Minarett: FÜR-Fraktion kritisiert Gemeindeverwaltung

Streit um Informationsfluss

Das geplante Minarett will der Moscheeverein an der linken Außenseite des ehemaligen Postgebäudes anbringen.

Im Oktober präsentierte der Moscheeverein Finnentrop seinen Mitgliedern das ehemalige Postgebäude an der Bamenohler Straße als zukünftiges Domizil.

Jetzt sorgt eine geplante Umbaumaßnahme an dem sanierungsbedürftigen Gebäude für Aufregung: Der Moscheeverein möchte ein Minarett anbauen lassen. Die Fraktion FÜR Finnentrop übt scharfe Kritik – nicht an dem Bauvorhaben, sondern an der Gemeindeverwaltung, die die Öffentlichkeit „mangelhaft“ über diese Pläne informiert habe.

„Der Anbau eines Minaretts an ein kommunales Gebäude, welches im Mietverhältnis abgegeben wurde, bedarf nicht nur der Beratung in den nichtöffentlichen Gremien der Gemeindevertretung. Vielmehr ist die Verwaltung in dieser Angelegenheit aufgefordert, zur Herstellung einer breiten Akzeptanz der ortsbildprägenden Baumaßnahme die Öffentlichkeit im Vorfeld umfassend zu informieren und auf eventuelle Bedenken einzugehen“, heißt es in einem Antrag der Fraktion FÜR Finnentrop.

Diesen reichte Christian Vollmert am Freitag im Rathaus ein. Außerdem kündigte der Vorsitzende der FÜR-Fraktion an, das Thema aus dem nicht-öffentlichen in den öffentlichen Teil der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Gemeinde Finnentrop verlegen lassen zu wollen, der gestern Nachmittag tagte (Bericht folgt).

Ein Vorgehen, das Bürgermeister Dietmar Heß auf die Palme brachte. Aus mehreren Gründen. Es sei richtig, dass der Moscheeverein plane, ein Minarett an das alte Postgebäude anbauen zu wollen. „Allerdings handelt es sich nicht um einen Bauantrag, der natürlich in einer öffentlichen Sitzung vorgestellt werden müsste, sondern um eine mietrechtliche Angelegenheit. Die hat ordnungsgemäß ihren Platz im nicht-öffentlichen teil“, sagte Heß auf SauerlandKurier-Anfrage. Der Moscheeverein hat das Gebäude auf Mietkaufbasis von der Gemeinde erworben.

Darüber hinaus gab der Bürgermeister zu bedenken, dass ihm die Anfrage des Vereins selbst erst neu vorliege. Eine Information der Öffentlichkeit sei daher schlichtweg noch nicht möglich gewesen. Zudem müssten die Pläne erst der Politik vorgestellt werden – und genau das sollte in der gestrigen Sitzung passieren.

Das Minarett solle mit seinem angedachten Durchmesser von 1,20 Meter eher symbolischen Charakter haben, erklärte Heß weiter, und von der Höhe her unterhalb des Giebels des alten Postgebäudes bleiben. (Von Sven Prillwitz)

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