Aufruf gegen Fremdenhass

Über 100 Bürger bei Mahnwache in Kirchhundem

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Die „Flüchtlingshilfe Kirchhundem“ hatte am Mittwoch zur einer Mahnwache wegen der Anschläge in Rinsecke aufgerufen. Über 100 Bürge hatten sich auf dem neuen Dorfplatz in Kirchhundem eingefunden, darunter auch viele Flüchtlinge. 

Kirchhundem. Über 100 Bürger sind am Mittwochnachmittag zur Mahnwache auf den neuen Dorfplatz in Kirchhundem gekommen. Die „Flüchtlingshilfe Kirchhundem“ hatte zu diesem Aufruf der Gastfreundschaft und Integration eingeladen. Anlass war der inzwischen vierte Anschlag auf eine geplante Unterkunft für Flüchtlinge in Rinsecke.

Kirchhundems Bürgermeister Andreas Reinéry machte deutlich, dass Rat und Verwaltung auch für Gastfreundschaft, Willkommenskultur und Hilfe für alle Menschen, die nach Kirchhundem kommen, stehen.

Für die Anschläge in Rinsecke, so der erste Bürger der Gemeinde, gebe es bis heute keine Hinweise, dass diese auch tatsächlich fremdenfeindlich gewesen seien. Gerade die Rinsecker sind es, die sich massiv gegen eine Fremdenfeindlichkeit wehren. „Die Rinsecker Bürger, die längst Flüchtlinge in ihrer Mitte aufgenommen haben und willkommen heißen, haben unter den ‘Anschlägen‘ zu leiden. Es darf nicht sein, dass eine vermeintliche ‘Rinsecker Fremdenfeindlichkeit‘ angeprangert, im allgemeinen Bewusstsein manifestiert wird.“

Daher laute die Botschaft: „Wir in Kirchhundem und Rinsecke wollen diesen Aufruf für Willkommenskultur und Hilfsbereitschaft in die Wahrnehmung bringen. Wir unterstützen das mit vollem Herzen.“

„Vielfalt wird unsere Zukunft sein“

Ansgar Kaufmann von der „Flüchtlingshilfe Kirchhundem“ machte noch einmal deutlich, dass man nicht fremdenfeindlich und ausländerfeindlich sei und in allen Dörfern die Bereitschaft bestehe, Flüchtlingen zu helfen. Ins gleiche Horn stieß Christoph Becker als Sprecher der Wohlfahrtspflege im Kreis Olpe, Vorstand des Caritasverbandes, Vertreter des Pastoralen Raumes Kirchhundem und als Privatmann, der persönlichen Kontakt zu Flüchtlingen hat und einen Teil seines Lebens und seiner Zeit mit ihnen teilt. „Wir sprechen zu oft über und nicht mit Flüchtlingen. Wer mit ihnen zusammenkommt, spricht, kocht, isst, spielt oder feiert, der bekommt eine andere Sicht auf die derzeitige Situation. Unser Auftrag ist klar und hat drei Dimensionen:

-hinschauen, wenn andere rassistisch angefeindet werden,

-aktiv werden, sich engagieren für Respekt, Gleichberechtigung und Toleranz, aktiv werden auch im Kontakt zu Flüchtlingen und

-sich zusammentun, so wie wir es heute tun, aufstehen und mittun, in allen Bereichen des Lebens. Vielfalt wird unsere Zukunft sein. Miteinander statt gegeneinander.“

Ulrike Wesely stellte die Menschenrechtsorganisation „pro Asyl“ vor.

Am Schluss der Mahnwache bedankte sich ein Flüchtling für diese beeindruckende Veranstaltung, die ein deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzte und zu einer Kultur der Gastfreundschaft und Integration aufrief.

Info: www.flüchtlingshilfe-kirchhundem.de

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