In Serkenrode prallen die Ansichten aufeinander

Windpark entzweit

Für Finnentrop hatte in die Freizeit- und Bildungsstätte eingeladen. Fotos: harpo

Serkenrode/Finnentrop. Die geplanten Windenergieanlagen bei Serkenrode spalten weiterhin die bevölkerung. Die unterschiedlichen Ansichten und Interessenlagen prallten ...

Serkenrode/Finnentrop. Die geplanten Windenergieanlagen bei Serkenrode spalten weiterhin die bevölkerung. Die unterschiedlichen Ansichten und Interessenlagen prallten am Mittwoch und Donnerstag binnen 24 Stunden geballt aufeinander.

Am Mittwoch hatte die Fraktion „Für Finnentrop“ in die Serkenroder Freizeit- und Bildungsstätte eingeladen, am Donnerstag stellten die Unternehmen SL Windenergie, Gladbeck, und Ostwind, Essen, in der Schützenhalle ihre Pläne für vier Windenergieanlagen (WEA) vor.

„Wir sind Ihr Sprachrohr gegen Windkraft“, begrüßte FÜR-Fraktionsvorsitzender Christian Vollmert die Anwesenden. Die Freien Wähler seien die Einzigen, die „klare Kante“ zeigen. Für-Vorsitzender Clemens Bernemann stellte vor rund 40 Bürgern aus Serkenrode und den Nachbarorten sowie Marcus Bruse (Attendorn) und Herbert Bartezko (Sundern), beide „Gegenwind Südwestfalen“, „fünf mögliche Strategien“ gegen die WEA-Errichtung vor, „wenn Sie das Landschaftsbild erhalten möchten“. Eine eher rhetorische Anmerkung.

Bernemann: „Eine intakte Heimat darf man nicht ohne Not aufgeben. Dann bricht auch die Soziokultur zusammen und es geht ein Riss durch den Ort. “ Gerade Serkenrode sei der Modellfall eines Ortes, in dem alle Alters- und Gesellschaftsgruppen an einem Strang ziehen.

Gemeinsamer Rat von FÜR und „Gegenwind“ an die Serkenroder: „Nehmen Sie sich juristischen Beistand, mobilisieren Sie die Öffentlichkeit und schaffen Sie einen ,kommunalpolitischen Unterbau‘.“

„Weg von fossilen Brennstoffen“ und „hin zur erneuerbaren Energie“ wollen Ostwind und SL Windenergie. Dies, so der Tenor bei Joachim Schulenburg (SL Windenegie) und Mathias Kieslich (Ostwind), „im Konsens mit den Bürgern“. In der Schützenhalle stellten sich die zwei Unternehmen mit Infotafeln und „falls gewünscht, wir werden nicht aufdringlich“, mit Gesprächspartnern, vor.

2014 nahmen die beiden Gruppen Kontakt mit der Gemeinde auf, als „dort Windenergieplanungen öffentlich wurden und die Gemeinde Präferenzen setzte, um eine Verspargelung der Landschaft zu vermeiden“, so Schulenburg. Man habe der Verwaltung die Konzepte vorgestellt und später auch Pachtverträge mit den in Frage kommenden Grundeigentümern geschlossen. Sowohl Schulenburg als auch Kieslich betonten, dass die Anlagen von ihren Gruppen „betrieben werden, wir sind keine Verkäufer, die die Anlagen anschließend an Unternehmen in China oder Spanien veräußern“. Schulenburg: „Die Wertschöpfung soll über Beteiligungen in der Kommune bleiben.“ Mit Blick auf das derzeitige Moratorium in Sachen Windenergie: „Es kommt uns nicht auf Tage oder Wochen an, aber wir brauchen schon irgendwann eine Entscheidung und Planungssicherheit. Kieslich: „Es gibt keine Alternative zur Windenergie.“

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