„Ort des Glaubens und der Begegnung“

Pallottiner wirken weiter im Kreis: Geistliches Zentrum auf dem Kohlhagen eingeweiht

Einweihung Geistliches Zentrum Kohlhagen
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Erzbischof Hans-Josef Becker segnete die neuen Räume unterhalb des Küsterhauses.

Erzbischof Hans-Josef Becker hat am Sonntag das neue Geistliche Zentrum auf dem Kohlhagen eingeweiht und gesegnet. Damit geht mehr als drei Jahre nach dem Weggang der Pallottiner aus Olpe das pallottinische Wirken im Kreis weiter.

Kohlhagen - „Das macht ja Spaß! Ich nehme noch eine.“ Erzbischof Becker hatte sichtlich Freude daran, die Zeitkapsel im Geistlichen Zentrum mit Mörtel im symbolischen Grundstein zu fixieren. Diese symbolische Grundsteinlegung war nur einer der vielen Höhepunkte bei der Einweihung am Sonntag - einem Tag, an dem irgendwie alles zusammenpasste.

Mehrere hundert Menschen waren bei strahlendem Sonnenschein zum Gottesdienst auf dem Pilgerplatz gekommen, erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit durften die Gläubigen - mit Maske - wieder singen. Der Musikzug Brachthausen konnte endlich wieder sein Können unter Beweis stellen. Und viele Besucher blieben auch nach dem offiziellen Teil am Marien-Wallfahrtsort, um coronakonform die neuen Räume unterhalb des ehemaligen Küsterhauses zu besichtigen, oder um bei Gegrilltem und Getränken noch ein wenig gemeinsam zu verweilen. Ein „Ort der Begegnung“ soll das neue Geistliche Zentrum sein. So zitierte Becker in seiner Predigt den jüdischen Philosophen Martin Buber: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ Gerade in der Corona-Zeit sehnten sich heute viele nach wirklicher und tiefer Begegnung. „Und das ist die Verheißung dieses Ortes auf dem Kohlhagen.“

 Nach der sehr arbeitsreichen Zeit folgt jetzt die Zeit ,innerer Arbeit‘.

Wolfgang Exner, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands

Wolfgang Exner, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands der Gemeinde St. Mariä Heimsuchung Kohlhagen, sagte in seiner kurzen Ansprache: „Nach der sehr arbeitsreichen Zeit folgt jetzt die Zeit ,innerer Arbeit‘. Der Kohlhagen war und ist immer ein Ort des Glaubens und der Begegnung.“ Für Monsignore Dr. Michael Bredeck, Leiter des Bereichs Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat, war die Einweihung „ein Hoffnungszeichen für uns, die wir durch Corona gebeutelt sind.“ Mit dem Geistlichen Zentrum habe man „der Tatsache Rechnung getragen, dass immer mehr Menschen besondere Orte suchen, um im Glauben Kraft und Zuversicht zu finden.“

Der Vizeprovinzial der Pallottiner in Deutschland, Michael Pfenning, wollte den Gästen „seine Rede schenken“: „Es ist ja schon alles gesagt.“ Aber er dankte allen Verantwortlichen dafür, dass „der Faden pallottinischer Präsenz in der Region nicht verloren geht.“ Pfarrer Heinrich Schmidt war sich sicher, dass es „ein gutes Miteinander zwischen Geistlichem Zentrum und Pastoralem Raum gibt“. Bürgermeister Björn Jarosz erklärte, er würde sich „freuen, wenn auf dem Kohlhagen möglichst viele Begegnungen stattfinden.“

Geistliches Zentrum auf dem Kohlhagen eingeweiht - Pallottiner wirken weiter

Einweihung Geistliches Zentrum Kohlhagen
Einweihung Geistliches Zentrum Kohlhagen
Einweihung Geistliches Zentrum Kohlhagen
Einweihung Geistliches Zentrum Kohlhagen
Geistliches Zentrum auf dem Kohlhagen eingeweiht - Pallottiner wirken weiter

Natürlich gab es auch ein paar Präsente für die Leiter des Geistlichen Zentrums, die Pallottiner-Patres Siegfried Modenbach und Jürgen Heite. So schenkten Hendrik Nettels und Jan Böhm, ausführende Architekten von MDK Münster, den beiden Geistlichen einen symbolischen Schlüssel - als Backwerk. Von den örtlichen Vereinen gab es eine pflegeleichte Pflanze, vom Schützenverein Kohlhagen zudem für jeden eine Schützenkappe. Siegfried Modenbach freute sich darüber, dass so viele Menschen zum Neubau des Geistlichen Zentrums beigetragen haben: „Das ist ja auch im Sinne von Vinzenz Pallotti, der die Mitverantwortung aller immer herausgestellt hat.“ Jürgen Heite dankte insbesondere den Dernbacher Schwestern, die bis 2018 21 Jahre lang auf dem Kohlhagen gewirkt hatten. Er erinnerte aber auch daran, dass das Geistliche Zentrum nicht durch zwei Patres mit Leben gefüllt werde, „sondern mit vielen Menschen, die das Zentrum besuchen.“

Nach Einsegnung und Einweihung blieb noch viel Zeit zur Begegnung. Und auch das passt zum Kohlhagen. Schließlich hat „Mariä Heimsuchung“, die am 2. Juli gefeiert wird, nichts mit Dämonen zu tun. Die „Heimsuchung“ ist der Besuch der schwangeren Maria bei ihrer Schwester Elisabeth im Lukasevangelium, wo sie mit den Worten „Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes“ begrüßt wird.

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