Bescherung im beliebten Wanderheim

SGV übergibt jeweils 150 Euro an Kindergärten aus Finnentrop und Bamenohl

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Bescherung und Spendenübergabe unter dem Weihnachtsbaum: Vertreter von Kindergärten aus der Gemeinde Finnentrop nahmen den Obolus vom SGV-Bamenohl entgegen.

Bamenohl – Das Wandern ist schon lange nicht mehr nur des Müllers Lust. Naturfreunde aller Altersklassen kennen und schätzen Rothaarsteig, Höhenflug und Co. und bugsieren das Sauerland in der Rangliste der Urlaubsziele weit nach vorne. Der Aufenthalt im Land der 1000 Berge kurbelt auch die heimische Konjektur an: Hunger, Durst und Schlafplatz gehören mit in den „Wanderrucksack.“

Die SGV-Abteilung Bamenohl hat die Zeichen der Zeit bereits frühzeitig erkannt und schon 1983 den Bau eines Jugend- und Wanderheims beschlossen. Aus dem Vorhaben wurde ein beliebtes Anlaufziel, in dem 2019 mehr als 3200 Gäste übernachten konnten. Nun stand eine außergewöhnliche Bescherung im Mittelpunkt: Vier Kindergärten aus der Gemeinde Finnentrop bekamen unter dem Weihnachtsbaum eine Spende überreicht. 

Fernab der Welt – jedoch nicht aus dieser Welt: Wer im SGV-Bamenohl gastiert, kehrt in eine beschauliche Idylle ein. Obwohl nur 200 Meter vom pulsierenden Leben an der B 236 entfernt, ist es den Machern von damals gelungen, mitten im Grünen ein geräumiges Jugend-und Wanderheim zu errichten. 

Das Flair der mit 27 Schlafmöglichkeiten ausgestatteten Hütte im großzügigen Eigenheimformat hat sich herumgesprochen. Das Wanderheim, das verkehrsgünstig an den Hauptwanderstrecken X22 und X25 gebaut wurde, bietet Gästen eine 180 Quadratmeter große Grundfläche an. Familientreffen, Jugendgruppen, Vereine und Wanderer setzen mitten im Sauerland auf uriges Hüttengefühl. Vom Kaminofen über Spielgeräte bis hin zur Grillhütte: Die 3200 Übernachtungsgäste in 2019 sprechen für das vorhandene Wohlfühlangebot. 

Ein gewaltiges Stück Arbeit

Und das alles bei einem Übernachtungspreis „so zwischen 10 und 14 Euro pro Person“. Josef Canarius, der kurz vor seinem 80. Wiegenfest steht, freut sich über den Zuspruch, blickt aber auch mit einer gewissen Sorge in die weitere Zukunft. „Es ist schon ein gewaltiges Stück Arbeit. Vor allem, weil es wie überall auch bei uns im Verein immer weniger Leute gibt, die ehrenamtlich etwas tun möchten.“ In Bamenohl tut man noch was. Die Hauptarbeit verteilt sich auf ein engagiertes Team von Vorstand und Beisitzern. Neben Josef Canarius gehören Ursula Rau, Martin Jost, Jürgen und Melitta Haverland, Hartmut Laake, Horst Hoffmann, Günther Vielhaber und Karl-Josef Vollmert zur „Task-Force“ der SGV-Freunde. 

Das Team bereitete nun kleinen Gästen einen großen Empfang. Vertreter der Kindergärten „Arche Noah“ und „St. Nepomuk“ aus Finnentrop sowie „Panama“ und „St. Joseph“ aus Bamenohl trafen sich im Wanderheim zum Stelldichein der guten Tat. Irmhild Mesletzky-Beckmann, Jennifer Flick, Ruth Schulte und Manuela Reuter konnten als Leiterinnen der Einrichtungen die Spendengelder in Höhe von jeweils 150 Euro entgegennehmen. 

Kritik an fehlender Unterstützung

Nach der Bescherung wurden man am Ort des Geschehens nachdenklicher: „Irgendwie stimmt da was nicht. Jeder Fußballverein bekommt tausende von Euros an Zuschüssen. Wir, die für den Zuwachs des Tourismus in der Gemeinde Finnentrop sorgen, bekommen ein Vergelt‘s Gott.“ In der Tat sorgen die Bamenohler mit ihrem Einsatz für etwa ein Viertel des gesamten Aufkommen an Übernachtungstouristen im Gemeindegebiet. Ulla Rau erwähnte einen weiteren Aspekt. „Unsere Gäste wollen auch Essen und Trinken. Es wird vor Ort eingekauft und der Cateringservice geht hier ein und aus.“ 

Martin Jost, der als Jugendwart der Abteilung und überregional als Landesjugendwart bestens mit der Nachwuchsarbeit im SGV vertraut ist, macht dem Vorstandsteam derweil etwas Mut: „Wir haben neben zahlreichen Kindern und Jugendlichen auch junge Erwachsene in unserer Abteilung, die sich durchaus vorstellen können, demnächst auch Verantwortung mit zu übernehmen.“ 

Das Anlaufziel im Waldgebiet „Zur Haardt“ wird auch 2020 Bestand haben.

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