51 Prozent der ausgewachsenen Tiere unschädlich

Unerwartete Hilfe gegen den Borkenkäfer: Frost hilft dem Forst im Sauerland

Baumstämme, so weit das Auge reicht: Die Waldschäden durch den Borkenkäfer sind seit Monaten deutlich zu sehen.
+
Baumstämme, so weit das Auge reicht: Die Waldschäden durch den Borkenkäfer sind seit Monaten deutlich zu sehen.

Der Borkenkäfer hat für eine wahre Katastrophe in den Wäldern gesorgt. Doch die Förster und Waldbauern haben nun unerwartete Hilfe gegen diese Naturkatastrophe erhalten – von der Natur selbst.

Kreis Olpe - Spätestens wenn die Temperaturen wieder steigen, werden viele Menschen wieder in den heimischen Wäldern unterwegs sein. Und sehen, wie sich diese in den vergangenen Monaten verändert haben. Viele Wege wirken unbekannt, weil die Landschaft eine völlig andere ist. Aufgrund der Borkenkäferplage mussten die Förster vielerorts für Kahlschlag sorgen. Das Forstamt in der Olper Stubicke liefert Zahlen: „Im Kreisgebiet sind im vergangenen Jahr rund eine Million Festmeter Kalamitätsholz über alle Waldbesitzarten aufgearbeitet worden. Das sind circa zwölf Prozent des Vorrates der über 40-jährigen Fichten, die hauptsächlich befallen werden“, erklärt Marc Muckenhaupt, Fachgebietsleiter „Hoheit“ beim Forstamt Kurkölnisches Sauerland, auf Sauerlandkurier--Nachfrage.

Es gibt aber einen kleinen Silberstreif am Horizont. Denn der späte und teils strenge Frost hat dem Borkenkäfer zugesetzt. Bei Probenentnahmen unter anderem im Bereich Lennestadt und im Bereich Erndtebrück hat das Forstamt die Entwicklungsstadien des Buchdrucker-Borkenkäfers überprüft. Das Ergebnis: „Die starken Fröste der KW 6/7 2021 führten glücklicherweise bei ,weißen Stadien’ (Borkenkäfer-Larven, -Puppen, oder -Eier, d. Red.) in den untersuchten Fällen zu der erwünschten und erhofften Mortalität von 99,8 Prozent.“ Das geht aus einer Infomeldung des Forstamtes hervor. Demnach seien auch zwischen 35 und 69 Prozent der Borkenkäfer dem Frost zum Opfer gefallen: „Im Mittel half uns der Frost, 51 Prozent der adulten Käfer unschädlich zu machen.“ Die Stichproben seien zwar nicht repräsentativ, jedoch gehen die Forstämter davon aus, dass „diese Gesetzmäßigkeiten erfahrungsgemäß landesweit zutreffen“: „Die tiefen Temperaturen waren gern gesehene Helfer in unserer aller Bestrebungen, Herr der Lage zu werden.“

Als nächster Schritt müssen jedoch weiterhin Bäume geschlagen und abtransportiert werden, um weiter gegen die „Katastrophe Borkenkäfer“ zu kämpfen: „Viele befallene Bäume stehen noch“, sagt Marc Muckenhaupt. Und Eile ist geboten: Das Forstamt schätzt, dass der Buchdrucker ab Ende April beginnt, auszuschwärmen: „Sobald die Käfer aus der Rinde und mit einem Zeitverzug von rund 14 Tagen auch aus dem Boden ausgeflogen sind, muss unsere Aufmerksamkeit Schritt für Schritt auf die frisch befallen Fichten übergehen“, so die Infomeldung des Forstamts.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare