50 Jahre „Vielfalt in Einheit“

Gemeinde Kirchhundem feiert Jubiläum mit zwei Festtagen

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Kirchhundem. 50 Jahre Gemeinde Kirchhundem, ein halbes Jahrhundert „Vielfalt in Einheit“, wie das Jubiläumsjahr überschrieben ist. Der SauerlandKurier veröffentlicht bis zum Mai in monatlicher Folge Artikel über dieses Jubiläum.

Zwei Feiern soll es geben in der Gemeinde „mitten am Rothaarsteig“. Mit einem Festakt am Freitag, 5. Juli, wird der Gründung am 1. Juli 1969 gedacht, am Sonntag, 22. September, wird eine Skulptur geweiht und der Gemeinde gewidmet – ein Geschenk der Sparkassenstiftung. Schirmherr des Jubiläums ist Paul Josef Kardinal Cordes, gebürtig aus Kirchhundem. Die Skulptur entsteht direkt vor Ort. Bildhauer „Gautam“ beginnt mit seiner Arbeit vor dem Rathaus, sobald es die Witterungsverhältnisse zulassen. Wer will, kann dem Künstler über die Schulter blicken und sich regelmäßig über den Fortgang seiner Arbeit auf dem Laufenden halten.

Eigentlich gilt es in diesem Jahr sogar zwei Jubiläen zu feiern: Vor 175 Jahren entstand das „Amt Kirchhundem“, dessen Bildung im Jahr 1844 erfolgte.

Gemeindearchivar Martin Vormberg schreibt dazu in dem von ihm und dem damaligen Kreisheimatpfleger Günther Becker zum 25-jährigen Gemeindejubiläum publizierten Buch „Die Geschichte des Amtes und der Gemeinde Kirchhundem“ (Seite 127) unter anderem: „...Das neue Amt Kirchhundem umfasste die Gemeinden Kirchhundem, Saalhausen, Lenne, Oberhundem, Heinsberg und Kohlhagen … Das Kirchspiel Rahrbach kam als eigenständige politische Gemeinde und das Dorf Benolpe als Teil der politischen Gemeinde Kirchveischede zum neu gebildeten Amt Bilstein. Am 16. April 1844 war im gesamten Kreis Olpe die Neuordnung der Verwaltung vollzogen … Die Protokolle der Gemeindeverordnetenversammlung setzen erst im Herbst 1844 ein. Die früheste dokumentierte Sitzung aus dem Bereich des Amtes Kirchhundem fand am 11. September 1844 in Lenne statt...“.

Gemeindegrenzen mussten neu gezogen werden

Diese Gliederung hatte bis zum Jahr 1969 Bestand. In der Nachbarschaft entstand im Zuge der kommunalen Neugliederung die „künstliche“ Stadt Lennestadt. Dies hatte zur Folge, dass die Kirchhundemer Gemeindegrenzen neu gezogen werden mussten. Altenhundem, Saalhausen, Langenei und Kickenbach wurden Lennestadt zugeschlagen. Die Gemeinde Lenne bildete bis zum 31. Dezember 1974 noch eine Verwaltungsgemeinschaft mit der neuen Gemeinde Kirchhundem und wurde dann zwischen den Städten Lennestadt (Milchenbach) und Schmallenberg (Lenne und Hundesossen) aufgeteilt. Auf der anderen Seite wurden Benolpe und das Kirchspiel Rahrbach – mit Ausnahme von Fahlenscheid, das zur Stadt Olpe kam – in die neue Gemeinde Kirchhundem eingegliedert.

Rund 12.000 Einwohner zählte die junge Gemeinde. Als Hauptort und Verwaltungssitz wurde Kirchhundem festgelegt. Erster (ehrenamtlicher) Bürgermeister wurde nach der ersten Kommunalwahl Karl-Josef Luster-Haggeney (CDU, Schwartmecke), Gemeindedirektor (bis Mai 1982) Franz-Josef Hackmann (Kirchhundem).

Gemeindearchivar Martin Vormberg (a.a.O., S 434) erklärt das Wappen der Gemeinde Kirchhundem, das in seiner jetzigen Form 1972 genehmigt wurde: „In Schwarz zwei goldene, fünfendige, unten gekreuzte Geweihstangen, umgeben von neun goldenen Schindeln, zwischen den Stangen aufrecht stehend eine goldene Wolfsangel … Die beiden Hirschstangen sollen auf den Rotwildreichtum im Kirchhundemer Land hinweisen. Die Schindeln sind dem Wappen der im 13. Jahrhundert hier ansässigen Ritter von Hundem entnommen. Die Wolfsangel, die als bäuerliche Hausmarke vorkam, ist ein Symbol für den ländlichen Charakter des Gebietes...“.

Das in diesem Text mehrfach zitierte Buch „Die Geschichte des Amtes und der Gemeinde Kirchhundem“ von Günther Becker und Martin Vomberg kann zum Preis von 25,30 Euro bei der Gemeindeverwaltung Kirchhundem, Kirchhundemer Straße 35, ☎ 02723/4090, post@kirchhundem.de, bezogen werden.

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