Zweistündiger Austausch

Erste Video-Konferenz zwischen den Partnerstädten Houplines und Kirchhundem

Videokonferenz Kirchhundem Houplines
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Jean-Michel Catoire, Manfred Jung, Nils Herrmann, Björn Jarosz, Christian Cordonnier, Serge Vanone, Kerstin Stahl, Marie-Cécile Jacquard, Tatjana Vente, Bénédicte Jouhet, Jean-François Legrand, Françoise und Jorge Abadia, Yves und Françoise Libert, Elmar Greiten, Max Frisch und Christoph Troester beim digitalen Austausch.

Gegenseitige Besuche, Austausche zwischen Gruppen, Vereinen und Familien bestimmten seit der Begründung der Partnerschaft zwischen der französischen Kleinstadt Houplines und Kirchhundem im Jahre 1989 den partnerschaftlichen Jahresablauf beider Kommunen. Seit über einem Jahr hat die Pandemie die Begegnungen jedoch auf eine virtuelle Ebene reduziert und so lud der Vorsitzende des Kirchhundemer Vereins „Freunde von Houplines“ erstmals zu einer gemeinsamen Videokonferenz ein.

Kirchhundem - Björn Jarosz und sein Houpliner Amtskollege Jean-François Legrand tauschten sich zunächst über die aktuelle Corona-Lage in ihren Gemeinden aus. Houplines ist dabei durch die Frankreich-weit verfügten Beschränkungen weit härter getroffen als Kirchhundem. So gilt von 19 bis 6 eine nächtliche Ausgangssperre und auch tagsüber kann man sich nur in einem Umkreis von maximal 10 Kilometer von seinem Wohnort bewegen, ansonsten ist ein selbst auszufüllendes Attest mitzuführen, in dem Gründe für einen weiteren Weg wie z.B. zur Arbeitsstelle, Arztbesuch, usw. angegeben werden müssen. In vielen Bereichen ist - wenn eben machbar - Homeoffice angesagt und auch im Houpliner Rathaus sind die Mitarbeiter nur noch zur Hälfte vor Ort anzutreffen.

Auch Björn Jarosz berichtete unter anderem von den Beschwernissen für die hiesigen Vereine, deren normale Aktivitäten ruhen müssen und auch für die Freiwilligen Feuerwehren, die ihre Übungen zurzeit nicht abhalten können. Langfristig stellt sich sogar das Problem, ob Vereine auch nach Ende der Pandemie noch weiter existieren werden. Im Schulbereich sind beide Gemeinden mit ganz ähnlichen Herausforderungen konfrontiert. So müssen nach behördlichen Vorgaben kurzfristig Maßnahmen zwischen Distanz- und Präsenzunterricht umgesetzt werden. In beiden Ländern stehe zwar noch immer noch eine Mehrheit der Bevölkerung hinter den Maßnahmen, trotzdem macht sich mit Dauer der Pandemie eine gewisse Erschöpfung breit.

Gegenseitige Begegnungen geplant

Die Zoom-Videokonferenz wurde von beiden Seiten begrüßt, da sich so die Vertreter beider Partnerschaftsvereine nach langer Zeit in größerer Runde einmal sprechen und auch sehen konnten. Sie soll auch zur Vorbereitung realer Begegnungen in der zweiten Jahreshälfte 2021 weiter genutzt werden.

Bürgermeister Jarosz regte an, die Homepages beider Kommunen auch zweisprachig zu gestalten, um so Interesse am Kennenlernen der jeweils anderen Gemeinde zu wecken und damit den touristischen Austausch zu fördern. Auch sollten Formate, die in der Vergangenheit gut zu gegenseitigen Begegnungen beigetragen haben, weiter entwickelt oder auch neu angestoßen werden Erwähnt wurden dabei die bereits seit den neunziger Jahren mehrfach veranstalteten „Spiele ohne Grenzen“ und auch Begegnungen zwischen Sportvereinen, Musik- und Gesangvereinen (wie bei Gemeindechorfesten oder dem 5er Treffen der Musikvereine) und die über mehrere Jahre durchgeführte Campingwoche in Houplines. Bei allem sei vorrangig die jüngere Generation ins Auge zu fassen, „um die Partnerschaft zwischen den Kommunen zukunftssicher zu machen und das Interesse für das jeweils andere Land, seine Kultur und Sprache zu wecken“.

Parterschaftsschilder sollen neu gestaltet werden

Sowohl in Houplines als auch in Kirchhundem werden Flächen für neue Wohnsiedlungen, Industriegebiete entwickelt und auch Wohnbereiche neugestaltet, um sie attraktiver zu machen. Das brachte die Idee auf, auch den kommunalen Verwaltungen in Zukunft Einblicke in solche Maßnahmen auf der jeweils anderen Seite zu geben, um gegenseitig voneinander zu lernen. Hinzu kämen dann auch gegenseitige Besuche örtlicher Industriebetriebe, die oft sogar auf internationaler Ebene eine große Rolle spielen.

Die schon in die Jahre gekommenen Partnerschaftsschilder an den Zufahrtsstraßen in die Gemeinde Kirchhundem sollen neu gestaltet werden. Vorschläge dazu wurden auf der Videokonferenz ebenfalls gezeigt und diskutiert.

Kirchhundems Ortsvorsteherin Tatjana Vente stellte die Idee vor, auch Grundschulen und Kindergärten in Aktionen mit einzubeziehen, zum Beispiel in Form von Malwettbewerben, um positive, mutmachende Werke in dieser Pandemie-Zeit in der Partnergemeinde zu zeigen. Zusätzlich ist in Kirchhundem die Schaffung eines Weges mit Infostationen geplant, der nach Houplines benannt ist - gibt es doch nun schon seit fast 15 Jahren ein nach Kirchhundem benanntes ganzes Wohngebiet in Houplines, die „Résidence Kirchhundem“.

Zum Schluss der gut zweistündigen Videokonferenz unterstrich Kirchhundem Bürgermeister, wie gut ihm dieser erste Einblick in die nun schon seit über 30 Jahren bestehende Städtepartnerschaft gefallen hat und dass er sich jetzt schon sehr auf ein persönliches Treffen in Houplines freue. Selbst per Videokonferenz sei schon zu erkennen, wie viel Potenzial in dieser Zusammenarbeit stecke, das in Zukunft noch mehr aktiviert werden müsse.

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