"Anders als andere" 

Gemeinde Kirchhundem feiert Jubiläumsakt zum 50-Jährigen

+
Aus Partnerschaft wurde Freundschaft: Yves Libert, Marie-Cécile Jarquart (Übersetzerin), Jean François Legrand, Manfred Jung, Elmar Greiten und Andreas Reinéry (v.l.) mit den Gastgeschenken.

Eine große Feierstunde in der Aula der Sekundarschule Hundem-Lenne fand kürzlich aufgrund des 50-jährigen Jubiläums der Gemeinde Kirchhundem statt. Geladene Gäste waren neben Vertretern des Städtepartners Houplines ebenfalls Freunde aus Spanien und Polen sowie Schirmherr Paul Josef Kardinal Cordes, Poetry-Slammerin Chiara Dietz und Landrat Frank Beckehoff. Sie alle unterstrichen, was Kirchhundem für sie bedeutet.

Kirchhundem – „Die Kirche gibt dem Ort Kirchhundem nicht nur seinen Namen, sondern bildet auch das Fundament für seine Gesellschaft“, verband Paul Josef Kardinal Cordes seine Heimat und seine Berufung in seiner Rede zum feierlichen Festakt der Gemeinde. In Kirchhundem aufgewachsen hob der Kardinal hervor, dass „unsere ersten Lebenjahre gleichzeitig die Wichtigsten sind“. „Im Geburtsort wird ein jeder Mensch für sein weiteres Leben gerüstet. Hier lernt er Sprechen, Denken, Sympathie sowie Gemeinschaftssinn.“ Und so sei auch er „an der Hundem kulturell und religiös geprägt“ und für seine späteren Aufgaben, beispielsweise in Afrika, vorbereitet worden. Er erklärte, dass sich unsere Sorgen und Nöte hinsichtlich der Zustände in Afrika – mit Genozid und unwürdigen Gefängniszuständen – erübrigen würden. 

„Die Menschen hier lieben ihre Heimat und halten sie in Ehren.“

Bürgermeister Andreas Reinéry lenkte sein Augenmerk zunächst auf die Geschichte Kirchhundems, ehe er dann auf die enge Verbindung zu Lennestadt einging. Besonders hob er jedoch die Verbundenheit der Kirchhundemer mit ihrer Gemeinde hervor. „Die Menschen hier lieben ihre Heimat und halten sie in Ehren.“ So sei die Gemeinde ein Triple A – sie sei „anders als andere“. Reinéry drückte seinen Stolz darüber aus, „wie man sich hier hilft und gegenseitig unterstützt, wie man hier echte Freunde findet, den Umgang mit Krisen bewältigt, das gegebene Wort einhält, aber auch im Dialog klare Worte findet.“ Auch die „gute Nachbarschaft im Kreis Olpe“ befand er als bemerkenswert. Er versprach der versammelten Zuhörerschaft: „Wir machen ehrlich und frohen Mutes weiter und versuchen, das in uns gesetzte Vertrauen zu erfüllen.“ 

Landrat Beckehoff, als „Vater“ des Kreises Olpe ließ ebenfalls kein böses Wort über seine „Kinder“, die Städte und Gemeinden im Kreis Olpe, kommen. Im Gegenteil – wie sein Vorredner, lobte Beckehoff den Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung im Kreis. Auf Kirchhundem bezogen, stellte er fest, dass sich die Erwartungen und Wünsche, die mit der Neugliederung vor 50 Jahren einhergingen, weitestgehend erfüllt hätten und die Gemeinde „schlagkräftig in die Zukunft“ blicken könne. 

Neben Reden wurden auch zahlreiche Showacts aufgeführt. So begleitete die Jazz-AG der Musikschule Lennestadt-Kirchhundem den feierlichen Festakt und lockerte diesen mit zahlreichen, zum Teil selbst getexteten, Jazz- und Soulsongs auf. 

Paul Josef Kardinal Cordes hob hervor, dass ein jeder Mensch in seinem Geburtsort für das weitere Leben gerüstet wird.

Sehr persönliche Einblicke in ihre Gedanken und Emotionen gab Poetry-Slammerin Chiara Dietz auf der Bühne. Sie verdeutlichte dem Publikum ihr Verständnis von Heimat, erklärte, dass mit jedem Abschied nehmen, die Hoffnung auf ein Wiedersehen einher geht und dass man im „hier und jetzt“ leben solle. Ähnlich wie Kardinal Cordes unterstrich sie in Bezug auf Kirchhundem, „hier ist meine Geschichte geschrieben.“ 

Neben deutschsprachigen Showacts brachten der Chor aus Santa Maria de Castillo in Spanien und der Chor der Kirchengemeinde „Kamienne Gora“ aus Polen internationales Flair in die Sekundarschule. Mit traditionellen Gesängen und Tänzen sowie zum Teil mehrsprachigen Liedern – unter anderem auch auf Deutsch – sorgten sie beim Publikum für kurzweilige Unterhaltung. 

Besonderes Highlight für die Jugendlichen des polnischen Chores war das Aufeinandertreffen mit Kardinal Cordes. Der Chor aus Spanien überreichte Bürgermeister Reinéry als Gastgeschenk eine wertvolle, selbstgestaltete Wanduhr. 

Den internationalen Teil des Programms rundeten die Städtepartner aus den französischen Houplines ab. Nachdem Elmar Greiten, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Kirchhundem, und Manfred Jung, Vorsitzender des Vereins „Freunde von Houplines“, gemeinsam mit Moderator Michael Mennekes, der durch den gesamten Abend führte, über die ersten Annäherungen und Begegnungen mit Houplines sprachen und dafür warben „mal über den Sauerländer Tellerrand zu schauen“ und sich den „Freunden von Houplines anzuschließen, bekam dessen Bürgermeister Jean Francois Legrand Redezeit.

Aus Partnerschaft wächst Freundschaft

Legrand erinnerte an die Wurzeln der Partnerschaft und betrachtete den 30. Geburtstag der Partnerschaft als Symbol dauerhaften Erfolgs. So sei der Austausch, auch nach so langer Zeit, immer noch freundlich und bereichernd. Vor 30 Jahren sei der Wunsch entstanden, aus einer Partnerschaft Freundschaft wachsen zu lassen. Dieser Wunsch sei in Erfüllung gegangen, so Legrand. Er schloss seine Rede euphorisch mit den Worten: „Es lebe Kirchhundem, es lebe Houplines, es lebe die Partnerschaft und es lebe Europa.“ Anschließend übergaben die Bürgermeister der Partnerstädte gegenseitige Geschenke. Houplines erhielt eine Fahne der Gemeinde, während Yves Libert als Präsident des Vereins „Freunde von Kirchhundem“, Elmar Greiten, Manfred Jung und Bürgermeister Reinéry als Ehrenbürger der Stadt Houplines ausgezeichnet wurden. Den krönenden Abschluss bildete der Eintrag der französischen Gäste in das goldene Buch der Gemeinde Kirchhundem, das für alle Kirchhundemer jederzeit bei Bürgermeister Reinéry eingesehen werden kann. 

Für alle Beteiligten überraschend überreichte Siegfried Arens als Vereinsmitglied der „Freunde von Houplines“ weitere Präsente: ein von seiner Frau Elisabeth und Manfred Jung gestaltetes deutsch-französisches Kochbuch sowie zwei Glocken an die Bürgermeister. „Die eine Glocke ist 30 Jahre alt und mit Patina überzogen, während die andere neu ist. Dies soll sowohl Mahnung als auch Erinnerung sein und soll den Anstoß geben, wieder gemeinsam mehr zu unternehmen“, so Arens. 

Der letzte Programmpunkt des Kirchhundemer Festaktes war die Siegerehrung des Fotowettbewerbs „Mein Lieblingsplatz“. Luisa Möser gelang hierbei der beste Schnappschuss und freute sich über einen Gutschein nach Wahl im Wert von 200 Euro. Zweite wurde Barbara Schulte (150 Euro Gutschein), während David Assmann Dritter wurde (100 Euro Gutschein).

Galerie Jubiläumsakt Kirchhundem

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare