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Sparkassen aus Finnentrop und dem Märkischen Kreis wollen fusionieren

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Die Sparkasse Finnentrop könnte schon zum 1. Januar 2019 mit den Vereinigten Sparkassen im Märkischen Kreis fusionieren.

Finnentrop/Märkischer Kreis. Die heimische Bankenlandschaft könnte in Zukunft eine Veränderung erleben: Die Sparkasse Finnentrop und die Vereinigten Sparkassen im Märkischeh Kreis wollen Verhandlungen über eine Fusion aufnehmen. Das teilte Finnentrops Bürgermeister Dietmar Heß am Freitagnachmittag mit.

"Insbesondere die Bankenlandschaft in Deutschland ist durch regulatorische Anforderungen und die andauernde Niedrigzinsphase unter Druck geraten. Kein anderes Land in Europa kennt die Strukturen der kommunal getragenen Sparkassen und der Genossenschaftsbanken", heißt es in einer Pressemitteilung. 

Diese im Vergleich zum europäischen Durchschnitt eher kleinen Institute hätten demnach vor allem dazu beigetragen, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 in Deutschland schnell und erfolgreich überwunden worden sei. 

Gleichwohl stelle die Europäische Bankenaufsicht aber an die kleineren erfolgreichen Sparkassen ähnliche Anforderungen wie an die großen Geschäftsbanken. "Der bürokratische und regulatorische Mehraufwand kann wegen der Niedrigzinsphase nur noch bedingt aufgefangen werden", so Heß, der auch Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sparkasse Finnentrop ist. 

"Mehrwerte für den Kunden schaffen"

Hinzu kämen die Auswirkungen der Digitalisierung – Bankgeschäfte werden häufig von zu Hause aus getätigt – und die demografische Entwicklung. Dies führe in der ganzen Bundesrepublik zu Zusammenschlüssen von Sparkasse und Volksbanken. "Betriebswirtschaftlich ist das auch sinnvoll, weil der Aufwand pro Einheit ähnlich groß ist, sich der Zusammenschluss mehrerer Institute somit rechnet", erklärt Heß.

So haben sich nun auch die Verwaltungsräte der Vereinigten Sparkassen im Märkischen Kreis und der Sparkasse Finnentrop mit den Zukunftsaussichten der Institute befasst. Beide seien "regional verankerte und am Markt durch gelebte Kundennähe nach wie vor erfolgreiche Kreditinstitute". Dazu liefert Heß auch Zahlen: Im Jahr 2017 verfügte die Vereinigte Sparkasse im Märkischen Kreis über eine Bilanzsumme von 1,696 Milliarden Euro, die Sparkasse Finnentrop über 325 Millionen Euro. Im Märkischen Kreis wurden im Jahresdurchschnitt 2017 310 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, in Finnentrop waren es 72.

"Ein Zusammenschluss der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis und der Sparkasse Finnentrop könnte den genannten Rahmenbedingungen erfolgreich begegnen, die Stärken der Institute in Zukunft transferieren und Mehrwerte für die Kunden schaffen", heißt es in der Pressemitteilung. Daher hätten die Verwaltungsräte beider Sparkassen die Aufnahme von Verhandlungen mit dem Ziel der Fusion beschlossen.

Fusion soll wenn möglich zum 1. Januar 2019 erfolgen

Von großem Vorteil würden die direkt angrenzenden Geschäftsgebiete insbesondere entlang der Lenne gesehen, wo auf kommunaler Ebene bereits in der Vergangenheit zum Beispiel mit der Regionale 2013, der gemeinsamen Leader-Region und der Musikschule Lennetal gemeinsame Projekte erfolgreich umgesetzt worden seien. "Alle Bürgerinnen und Bürger des gemeinsamen Geschäftsgebietes würden von der Größe und Ertragskraft einer gemeinsamen Sparkasse profitieren", ist sich Heß sicher.

Im Zusammenhang mit der Prüfung eines Zusammenschlusses sei es den Verwaltungsräten beider Häuser wichtig, herauszustellen, "dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Sparkassen auch künftig dringend benötigt werden, also betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind". Einige kostenpflichtig ausgelagerte Bereiche könnten im Fall des Zusammenschlusses durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der fusionierten Sparkasse übernommen werden, so dass nennenswerte Fremdkosten entfallen würden.

"Vertreter beider Verwaltungsräte und die Vorstände haben nun die Aufgabe, in den nächsten Wochen ein gemeinsames Konzept für eine Fusion, wenn möglich zum 1. Januar 2019, zu erarbeiten", heißt es abschließend.

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