Startschuss für außergewöhnliches Kooperationsprojekt gefallen

„Masterplan Ortskernentwicklung“ für Welschen Ennest

Bei der Ortsbegehung: Prof. Dr.-Ing. Thorsten Erl (Mitte) im Gespräch mit zwei Studentinnen, Reinhard Hesse (Dorf-AG Welschen Ennest, r.) und Susanne Kues-Gertz von der Gemeinde Kirchhundem.
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Bei der Ortsbegehung: Prof. Dr.-Ing. Thorsten Erl (Mitte) im Gespräch mit zwei Studentinnen, Reinhard Hesse (Dorf-AG Welschen Ennest, r.) und Susanne Kues-Gertz von der Gemeinde Kirchhundem.

Der Startschuss für ein außergewöhnliches Projekt ist gefallen: Gemeinsam mit der Uni Siegen wollen die Gemeinde Kirchhundem und die Dorf-AG Welschen Ennest einen „Masterplan für die Ortskernentwicklung Welschen Ennest“ auf die Beine stellen.

Welschen Ennest - Die Ausganglage: In Welschen Ennest lässt sich in den letzten Jahren eine durchaus dynamische Entwicklung ablesen, aus der sich verschiedene Handlungsbedarfe für die Zukunft ergeben. So zeichne sich zum Beispiel der Ortskern durch eine verhältnismäßig hohe Dichte an sozialen Infrastruktureinrichtungen auf einer relativ kleinen Fläche aus, die spezielle Anforderungen an den Frei- und auch Verkehrsraum haben. Es ist absehbar, dass sich die Nutzungsdichte in Zukunft verstärken wird und spezielle Anforderungen und Nutzungsansprüche an den öffentlichen Raum ansteigen werden.

Zukunftsfähige Ortskernentwicklung ist das Ziel

Auf Grund dieser Einschätzung und der daraus resultierenden komplexen Fragestellungen entstand in der Gemeindeverwaltung im Frühjahr 2020 die Idee, in einer Zusammenarbeit mit der Universität Siegen (Lehrgebiet Städtebau) Planungsszenarien für eine zukunftsfähige, bedarfsgerechte Ortskernentwicklung erarbeiten zu lassen. Eine entsprechende Anfrage im Lehrgebiet Städtebau der Uni Siegen stieß auf ein großes Interesse, so dass Prof. Dr.- Ing. Thorsten Erl (Leiter des Lehrgebiets) das Projekt „Masterplan für die Entwicklung des Ortskerns Welschen Ennest“ als Ideen-Wettbewerb in das Lehrangebot des Masterstudiengangs für das Wintersemester 20/21 aufgenommen hat.

„Das Studienprojekt überzeugt uns insbesondere durch die Implementierung im Masterstudiengang, den Wettbewerbscharakter und die Integration einer umfassenden Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit“, so Bürgermeister Björn Jarosz und fügt mit Dank an die engagierten Welschen Ennester hinzu: „Ohne die Unterstützung und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Dorf-AG Welschen Ennest wäre die Umsetzung des Kooperationsprojekts mit der Uni nicht denkbar“.

20 Studenten mach sich ans Werk

Rund 20 Studierende konnten für den Ideenwettbewerb begeistert werden und gingen kürzlich auf Erkundungstour durch Welschen Ennest. Während ihrer Ortsbegehung konnten sich die Studierenden direkt an engagierte Bürger der Dorf-AG und Bürgermeister Björn Jarosz sowie einige seiner Mitarbeiter aus dem Rathaus wenden, die als kompetente Ansprechpartner unter Beachtung der Corona-Hygieneregeln, viele Fragen beantworten und nützliche Information geben konnten.

Verkehrsberuhigung und Treffpunkte erwünscht

An die Ortserkundung folgte direkt am nächsten Tag ein dreistündiger online-Workshop, bei dem die Studierenden mit den Bürgern zu verschiedenen Themenfeldern diskutierten und wichtige Erkenntnisse für ihre Projektideen sammelten. So wurde unter anderem deutlich, dass im Ortskern eine Verkehrsberuhigung unter Berücksichtigung der verschiedenen Nutzungsansprüche (Fußgänger, mobilitätseingeschränkte Menschen, ruhender Verkehr etc.) wünschenswert ist, es witterungsunabhängige öffent-liche Begegnungsstätten und Treffpunkte auch für jüngere Dorfbewohner geben sollte und weiterer Wohnraum geschaffen werden müsste.

Der Workshop galt gleichermaßen für beide Akteursgruppen als Startpunkt des Projekts. Die Studierenden werden im Laufe ihrer Semesterarbeit in Zweier-Teams eine zukunfts-fähige Planungsstrategie für die Entwicklung des Ortskerns Welschen Ennest entwerfen und detailliert gestalten. „Dabei“, so Prof. Dr.-Ing. Thorsten Erl, „gilt eine besondere Betrachtung dem Entwurf einer neuen, räumlichen, funktionalen und atmosphärisch qualifizierten, zukunftsfähigen Ortsmitte, die in einen nachhaltigen Rahmenplan integriert ist“.

Stellvertretend für die Dorf-AG Welschen Ennest sind Reinhard Hesse und Stephan Baumhoff nach dem Auftakt-Workshop von der Kooperation mit der Uni Siegen überzeugt und hoffnungsvoll. „Die Planentwürfe der Studierenden werden unserer Einschätzung nach“, so die Vertreter der Dorf-AG, „ die Zielvorstellungen für die notwendige zukünftige Entwicklung, die den unterschiedlichen Bedarfen im Ortskern Welschen Ennest gerecht werden soll, konkretisiert und eine gute Basis für die zukünftigen planerischen Entscheidungen und Umsetzungsschritte bilden“.

So geht es weiter

Die Studierenden werden in wenigen Wochen erneut in einer online-Konferenz ihre ersten Planungsideen vorstellen, an denen sie dann weiter bis zum Frühjahr feilen können. Das Kooperationsprojekt endet mit der Preisverleihung an die besten Arbeiten und einer Abschlussdiskussion der studentischen Ergebnisse voraussichtlich im April 2021.

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