Ende nach über 140 Jahren

Ein Foto, das bald der Geschichte angehört: Der Vorstand des sich auflösenden MGV 1871 Oberhundem nach der letzten Jahreshauptversammlung am Freitagabend.

Nun hat es auch den zweitältesten Verein im Kirchspiel Oberhundem erwischt. Im Oktober des vergangenen Jahres hatte der MGV Oberhundem noch mit zehn befreundeten Nachbarvereinen im Rahmen eines Freundschaftssingens den 140-jährigen Geburtstag gefeiert, am Freitagabend ereilte den Traditionsverein das Aus.

Auf der Jahreshauptversammlung im Gasthof Kaiser in Rinsecke trat das ein, was viele vorher schon vermutet hatten, nämlich die Beschlussfassung über die Auflösung des Vereins, die mit 21 Ja-Stimmen und lediglich zwei Enthaltungen recht deutlich ausfiel.

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung, die voraussichtlich am Freitag, 27. Januar um 19 Uhr im Haus des Gastes stattfinden wird, muss satzungsgemäß diesen Beschluss noch absegnen. Zu dieser Versammlung müssen 75 Prozent aller aktiven Sänger erscheinen, von diesen müssen wiederum 75 Prozent für die Auflösung stimmen. Aber das ist nur noch eine formelle Sache.

Am Dienstag letzte Probe

Am kommenden Dienstag findet die letzte Probe statt. Gleich mehrere Gründe führten zu dem schweren Schritt.

Bei den Wahlen kam das Aus.

Weder für den ausscheidenden zweiten Vorsitzenden Georg Sasse noch für Kassierer Heinz Hochstein, der sich nach 34-jähriger Tätigkeit im geschäftsführenden Vorstand nicht mehr zur Wahl stellte, noch für den ersten Vorsitzenden Karl-Josef Pütz, nach 25 Jahren Vorstandsarbeit, fanden sich Nachfolger.

Auch das hohe durchschnittliche Alter der Sänger mit fast 70 Jahren, die Abmeldung von einigen Sangesbrüdern, sowie eine fast leere Kasse waren weitere Gründe, die ein Weiterleben des Vereins unmöglich machen. Der langjährige Chorleiter Wolfgang Steinmetz sprach dann auch klare Worte. "Es war eine schöne Zeit. Doch die Qualität der vergangenen Jahre ist nicht mehr vorhanden und es zeichnen sich keine Lichtblicke mehr ab." Auch MGV-Chef Karl-Josef Pütz, der für seine 25-jährige Vorstandstätigkeit am Freitag noch geehrt wurde, tat dieser Schritt weh. "Ich hatte mir immer gewünscht, dass die Auflösung nicht unter meiner Vereinsleitung vorgenommen wird. Doch wir sind leider nicht mehr existenzfähig."

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