Was wird aus Radarstation?

Vor zehn Jahren schloss die Bundeswehr die Kaserne in Oedingen und damit auch die Radarstation. Foto: Marita Sapp

40 Jahre war die Sauerlandkaserne einer der strategisch wichtigen Punkte in Sachen Flugabwehr. Dort war eine Flugabwehrraketeneinheit der Luftwaffe untergebracht. Sie war Teil eines NATO-Verteidigungsgürtels, der von Norwegen bis zur Türkei reichte.

Vor mittlerweile zehn Jahren wurde die Kaserne geschlossen. Das eigentliche Kasernengelände wurde verkauft und von einem privaten Investor im Laufe der vergangenen Jahre zu einem großen holzverarbeitenden Betrieb umfunktioniert.

Die beiden Stellungen allerdings, eine auf Lennestädter und eine auf Finnentroper Gebiet, sind bislang noch keiner neuen Nutzung zugeführt worden. Die Liegenschaften sind nach der Schließung der Kaserne 2002 in den Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Dortmund übergegangen.

Die ehemalige Radarstellung am Buchhagen, in der Nähe von Schöndelt, verfügt über eine Vielzahl von Gebäuden und einige Bunker. Obwohl das sehr entlegene Gelände eingezäunt ist, wurde im Laufe der Jahres vieles zerstört und gestohlen.

Die Gemeinde Finnentrop bekundet seit längerem ein Interesse an dem Gelände, das in ein Landschaftsschutzgebiet integriert ist. Und das ist eines der Probleme. "2010 gab es einen Windkraftbetreiber, der Interesse an dem Gelände zeigte, doch er hat seinen Antrag dann zurückgezogen", so Bürgermeister Dietmar Heß.

Regenerative Energien denkbar

Auch aus Sicht der Bundesanstalt für Immobilien, die den Standort geprüft hat, eignet sich das Gelände für Windkraft. Doch es sei eher schwierig, so eine Liegenschaft zu veräußern, so Norbert Stahl aus Münster.

Im Zuge der allgemeinen Ausweitung an erneuerbaren Energien sieht die Gemeinde wieder eine Chance, mit dem Gebiet aus dem Naturschutz herauszukommen. Zurzeit läge wieder ein derartiger Antrag bei der Bezirksregierung in Arnsberg vor. Ein weiteres Problem seien auch die Gebäude auf dem Gelände sowie eventuell noch vorhandene Altlasten. "Man weiß noch nicht, was daraus wird, aber im Moment will niemand das Gelände haben, weil man dort nichts machen kann", so Heß. Einige der Gebäude werden zurzeit genutzt, unter anderem von der Rettungshundestaffel Südwestfalen.

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