Rettungsdienst vor Ort

Feuerwehrchef Siegbert Schulte und Schlipürthener aus dem Ersthilfekreis: Der Defibrillator komplettiert das dorfinterne Rettungswesen. Foto: Friedhelm Tomba

Grüne Wiesen, viel Ruhe und gepflegte Nachbarschaft. Am nordöstlichen Ende der Gemeinde Finnentrop ist die Welt noch in Ordnung. Doch Schliprüthen steht auch für lange Anfahrtswege.

Die können schlimme Folgen haben: Das Warten auf Rettungswagen und Notarzt kann lebensrettende Zeit kosten. Doch die 150 Einwohner Ortschaft hat einen Plan. Selbsthilfe heißt das Zauberwort, das bis zum Eintreffen ärztlicher Hilfe angewandt wird. Liane Großkopf, Birgit und Svenja Kaiser, Jutta und Mechthild Pieper, Kirstin Rademacher, Martina Rhode und Burkhard Wicker stehen für kompetente Ersthilfe. Ihre Namen finden sich auf einem Flyer wieder, der zur Standartausrüstung der Haushalte gehört. "Unser Ersthilfekreis ist gerne bereit, bei Notfällen erste Hilfe zu leisten. Natürlich muss immer zuerst der Rettungsdienst benachrichtigt werden. Wenn aber jemand bei einem akuten Unfall bis zum Eintreffen des Rettungsdienst Hilfe benötigt, kann uns anrufen." Die Acht im Dienst des Nächsten wurden von Markus Rohrmann (DRK Finnentrop) ausgebildet, Nachschulungen und Auffrischungen stehen mit auf dem Einsatzplan. Die ohnehin schon vorbildliche Dorfeinrichtung wurde nun durch eine weitere, finanziell schnell gelöste, Anschaffungsaktion komplettiert. "Vereine und Vereinigungen waren sich einig: Es muss ein Defibrillator her." Siegbert Schulte (Leiter der Feuerwehr) ist auf die reibungslose Aktion sichtbar stolz. Das lebensrettende Gerät wurde im Feuerwehrhaus platziert, Ersthelfer und stellvertretender Feuerwehrchef Burkhard Wicker zimmerte einen Holzschrank als Aufbewahrungsort. "Ein Schlüsselkasten befindet sich in direkter Nachbarschaft, dort kann im Notfall der Schlüssel für das Feuerwehrhaus entnommen werden." Oliver Pohl (Ausbilder im Malteser Hilfsdienst und Defibrillatorfachmann) sorgte für Anschaffung und erste Unterweisungen. Ohne Moos ist auch im Rettungswesen nichts los - doch da man in Schliprüthen zusammen hält, rückte das leidige Geldthema in den Hintergrund. Dorfgemeinschaft, Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat, Feuerwehr, Schützen, Thekenmannschaft, Frauengemeinschaft und RCV Schliprüthen steuerten ihren Obolus zum "Defi" bei. Hinzu kamen Beiträge von Sparkasse und Volksbank. Die Selbsthilfe der Bevölkerung wird allgemein anerkannt. Der eine wartet dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare