25 Jahre „Smily Kids“

Christa Gattwinkel kümmert sich um Kinder aus suchtbelasteten Familien

Christa Gattwinkel - Smily Kids Kirchhundem
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Christa Gattwinkel kümmert sich seit 25 Jahren ehrenamtlich um Kinder aus Sucht-belasteten Familien.

„Wenn ich so 25 Jahre zurückdenke, staune ich über mich selber. Damals bin ich, trotz vieler Bedenken, gegen den Strom geschwommen. Wäre mein Mann nicht gewesen, ich glaube, dann hätte ich schnell wieder aufgegeben.“

Kirchhundem - So blickt Christa Gattwinkel aus Kirchhundem, die sich seit 25 Jahren um Kinder und Eltern aus Sucht-belasteten Familien kümmert, auf die Anfänge zurück. Damals gaben die Kinder der Gruppe selbst den Namen: „Smily Kids – lächelnde Kinder“.

Große Anerkennung

Christa Gattwinkels Idee hat bundesweite Anerkennung und Nachahmung gefunden: „Smily Kids“-Gruppen gibt es inzwischen in den Diözesen Paderborn, Köln, Limburg und Passau. Alle arbeiten nach gleichem Konzept, das auch ins Englische, Polnische und Spanische übersetzt wurde, um auch im Ausland betroffenen Kindern helfen zu können.

Die Idee, den Kindern zu helfen, kam ihr bei bei einem Treff der Selbsthilfegruppe für Suchtkranke und deren Angehörige. Eine Frau erzählte, wie verstört ihr Kind sei, und in der Schule komme es nicht mehr zurecht. Der Vater war gerade in der Therapie, er war alkoholkrank. Als Christa Gattwinkel mit diesem Kind reden wollte, meinte die Mutter, „aber da sind doch auch noch andere Kinder“. Das gab den Anstoß, eine Gruppe zu gründen.

Auf eine Stufe gestellt

„Als es dann am 14. September 1996 soweit war, überkam mich doch riesiges Herzklopfen“, erinnert sich die 79-Jährige, „nachdem ich ein kleines Stoßgebet nach oben geschickt habe, ging es besser und ich wunderte mich, wie schnell ich den Kontakt zu den Kindern bekam: Ich stellte mich auf ihre Stufe, erzählte auch von meiner Angst, die ich damals hatte, als mein Mann noch trank. Und dann war es ganz einfach. Es sprudelte nur so aus ihnen heraus. So, als wenn ein Ventil geöffnet wurde. Aber immer wieder war da die Angst, ich würde es weitersagen, obwohl ich ihnen die Schweigepflicht angeboten hatte. Sie mussten erst lernen und begreifen, dass sie hier in der Gruppe alles sagen können und niemand erfährt davon, nur, wenn sie es erlaubten.“

Seit 1996 finden im vierwöchigen Rhythmus Treffen statt. Kinder kommen mit ihren Eltern, Vater oder Mutter, Pflegeeltern oder einer vertrauten Person, um getrennt über ihre Ängste und Nöte zu reden. Nach einer kleinen Pause kommen alle wieder zusammen, um gemeinsam zu basteln, malen oder um zu reden. Sollte ein Kind große Probleme haben, können die Eltern mit dazu geholt werden. Das Kind wird mit einbezogen, ohne das die Schweigepflicht verletzt wird. Rückblickend waren es etwa 300 Kinder, die durch die Gruppe und die Familienseminare Hilfe erfahren haben.

Die Unterstützter Christa Gattwinkels möchten auf diese Kinder aufmerksam machen. Daher wird das Jubiläum am Samstag, 18. September, im KulturBahnhof Grevenbrück gefeiert.

Infos gibt unter www.smily-kids.de, bei Facebook und YouTube.

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