Lenneroute zwischen Lenhausen und Rönkhausen soll optimiert werden

Radweg: neue Variante durch den Steilhang

Blick von der Rönkhauser Brücke auf die geplante Trasse entlang der Lenne. Fotos: Michael Jeide

Rönkhausen – Die Probleme, die seit Jahren einen Lückenschluss des Radwegs zwischen Plettenberg und Werdohl entlang der stark befahrenen Bundesstraße 236 verhindern, gibt es flussaufwärts auf der Lenneroute in Richtung Finnentrop nicht. Dort führt der Radweg, nachdem man von Pasel aus am Hof Vickermann vorbei am Rönkhauser Bahnübergang und dem dortigen Knotenpunkt 51 angekommen ist, zwar nicht über Asphalt, aber immerhin über einen breiten Wirtschaftsweg weiter.

Eine kurze Rampe ist zum Einstieg zu bewältigen. Nach einer Schleife durch den Wald, auf der das für Radfahrer gesperrte Betriebsgelände des Sägewerks umfahren wird, geht es entlang der Schlammteiche des Ruhrverbands weiter. Nach der Bahnunterführung führt ein asphaltierter Weg weiter nach Lenhausen, wo es radwegtechnisch geradezu paradiesisch wird. Sauerland-Radring, Frettertalrunde oder weiter auf der Lenneroute – vielfältige Möglichkeiten auf bestens ausgebauten Radwegen eröffnen sich dort.

Alles gut, sollte man meinen, und doch wird die durch den Wald führende Verbindung zwischen Rönkhausen und Lenhausen als „nicht komfortabel“ empfunden, was auch Ludwig Rasche, bei der Gemeinde Finnentrop als Beigeordneter zuständig für den Tourismus, nicht entgangen ist.

Blick von der Rönkhauser Brücke auf die geplante Trasse entlang der Lenne. Fotos: Michael Jeide

„Ich habe die Diskussionen in Plettenberg und Werdohl und die verabschiedete Resolution verfolgt. Dort ist das Lennetal enger und es ist nicht einfach, eine vernünftige Lösung zu finden. Aber alle Kommunen entlang der Lenneschiene sind nachhaltig daran interessiert, für eine Aufwertung und Verbesserung der Radwege zu sorgen“, sagt Rasche.

Um den Weg von Rönkhausen nach Lenhausen qualitativ aufzuwerten, bemüht sich die Gemeinde Finnentrop seit Jahren um eine alternative Trassenführung. Gab es hierfür bis dato zwei Varianten, so hat ein Planungsbüro jetzt eine dritte Lösung erarbeitet, die jedoch aufwendiger als die Trassen entlang der Lenne oder der Bahnstrecke ist.

Variante A2

„Unsere Vorzugsvariante führt am Ufer der Lenne entlang“, macht Rasche deutlich, dass die auf der nebenstehenden Grafik als A2 bezeichnete Route weiterhin die bequemste und sicherlich auch kostengünstigste sein dürfte. Anstatt auf dem von Lenhausen kommenden Wirtschaftsweg im 90-Grad-Winkel Richtung Bahnunterführung abzubiegen, würden Radfahrer geradeaus weiterfahren, auf einer drei Meter breiten, noch zu errichtenden Brücke die Lenne überqueren und am rechten Lenneufer weiter in Richtung der bestehenden Lennebrücke (Bahnhofstraße) fahren. Die erforderlichen Grundstücksverhandlungen mit dem Eigentümer konnten jedoch nicht erfolgreich zum Abschluss gebracht werden.

Die Schleife durch den Wald beginnt mit einer kurzen Rampe.

Variante A3

„Deswegen kam die Variante A3 entlang der Bahnlinie ins Spiel. Die ist sicherlich nicht so schön“, räumt Rasche ein. Statt an der Lenne entlang führt der Weg bis zur Unterführung und dann rechts der Bahnlinie bis zum neuen Brückenbauwerk. Doch auch hier gibt es Probleme mit dem Grunderwerb.

Variante A1

Quasi aus der Not heraus wurde deshalb die neue Variante A1 entwickelt. „Die technisch anspruchsvollste und sicherlich auch teuerste Konstruktion“, sagt Rasche. Hierbei soll der Radweg über eine Brücke und dann durch den Steilhang am rechten Lenneufer geführt werden. Eine Trassenführung, die mit aufgeständerten Bauwerken einen erheblichen Eingriff in die Natur bedeutet, aber dank eines vor zehn Jahren mit Straßen NRW abgeschlossenen Vertrages grundsätzlich möglich erscheint. „Damals hatte Straßen NRW nicht die Kapazitäten für die Planung, erklärte sich aber zur Kostenübernahme bereit, wenn die Gemeinde Planung und Arbeiten beauftragt“, berichtet Rasche. Jetzt gelte es zu ermitteln, ob der Landesbetrieb auch bereit ist, den Mehraufwand zu tragen.

Kontrollpunkt 51 am Rönkhauser Bahnübergang.

„Aber so weit sind wir noch gar nicht, denn auch bei Variante A1 spielen neben wasserrechtlichen auch private Belange eine Rolle“, müssten laut Rasche auch hier zunächst einmal die Eigentümer ihr Okay geben. Und hierbei steht der Gemeinde Finnentrop noch viel Kleinarbeit bevor. Wenn diese erledigt sei und die Planung stehe, könne der Bau des Radwegs laut Rasche schnell erledigt werden: „Bei der Trassenführung sind wir da flexibel.“ Bis es soweit ist, dürfte aber noch eine Menge Wasser die Lenne hinunterfließen...

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