Lebendige Ortsgeschichte dokumentiert und für Nachwelt gesichert

Autorinnen-Duo erinnert an Marienkrankenhaus Welschen Ennest

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Mechtild Velber (l.) und Angela Rodriguez haben mit ihrem Buch „Ein Jahrhundert Nächstenliebe“ einen wichtigen Beitrag zur Ortsgeschichte von Welschen Ennest geleistet.

Welschen Ennest. Zweieinhalb Jahre lang forschten und recherchierten Mechtild Velber, geborene Limper, und Angela Rodriguez, geborene Becker, akribisch in verschiedenen Archiven, diskutierten über Formulierung und Gestaltung. Nun ist ihr Buch fertig: „Ein Jahrhundert Nächstenliebe“ beschreibt die Geschichte des Welschen Ennester Marienkrankenhauses von seiner Entstehung bis zum Abriss des prägnantes Gebäudes an der Kölner Straße.

Auf 160 Seiten leisten Angela Rodriguez und Mechtild Velber einen wichtigen Beitrag zur Ortsgeschichte: „Wir sind froh, dass es uns mit diesem Buch gelungen ist, ein Stück Ortsgeschichte vor dem Vergessen zu bewahren.“ Beide Autorinnen stammen aus Welschen Ennest und beide erblickten im Marien-Krankenhaus auch das Licht der Welt „bei Hebamme Frau Hirsch“.

Zur Gemeinschaftsarbeit kamen sie eher durch einen Zufall. „Ich bin eine direkte Nachfahrin von Johann Heinrich Limper, der den Bau des Krankenhauses im Jahr 1888 mit seiner Ehefrau Theresia testamentarisch verfügt hat. Meine Mutter Maria Limper besitzt eine Urkunde, auf der die Grundsteinlegung – allerdings ohne Jahreszahl – dokumentiert ist. Ich habe dieses Schriftstück meiner Freundin Angela Rodriguez gezeigt. Von ihr kam dann die Idee, die Geschichte dieser für Welschen Ennest und die umliegenden Orte so wichtigen Einrichtung in ein Buch zu fassen.“ Angela Rodriguez lebt in Siegen, Mechtild Velber in Köln: „Viele Telefonate, aber auch Treffen waren nötig, um das Buch zu schreiben.“ Die Pfarrarchive Rahrbach und Kirchhundem, Stadtarchiv Lennestadt und das Erzbischöfliche Generalvikariat in Paderborn wurden als Quellen benutzt. 

103-jährige Zeitzeugin als wichtigste Quelle

Wichtigste Ansprechpartnerin für das Duo Velber/Rodriguez, beide von Beruf Lehrerinnen, war aber die 103 Jahre alte Zeitzeugin Maria Limper, Mutter von Mechtild Velber, der die zwei Frauen auch im Buch besonderen Dank aussprechen: „Mit ihrem wachen Geist, ihrem erstaunlichen Erinnerungsvermögen und ihrer großen Breitschaft, als Zeitzeugin zu erzählen, hat sie unser Interesse am Thema geweckt und ständig aufrechterhalten.“ 

Ausgangspunkt für die Recherche zur wechselvollen Geschichte des Krankenhauses, das im Lauf der Zeit unterschiedliche Nutzungen erfuhr, war neben der testamentarischen Schenkung eine auf das Jahr 1889 datierte Urkunde der Pfarrei Rahrbach „mit Segenswünschen für die Stifter“.

In sechs ausführlichen Kapiteln erhalten auch Ortsfremde einen lebendigen und exakten Einblick in die Historie eines Gebäudes, dessen Abriss Anfang der 1990er-Jahre nicht nur in Welschen Ennest sehr emotional und kontrovers diskutiert wurde. Nacheinander wurde das ortsbildprägende Haus aus der Gründerzeit als Krankenhaus, Familienwerk des Erzbistums und Wohnhaus des Ketteler-Cardijn-Werks für Langzeitarbeitslose genutzt. 1991 kam dann das endgültige Aus – dem Abriss widmen die Autorinnen ein eigenes Kapitel. 

Infos zum Buch

  • „Ein Jahrhundert Nächstenliebe – Das St. Marien-Krankenhaus in Welschen Ennest“ (ISBN 978-3-00-060766-0), 
  • Auflage: 300 Exemplare, 
  • Kosten: 15 Euro.
  • Verkauf im Hotel Höfer, Frankfurter Straße 1, ☎ 02764/275, und bei Annette Limper-Tenhaef, Frankfurter Straße 21, ☎ 02764/7846, beide Welschen Ennest. 
  • Bestellungen auch bei den  Autorinnen Mechtild Velber, mechtildvelber@gmail.com, und Angela Rodriguez, arcsiegen@gmail.com.

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