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250-Kilo-Bombe in Recycling-Anlage entdeckt: „Hätte jederzeit explodieren können“

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Von: Inge Schleining

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Bombenfund im Recyclinghof Würdinghausen
Die Straße von Würdinghausen nach Böhminghausen musste am Freitagvormittag wegen des Bombenfunds gesperrt werden. © Hartmut Poggel

Eine 250-Kilogramm-Bombe in der Baggerschaufel - diesen Fund machten Mitarbeiter in der Recyclinganlage in Kirchhundem. Die Fliegerbombe wurde kontrolliert gesprengt.

Kirchhundem/NRW - Mitarbeiter der Recyclinganlage in Kirchhundem fanden am Donnerstag (11. August) eine 250-Kilogramm-Bombe in der Baggerschaufel. Doch wie kam die Bombe in die Baggerschaufel? Normalerweise werden solche Bomben bei Bauarbeiten oder Ausschachtungen entdeckt, diese jedoch lag zusammen mit anderem Bauschutt bereits im Recyclinghof - auf dem Weg zur Zerkleinerung im Steinbrecher.

GemeindeKirchhundem
KreisOlpe
Fläche147,9 km²

„Ausgeladen, abgekippt und mehrfach transportiert“, so beschreibt Rüdiger Henrichs, Leiter des Ordnungsamtes Kirchhundem, die Odyssee der Fliegerbombe. Woher sie genau kommt, kann niemand mehr nachvollziehen. Wahrscheinlich wurde sie zusammen mit anderem Bauschutt und Aushub von Abrissarbeiten im Siegener Raum nach Würdinghausen transportiert.

Kirchhundem: Fliegerbombe kontrolliert gesprengt

Dort im Recyclinghof wird aus solchem Bauschutt Material für den Straßenbau gewonnen. Der Schutt wird gesammelt und nach und nach im großen Steinbrecher zerkleinert und gemahlen. Das wäre um ein Haar auch mit der Fliegerbombe geschehen. Doch die Mitarbeiter konnten Schlimmeres verhindern und das Ordnungsamt informierte den Kampfmittelräumdienst.

„Die Bombe war noch scharf, sie hätte jederzeit explodieren können“, so Rüdiger Henrichs. Dass sie nicht explodiert ist, ist ein großes Glück. Bei der 250-Kilo-Bombe handelt es sich um eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, sie hat zwei Zünder, einen vorne und einen hinten.

Der Kampfmittelräumdienst konnte den hinteren Zünder entschärfen, den vorderen jedoch nicht. Deshalb wurde die Bombe am Freitagvormittag kontrolliert gesprengt.

Anders als beim Bombenfund in Langenei musste dieses Mal nicht evakuiert werden. Der Recyclinghof Würdinghausen liegt an der Straße von Würdinghausen nach Böhminghausen, in einem Waldstück gegenüber des Steinbruchs. „Evakuiert werden muss in einem Radius von 250 Metern, das nächste Wohnhaus liegt hier allerdings in 400 Metern Entfernung“, so Rüdiger Henrichs.

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