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Gemeinde Kirchhundem verlässt nach fünf Jahren die Haushaltssicherung

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Der erweiterte Verwaltungsvorstand: Kämmerer/Beigeordneter Tobias Middelhoff, Bürgermeister Andreas Reinéry, Fachbereichsleiter Schule/Soziales Konrad Schlechtinger mit dem Jahresabschluss 2015.
Der erweiterte Verwaltungsvorstand: Kämmerer/Beigeordneter Tobias Middelhoff, Bürgermeister Andreas Reinéry, Fachbereichsleiter Schule/Soziales Konrad Schlechtinger mit dem Jahresabschluss 2015.

Kirchhundem. Die Gemeinde Kirchhundem hat eine historische Finanzwende geschafft. Bürgermeister Andreas Reinéry und Kämmerer Tobias Middelhoff haben dieses Ergebnis dem Gemeinderat am Mittwoch vorgestellt.

Nach fünf Jahren in der Haushaltssicherung hat die Gemeinde Kirchhundem den Haushaltsausgleich geschafft. Zuvor ist dies keiner Kommune in diesem Zeitraum gelungen. Der Kämmerer präsentierte in einer Ratssondersitzung am 13. April die vorläufigen positiven Zahlen für den Jahresabschluss 2015. Demnach rechnet die Gemeinde mit einem Überschuss von rund 199.000 Euro. Der Ausgleich ist damit erreicht und die Gemeinde aus der Haushaltssicherung „entlassen“ und sie hat somit wieder mehr Selbstbestimmung und Gestaltungspielraum. 

Auf der Ertragsseite hat die Gemeinde im vergangenen Jahr vor allem bei Grund-, Gewerbe- und Einkommenssteuer die Ansätze übertroffen. Zurückzuführen ist das laut Verwaltung unter anderem auf die gute konjunkturelle Gesamtlage sowie die positive Entwicklung der heimischen Wirtschaft. Zudem verzeichnete die Gemeinde beim Holzverkauf einen Mehrertrag. Auch das Aussprechen von Haushaltssperren in Höhe von rund 90.000 Euro tat ihr Übriges. Zusätzlich unterstützten die Unternehmer im Zuge von zweckgebundenen Spenden die Gemeinde, so dass weitere Aufwendungen reduziert werden konnten. 

Demgegenüber standen 2015 wie in vielen anderen Kommunen auch die Mehraufwendungen im Bereich Asyl, die durch Zuweisungen von Land und Bund nicht komplett gedeckt werden konnten. Zudem kam es zu verminderten Erträgen bei den Verwaltungs- und Benutzungsgebühren sowie bei den Stromkonzessionsabgaben. 

Trotzdem konnte die Gemeinde den prognostizierten Jahresüberschuss für das Jahr 2015 um rund 166.000 Euro übertreffen. Ein Teil des Überschusses soll nun in die Sanierung der die gemeindlichen Straßen, aber auch der Schulen, des Feuerwehrgerätehäuser sowie des Rathaus selbst fließen. Diese Investitionen durch den strikten Sparkurs der vergangenen Jahre geschoben worden. Doch der Weg hin zum Haushaltsausgleich war nicht leicht. Steuererhöhungen, Grundstücks- und Holzverkäufe sowie die Streichung von freiwilligen Leistungen und ein genereller strikter Sparkurs (z. B. Beförderungsstopp und Kürzung von Unterhaltungsmaßnahmen), waren hierfür notwendig. Den angekündigten Steuererhöhungen und Kürzungen folgte ein großer Aufschrei aus der Bevölkerung und Unternehmerschaft. 

Doch anstatt sich in Vorwürfen und Anschuldigen zu verlieren, kam es laut Verwaltung zu einer großen Solidarisierung und einer Aufbruchsstimmung. Die Bürger, die Unternehmerschaft, die Politik und die Verwaltung haben an einem Strang gezogen. 

Trotz der schwierigen finanziellen Lage wurden aber Themenfelder wie Breitbandausbau oder Gemeindeentwicklung dennoch weiter vorangetrieben. Transparenz, Sparsamkeit sowie der Wille das große Ziel zu schaffen, führten letztlich zu diesem Erfolg, erklärte die Gemeinde in einer Pressemitteilung. Auf diese Leistung können die Kirchhundemer zu Recht stolz sein. Auch zukünftig möchte die Gemeinde Kirchhundem bei den Finanzen in „ruhigen Gewässern“ bleiben und solide und vorausschauend wirtschaften.

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