Weitere Unterkünfte benötigt

Flüchtlinge sind vorherrschendes Thema bei Infoveranstaltung in Fretter

Rund 550 Personen waren der Einladung der Gemeindeverwaltung in die Schützenhalle Fretter gefolgt.

Fretter. Außerordentlich gut besucht war die Informationsveranstaltung der Gemeindeverwaltung Finnentrop für das Frettertal in der Schützenhalle in Fretter. Rund 550 interessierte Einwohner der Orte Fretter, Serkenrode, Ostentrop, Schönholthausen und Umgebung waren der Einladung gefolgt.

Der Vorstand der Schützenbruderschaft St. Matthias Fretter stellte angesichts der großen Resonanz spontan weitere Sitzgelegenheiten zur Verfügung.

Bürgermeister Dietmar Heß, der von Aloys Weber (Beigeordneter) und Nina Klauke (Bereichsleiterin Interne Dienste) unterstützt wurde, informierte die Anwesenden über aktuelle Themen in der Gemeinde Finnentrop. Vorherrschendes Thema war das Thema Unterbringung und Integration von Flüchtlingen. Bürgermeister Heß erläuterte, dass die Gemeinde Finnentrop derzeit 235 Flüchtlinge untergebracht habe. Die 208 Plätze in der Jugendherberge Heggen, die vom Land NRW als Notunterkunft genutzt werde, würden der Gemeinde angerechnet. Mit Schließung und Wegfall der Jugendherberge Heggen als Notunterkunft des Landes zu Ende Januar und einer damit verbundenen abnehmenden Anrechnung von Februar bis Mai könnten bis Juni insgesamt 700, bis Jahresende möglicherweise sogar 1000 Flüchtlinge unterzubringen sein. Heß erläuterte anhand einer Übersicht die Unterbringung der Flüchtlinge in den einzelnen Orten der Gemeinde Finnentrop. Bislang sei ein Großteil der Flüchtlinge im Lennetal untergebracht. Im Frettertal seien aktuell 14 Flüchtlinge untergebracht: Zehn Personen in Fretter und vier in Ostentrop.

Die Verwaltung benötige vor dem Hintergrund der geschilderten Zahlen dringend weitere Unterbringungsmöglichkeiten. Daher ziehe die Gemeindeverwaltung den Ankauf beziehungsweise die Anmietung folgender Objekte in Erwägung:

  • InFretter sei der Verwaltung von der Kirchengemeinde das Grundstück „Kalkwerkstraße 48“ angeboten worden, auf dem neben dem bereits vorhandenen Übergangsheim die Errichtung einer weiteren Containeranlage mit bis zu 40 Plätzen möglich sei. Zudem habe die Verwaltung die Möglichkeit, in einer Mietwohnung „Am Spreeberg 3“ weitere Personen unterzubringen.
  • In Deutmecke sei bereits das Wohnhaus „Hackelandstraße 10“ angekauft worden mit der Möglichkeit, dort zehn bis zwölf Personen unterzubringen. Zudem sei die Anmietung eines ehemaligen Hofhauses zur Unterbringung von bis zu 20 Personen beabsichtigt.
  • In Ostentrop beabsichtige die Verwaltung drei Wohnungen im Bereich „Am Kehlberg“ anzumieten, wo bis zu 13 Personen untergebracht werden könnten.
  • In Schönholthausen sei der Erwerb des Wohnhauses“ Hördenkamp 13“ zur Unterbringung von 12 bis 14 Personen in Erwägung gezogen sowie die Bebauung des gemeindeeigenen Grundstücks „Zur Hellewiese“ für die Unterbringung von bis zu 32 Personen.
  • In Serkenrode werde die Errichtung einer Containeranlage auf dem ehemaligen Sportplatzgelände in der Fretterstraße (Unterbringung bis zu 40 Personen) sowie die Anmietung der ehemaligen Gaststätte in der Fretterstraße 26 (bis zu 30 Personen) und einer bis jetzt als Ferienwohnung genutzten Wohnung in der Patenbergstraße (Unterbringung von bis zu 3 Personen) in Erwägung gezogen.

Bürgermeister Heß erläuterte weiter, dass die Gemeinde Finnentrop betreffend die Jugendherberge Heggen einen Beherbergungsvertrag zur vorübergehenden Unterbringung von Flüchtlingen mit Vollverpflegung mit dem DJH Landesverband Westfalen-Lippe abgeschlossen habe. Die Jugendherberge soll die erste Anlaufstelle für die Unterbringung sein. Von hier aus sollen die Flüchtlinge – Familien und Einzelpersonen – dann auf geeignete Unterkünfte verteilt werden.

Er erklärte, mindestens genauso wichtig wie die Unterbringung der Flüchtlinge sei deren Integration. Speziell zu diesem Zweck sei das Finnentroper „Netzwerk Integration“ gegründet worden. Federführend begleitet werde das Netzwerk von Pia Hirschhäuser von der Gemeindeverwaltung Finnentrop. Heß dankte allen Personen, die sich in der Gemeinde Finnentrop bereits für die Integration der Menschen engagieren und einsetzen. Gleichzeitig appellierte er an alle „Integration zu leben“ und offen auf die Menschen zuzugehen.

Weitere aktuelle Entwicklungen in der Gemeinde Finnentrop, wie der Haushalt 2016, die Entwicklung der Realsteuern, die Senkung der Abfallgebühren im Rahmen des neu gegründeten Zweckverbandes, der Radwegebau, etc. wurden ebenfalls kurz angesprochen.

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