WDR-Bericht ruft Kritik an Rettungskräften hervor

Heß verteidigt Feuerwehr

Die Feuerwehrleute in Finnentrop sind Bürgermeister Dietmar Heß zufolge gut organisiert. Foto: Friedhelm Tomba

„Die Feuerwehren im Lande sind zu lahm und gefährden die Sicherheit der Bürger“, so der Tenor eines Beitrags der WDR-Senderreihe „Westpol“.

Die Fernsehjournalisten hatten 55 Kommunen im Regierungsbezirk Arnsberg nach Einhaltung der empfohlenen Hilfsfrist von acht Minuten (Zeitdauer zwischen Alarmierung und Eintreffen an der Einsatzstelle) gefragt. In der Statistik schaffte es die Gemeinde Finnentrop auf den letzten Platz – lediglich bei 42 Prozent der Tageseinsätze kamen die Helfer pünktlich.

Die Fraktion „FÜR Finnentrop“ nahm den Beitrag zum Anlass, um die Bezirksregierung in Arnsberg anzuschreiben. Sollten die WDR-Informationen zutreffen, so Christian Vollmert in seinem Brief, herrschten in der Organisation des Brandschutzes erhebliche Mängel. Diese Annahme werde zudem durch eine seit Jahren fehlende Fortschreibung des 2011 abgelaufenen Brandschutzplanes verstärkt. „FÜR Finnentrop“ will nun vom Regierungspräsidenten wissen, was dieser als Aufsichtsbehörde gegen die vermeintlich organisatorischen Mängel zu tun gedenkt, ob die Aufsichtsbehörden eine gutachterliche Überprüfung empfehlen und welche rechtlichen Konsequenzen der Gemeinde drohen.

Bürgermeister Dietmar Heß hingegen ärgert sich, dass die Arbeit der gesamten Wehr in Misskredit gebracht werde. Statistiken und die tägliche Praxis seien zweierlei Paar Schuh. Die Feuerwehr in Finnentrop sei mit elf Löschgruppen sehr dezentral organisiert, „um dadurch schnell reagieren zu können“.

Häufig rückten dadurch zwar nur drei bis fünf Kameraden einer Löschgruppe aus. Doch selbst wenn das Feuer gelöscht sei, laufe die Hilfsfrist weiter, bis der neunte Mann eintrifft. Erst wenn die Gruppenstärke an der Einsatzstelle tatsächlich erreicht sei, werde die Uhr gestoppt. Ein Prozedere, das gerade für flächenstarke Landgemeinden völlig realitätsfremd und ungenügend sei.

„Organisation hat sich bewährt“

Hinzu komme, dass in den Abendstunden und an Wochenenden weit bessere Alarmierungsergebnisse und Zahlen von mehr als 60 Prozent erreicht würden. Heß: „Die derzeitige Organisation hat sich in der Praxis bewährt, die Bevölkerung ist der Meinung, dass ihre Feuerwehr ganz schön flott ist. Außerdem kann ich mich nicht daran erinnern, dass wir auch nur in einem Fall, in dem es darauf ankam, jemals zu spät gekommen wären.“

Fazit des Bürgermeisters: „Für mich ist es wichtiger, dass in Ostentrop drei Leute unmittelbar nach der Alarmierung an der Einsatzstelle eintreffen, als wenn erst eine komplette Gruppe aus Finnentrop anrücken muss und so wertvolle Zeit vergeht. Selbst auf die Gefahr hin, dass das in der Statistik dann nicht so gut aussieht.“ (Von Torsten-Eric Sendler)

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