Nur fünf Fahrer - „von Politik verlassen“

BürgerBusVerein Kirchhundem steht im Regen

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Zusammenkunft im Hotel Kinner bei alkoholfreiem Bier und Apfelschorle: Margret Hennecke (2.v.l.), ihr Stellvertreter Manfred Klein (vorn/auch Fahrer), Kassiererin Michaela Klein und Fahrer Klaus Bleul besprechen den Fahrplan für April.

Kirchhundem/Würdinghausen. Seit 2009 gibt es in der Gemeinde Kirchhundem den Verein BürgerBus Kirchhundem. Und kaum jemanden scheint das zu interessieren.

„Wir fühlen uns von Politik und Verwaltung der Gemeinde im Stich gelassen“, macht die Vorsitzende Margret Hennecke aus ihrem Herzen keine Mördergrube. 

Seit 2012 bedient der Verein mit zunächst sechs, heute fünf ehrenamtlichen Fahrern Orte in der Gemeinde, „um für Mobilität in nachfrageschwachen Regionen zu sorgen“.

Zurzeit werden drei Touren an drei Tagen – vormittags – bedient. „Mehr geht nicht“, sagt Manfred Klein, stellvertretender Vorsitzender. „Wir würden unsere Angebote gern ausbauen, so ist eine Kooperation mit Lennestadt, um Altenhundem anzubinden, schon in trockenen Tüchern. Aber es fehlen uns Fahrer“, ärgert sich Klaus Bleul über das mangelnde Interesse in der Gemeinde. „Je mehr Fahrer, desto weniger muss jeder Einzelne im Monat ran.“

Margret Hennecke: „Es ist uns klar, dass weder Rat noch Verwaltung Fahrer aus dem Hut zaubern können. Aber in all den Jahren ist noch niemand aus der Spitze der Gemeinde zu uns gekommen und hat gefragt, ob wir vielleicht Hilfe benötigen. Das ist sehr sehr enttäuschend. Wir erfüllen eine soziale Aufgabe – und niemanden juckt das.“ 

„Machen aber unbeirrt weiter“

2009 war es Rolf Amzehnhoff, auf dessen Betreiben auch die Gemeinde Kirchhundem „ihren“ Bürgerbusverein erhielt. Rat und Verwaltung nickten die Gründung gern ab, die ehrenamtliche Arbeit bedeutete Bürgernähe, Mitwirkung, bürgerschaftliches Engagement. Die Vereinsvertreter mutmaßen, dass die Gemeinde da nicht außen vor bleiben wollte...

„Wir machen aber unbeirrt weiter, denn es gibt immer mehr Ältere in der Gemeinde, und der ÖPNV wird eher weniger“, sagt der Vorstand.

Wer Interesse am Fahren hat: Alle notwendigen Ausbildungs- und sonstigen Kosten übernimmt der Verein. „Wir erhalten von der Bezirksregierung eine Organisationspauschale“, erläutert Kassierin Michaela Klein. 

Wie sie es gewohnt sind, helfen sich die BürgerBus-Aktiven auch bei der Fahrerrekrutierung selbst: Geplant sind Infostände und Flyer.

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