualität weiter verbessern

Der Vorstand der Sparkasse Finnentrop mit den Auszubildenden des zweiten Lehrjahres.

Finnentrop. Die Kundenbindung durch hohe Beratungsqualität in Zeiten digitaler Veränderung weiter stärken: Diese Zielsetzung festigte der Vorstand der Sparkasse Finnentrop ...

Finnentrop.

Die Kundenbindung durch hohe Beratungsqualität in Zeiten digitaler Veränderung weiter stärken: Diese Zielsetzung festigte der Vorstand der Sparkasse Finnentrop jetzt während der Bilanzpressekonferenz.

Zunächst legte Vorstandsvorsitzender Frank Nennstiel die wesentlichen Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres offen. Diese gestalteten sich in der Gesamtheit positiv. Zwar sei die Einlagenentwicklung aufgrund der anhaltenden Niedrigzins-Phase negativ, dennoch habe das Finnentroper Kreditinstitut „die Marktposition gehalten und darüber hinaus auch weiter ausgebaut,“ erläuterte Nennstiel. Dafür spreche zum Beispiel der Anstieg der verwalteten Kundengelder, die auf 304 Millionen Euro angewachsen seien.

Im Gegenzug wurden Ausleihungen in Höhe von 250 Millionen Euro getätigt, „vorwiegend an Häuslebauer und Industrieunternehmen für die Anschaffung von Maschinen“, so Vorstandsmitglied Dirk Atteln. Denn auch Darlehenszusagen der größeren Art stellten für die Sparkasse Finnentrop laut Atteln kein Problem dar: „Wir arbeiten eng mit vielen Kooperationspartnern zusammen, haben also einen großen Warenkorb, aus dem wir uns bedienen und scheuen keine Größenordnung.“ Nicht zuletzt deswegen sei die Sparkasse „agil und beliebt“, erklärte Nennstiel. Die gestiegenen Ausleihen wertet die Sparkasse als ein Indikator für das Vertrauen der Kunden in das Kreditinstitut.

Nach wie vor lege das 72-köpfige Sparkassen-Team viel Wert auf eine dauerhafte und persönliche Kundenbeziehung. Diese sei vor allem in Zeiten, in denen Filialstandorte ausgedünnt werden, und digitale Services zunehmen, sehr wichtig. Und so war neben der Bilanz die Digitalisierung beherrschendes Thema der Bilanzpressekonferenz des Kreditinstituts. Kunden besuchten die Sparkassenfilialen immer seltener, nicht zuletzt deswegen würden die Standorte in Rönkhausen, Lenhausen und nahe des Rathauses noch in diesem Jahr dicht gemacht. „50 Prozent der Privatkunden nutzen die digitalen Dienste und fragen Kontostände und -auszüge mobil ab“, so der Vorstand. Derzeit gewinne auch die App an Beliebtheit, ab Juli kann via Smartphone (nur Android) gezahlt werden.

Auch die Bündelung von Beratern, Serviceprozessen sowie Investitionen in neue Medien (Internet, App) sollen uhrzeitenunabhängige Dienstleistungen abdecken. Und dennoch: „Wir wollen Filialen möglichst erhalten und dezentral unterwegs sein, um unsere Wurzeln zu behalten “, führte Dirk Nennstiel aus. Geldautomaten stünden daher weiter zur Verfügung und hätten auch in Zukunft noch Bestand, so der Vorstand unisono. Auch wenn sich diese betriebswirtschaftlich nicht lohnten, seien die Geräte „ein wichtiger Teil der Kundenbeziehung“, weiß Nennstiel.

„Digitalisierung heißt nicht Einsparen“

Die Bedenken, dass die Digitalisierung der Prozesse auf eine Einsparung abzielten, kann der Vorstand nicht teilen: „Digitalisierung heißt nicht ‘Einsparen’, sondern mit der Zeit gehen und die Serviceleistung verbessern.“ Dafür spreche auch die Tatsache, dass trotz eingestampfter Geschäftsstellen in der Gemeinde Finnentrop mehr Berater als je zuvor für das Kreditinstitut tätig sind, die auch weiterhin persönlich und zuverlässig individuell beraten.

Weniger konkret sind Fusionsplanungen, doch hinsichtlich der steigenden Regulatorik für Banken und der damit verbundene Wachstumsdruck mache auch der Finnentroper Sparkasse zu schaffen: Je mehr der Druck steigt, je mehr Auflagen erfüllt werden müssten desto schwieriger werde es auch diese zu erfüllen: „Bei dem Tempo wird irgendwann jeder Mal die weiße Fahne hissen müssen“, gestand Vorstandsmitglied Josef Wurm.

Info: Nach den Sommerferien sollen die Öffnungszeiten der Standorte Fretter und Heggen feststehen. Das neue Kunden-Service-Center wird telefonisch und via E-Mail ab dem 1. Januar 2019 von montags bis freitags (8 bis 18 Uhr) erreichbar sein.

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