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Mario Tolle aus Fretter als Torrichter beim Alpinen Weltcup dabei

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Mario Tolle mit Familie bei der Ankunft in Wengen.
Mario Tolle mit Familie bei der Ankunft in Wengen.

Wengen/Fretter. Mario Tolle aus Fretter war bei der Internationalen Lauberhornabfahrt im schweizerischen Wengen als Funktionär dabei. Nach mehrfachen Bewerbungen als Helfer bei diesem Internationalen Event kam im Dezember unverhofft die Zusage aus Wengen, als Funktionär bei diesem Traditionsrennen mitzuwirken.

Die Lauberhornabfahrt ist nach der Kitzbüheler „Streif“ wohl die bekannteste Strecke im Alpinen Weltcup. Beworben hatte sich Mario Tolle für die Alpine Kombination, die freitags ausgetragen wurde. Die Kombination enthält ein Abfahrtsrennen und einen Slalomkurs. Los ging es Freitagmorgen um sechs Uhr ab Lauterbrunnen mit der Wengernalpbahn hoch nach Wengen, um pünktlich zum Treffpunkt zu erscheinen. Nach einer Einweisung der Schweizer Rennleitung im Hotel Victoria – hier war das Team der Schweden untergebracht – ging es dann weiter mit der Bahn Richtung Rennstrecke. Mario Tolle war Torrichter für den Slalom am Nachmittag, wobei er sehr nah an der Strecke und den Athleten war.

Reges Treiben herrschte bei der Besichtigung: Die Athleten hatten laut Reglement nur begrenzt Zeit, um sich alle Tore einzuprägen.
Reges Treiben herrschte bei der Besichtigung: Die Athleten hatten laut Reglement nur begrenzt Zeit, um sich alle Tore einzuprägen.

 „Wir, die für den Slalom zuständig waren, hatten noch genug Zeit, uns das Prozedere eines Weltcuptages aus einer anderen Perspektive anzuschauen. Beeindruckend war, dass der gefallene Neuschnee aus der Nacht von Schweizer Soldaten größtenteils mit der Schneeschüppe von der Piste geräumt wurde. Die Abfahrt hat mal eben eine Länge von 4,5 Kilometern“, berichtet Tolle. Seine Aufgabe war es, den Slalom-Start zu besichtigen. Dieser musste ausnahmsweise, aus Schneemangel, auf der Abfahrtsstrecke stattfinden und lag direkt am Auslauf an einer der schnellsten Passagen im Ski-Weltcup. „Glück für mich, denn somit konnte ich mir die ersten fünfzehn Rennläufer anschauen die dann mit Tempo 140 am Haneggschuss in perfekter Position an mir vorbei flogen und anschließend am Silberhornsprung einen Satz von 50 Metern gekonnt ausführten. Wahnsinn! No risk, no fun!“, so Mario Tolle weiter.

Mit Tempo 140 über die Piste

Um zwölf Uhr ging es wieder talabwärts ins Ziel, wo mittlerweile 5000 Zuschauer die Skiasse bejubelten. Dort traf Mario Tolle auf die Fahrer, die zuvor die Abfahrt gefahren sind, „Legenden“ wie Ivica Kostelic oder den Weltcupführenden Aksel Lund Svindal. Weiter ging es los zum bereits gesteckten Slalom-Hang. Zu Fuß durch den Wald und hohen Neuschnee erreichten die Torrichter für den Slalom die Passage „Seilersboden“, wo sie dann auf die nächste Einweisung warteten. 

Nah dran am ehemaligen Gesamtweltcupsieger und Slalom-Weltmeister Ivica Kostelic.
Nah dran am ehemaligen Gesamtweltcupsieger und Slalom-Weltmeister Ivica Kostelic.

Mit Steigeisen ausgerüstet, ging es weiter auf die „überaus hart“ präparierte Piste. „Ohne Steigeisen wäre man sicherlich im ZDF. ORF oder Schweizer Fernsehen als schnellster Torrichter des Lauberhorn-Rennens ausgestrahlt worden“, erzählt der Fretteraner. Dann besichtigten die Athleten die Slalom-Strecke. Hierfür gab das Reglement den Athleten nur begrenzt Zeit, um sich alle Tore einzuprägen. „Ein Meter neben mir standen dann nacheinander Olympiasieger, Weltmeister, Weltcup-Sieger und alle die, die es noch werden wollen und prägten sich hochkonzentriert Tor um Tor ein“, erzählt Mario Tolle.

Um Punkt 14 Uhr war der Start und der erste Fahrer kämpfte sich oder, besser gesagt, schoss durch die Slalomtore. „Mit dem bloßen Auge war nicht zu erkennen, ob hier einer der Rennläufer mit dem Ski einfädelt. Gut, dass es Kamera und Superzeitlupe gibt“, erklärt Tolle. Nach 60 Fahrern war dann Schluss, und der Sieger dieser Kombination stand fest. Olympiasieger Kjetil Jansrud siegte vor seinem Landsmann Aksel Lund Svindal. „Das war ein Erlebnis, das man nicht vergessen wird“, zieht Mario Tolle Bilanz. Nach einem Tag mit zwölf Stunden im Schnee bei minus 15 Grad ging es dann zurück ins Lauterbrunnental, wo Ehefrau Sarah und Tochter Greta schon warteten.

Für eine großartige Stimmung sorgten die Zuschauer im Zielbereich.
Für eine großartige Stimmung sorgten die Zuschauer im Zielbereich.

Am Tag darauf ging es in das gegenüber von Wengen liegende Bergdorf Mürren, wo der Fretteraner „Prunzmummel-Club“ jährlich am längsten Abfahrtsrennen der Welt teilnimmt. Hier ging es erstmals mit Kinderwagen anstatt mit Skiern die Piste herunter.

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