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Viele Aktionen im Jahresverlauf im Silberger Schrabben Hof

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Von: Stefanie König

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Nach der Sammelaktion im Dorf helfen die Trödelkids im Café.
Nach der Sammelaktion im Dorf helfen die Trödelkids im Café.

Silberg. Eine große Herzlichkeit empfängt alle, die dem Schrabben Hof in Silberg einen Besuch abstatten. Neben Kaffee und Kuchen besteht die Möglichkeit, sich auf die Suche nach dem ein oder anderen Schatz im Trödel zu begeben, oder bei einem Rundgang durch das Haus die Geschichte des Dorfes nachzuerleben.

Vor ein paar Jahren sah es auf dem Schrabben Hof noch ganz anders aus: Ein verfallenes Haupthaus mit baufälliger Scheune in der Mitte des Dorfes. Vom Heimatverein aufgekauft, erweckte der MiniCartClub Deutschland das Haus 2003 wieder zum Leben.

2008 wurde unabhängig davon der Verein MuT-Sauerland gegründet. „MuT“, das heißt Musik und Theater. Ulrike Wesely, selbst als Künstlerin tätig, wollte für Künstler der Region eine Bühne bauen, auf der sie ihre Kunst präsentieren können. Sie und ihre Freunde waren der Meinung, dass in der Region zu wenig in diesem Bereich vorhanden war. Durch den Verein MuT-Sauerland ermöglicht sie es, regionalen und überregionalen Künstlern ihre Kunst zu zeigen und sich im Austausch mit anderen Künstlern zu entwickeln.

Als künstlerische Leiterin ist Ulrike Wesely immer weiter auf der Suche nach neuen Bühnen. Der MiniCartClub bewirtschaftete den Schrabben Hof, ein Raum war allerdings noch unbenutzt: die alte Fruchtscheune. Im Herbst 2012 kam das Angebot auf, die Scheune für MuT zu nutzen, mit dem Wunsch das Museum mit zu betreiben. So übernahm MuT die Leitung des Heimatmuseums im November 2013. In der Planung kamen dann die Ideen auf, die den Schrabben Hof zu dem machen, was er heute ist. Ein Museum braucht ein Café, das stand fest, aber da kein Eintritt für das Museum verlangt wird, musste eine Geldquelle her; so entstand der Trödelmarkt.

Verdreckt und zugemüllt: Der Kuhstall 2001.
Verdreckt und zugemüllt: Der Kuhstall 2001.
Heute ist der Stall einer der Ausstellungsräume im Museum.
Heute ist der Stall einer der Ausstellungsräume im Museum.

Durch den MiniCartClub ist der Hof restauriert worden, mit viel Unterstützung aus dem Dorf. „Dann sieht man auch die Unterschiede zwischen Alt und Neu, welcher Aufwand hier gehegt wurde und wie liebevoll und leidenschaftlich hier ehrenamtliche Leistungen das Haus und den kompletten Hof zu restaurieren erbracht wurden,“ sagt Ulrike Wesely. Um die Bühne zu schaffen, gestaltete sie mit viel Hilfe den ehemaligen Fruchtboden zu einer improvisierten Kleinkunstbühne um, auf der regelmäßig Veranstaltungen stattfinden.

Um die Kulturarbeit bereits in jungen Jahren zu fördern, rief MuT-Sauerland die MuT-Probe ins Leben. Die Idee dahinter ist, dass Kinder und Jugendliche ihr eigenes Kulturprogramm moderieren und somit eine Bühne für die geschaffen wird, die sich ausprobieren wollen.

MuT-Probe für die Jugend

Wer sich nicht unbedingt ausprobieren will, sondern in die Kultur generell reinschnuppern möchte, kann sich den Trödelkids anschließen. Unter dem Motto „Was ihr nicht braucht kommt gut bei uns an!“ sammeln die Trödelkids von MuT-Junior für das Kulturprogramm Trödel und Antiquitäten. Im Anschluss an eine solche Sammelaktion besteht für die Trödelkids die Möglichkeit, ihr Können im Verhandeln und Feilschen zu trainieren.

Damit die Jugendarbeit weiterhin bestehen bleibt, ist Nachwuchs gesucht. Ungefähr 10 bis 14 Jahre alt sollten die Trödelkids sein, wenn sie durch die Straße ziehen. Um mehr Kinder und Jugendliche für das Projekt zu begeistern, wird derzeit an einem neuen Konzept gearbeitet.

Nicht nur mit der Jugendarbeit, auch mit der Flüchtlingshilfe hat sich das Team beschäftigt. Viele Flüchtlinge, vor allem aus Brachthausen, haben beim Umbau der Fruchtscheune zur Bühne und der Einrichtung des Biergartens geholfen. „Das sind junge Männer, die aus Syrien stammen, hauptsächlich, die dann echt wirklich und stundenlang geschuftet haben, die haben die ganzen Möbel abgezogen, das war richtig viel Arbeit“, so Ulrike Wesely. Der Schrabben Hof möchte sich nicht nur als rein sauerländisches Kulturgut sehen, sondern sich multikulturell aufstellen. Durch die Kulturen, die die Flüchtlinge mitbringen, ergibt sich eine lebendige Kulturszene, die gerade in dem Kulturgut wichtig ist. Unter anderem aufgrund dieses Engagements wird der Schrabben Hof mittlerweile durch Landesmittel unterstützt, für den Umbau der Kulturbühne.

Neben den Landesmitteln wird dem Projekt von Ulrike Wesely auch im Dorf viel Engagement entgegengebracht. Nichtsdestotrotz braucht das Projekt noch mehr Unterstützung. Durch viele kleine Spenden kann ein so großes Projekt, wie der Schrabben Hof, wirklich umgesetzt werden. Generell ehrenamtliche Hilfe bei der Umsetzung von Events und im normalen Betrieb wird benötigt. Zurzeit wird die Hilfe bei Events vor allem von örtlichen Vereinen geleistet, aber um die Möglichkeit zu schaffen den Schrabben Hof mit mehr Leben zu füllen, wird mehr Hilfe gebraucht. Ulrike Wesely sagt: „Wir suchen dringend Leute die sich damit identifizieren möchten und sagen hey, ich unterstütze euch!“

Um die Möglichkeit zur Spende zu erleichtern, existiert im Kulturgut Schrabben Hof die Währung „Trödo“. Zehn Trödo kosten 10 Euro, mit denen man auf dem Trödelmarkt die Gelegenheit hat, für den Wert von 5 Euro einzukaufen. Die anderen 5 Euro gelten als Spende.

Der Schrabben Hof soll für alle, die interessiert sind an Trödel oder Kunst, zu einem Treffpunkt für Gleichgesinnte werden. Die Vision ist, eines Tages ein festes Theaterensemble auf einer eigenen kleinen Volksbühne zu präsentieren.

Info: www.kulturgut-schrabbenhof.de www.mut-sauerland.de

Geplante Veranstaltungen:

Sonntag, 21. August, Oldtimer Treff MCC

Samstag, 10., ab 17 und Sonntag, 11. September, ab 11 Uhr, Weinfest der Feuerwehr

Sonntag, 11. September, 17 Uhr, Baustellenkonzert mit „Volles Brett“, Deutscher Rock

Samstag, 8. Oktober, ab 20 Uhr, Ladys Night, Motto: „Selbst ist die Frau“

Samstag, 19., und Sonntag, 20. November, ab jeweils 13 Uhr Adventströdelmarkt

Samstag, 19. November, 17 Uhr, MuT-Probe, Motto: „Movie-MuT“

Samstag, 26. November, 20 Uhr, Musik-Kabarett „Musik liegt in der Gruft“

Samstag, 10., 19.30 Uhr und Sonntag, 11. Dezember, 17 Uhr „Hochzeit auf Erden“, integratives Theater KiT Lüdenscheid

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