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Grünes Licht für Anbau des Feuerwehrhauses Heinsberg

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Von: Hartmut Poggel

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Heinsberg Feuerwehrlöschgruppe Gerätehaus Enge Manuel Kossmann Christof Kordes
Eng geht es im Heinsberger Feuerwehrhaus zu. Manuel Kossmann (vorn) und Christof Kordes haben im Rücken das Löschfahrzeug, vor sich die „Umkleidegelegenheit“. © Hartmut Poggel

1982 erhielt die Feuerwehrlöschgruppe Heinsberg ein Gerätehaus, errichtet wurde es auf dem alten Bahnhofsvorplatz. Damals auf der Höhe der Zeit, erfüllt es nach fast 40 Jahren die Standards einer solchen Einrichtung bei weitem nicht mehr. Doch das wird sich in naher Zukunft ändern: Das Gebäude wird erweitert.

Heinsberg - „Es ist jetzt nicht so, dass seither am Haus nichts durch die Gemeinde saniert oder erneuert wurde. Die Fassade wurde gestrichen, die Fenster erneuert, der Giebel neu geschiefert und Dach und Giebel haben moderne Dämmung erhalten. Wenn es Probleme gab, wurde uns immer geholfen. Aber: Wir ziehen uns im Moment neben den Fahrzeugen um“, begründen Löschgruppenführer Manuel Kossmann und sein Stellvertreter Christof Kordes ihren Antrag unter anderem mit hygienisch und Feuerwehr-technisch völlig unzulänglichen Verhältnissen.

Zwar gibt es getrennte Toiletten für Männer und Frauen, aber das ist es dann auch schon. „Wir brauchen Umkleidemöglichkeiten für Männer und Frauen. Es geht aber auch nicht nur um die Geschlechtertrennung: Dienst- und Privatkleidung hängen an einem Haken und zwischen Lkw und Garderobe ist kaum Platz zum Umdrehen. Das ist nicht mehr tragbar angesichts der vielen, auch durchaus gefährlichen Stoffe, mit denen wir bei Einsätzen konfrontiert sind. Zumindest Spinde müssen her“, so das Führungs-Duo. „Und auch die Toiletten stammen noch aus dem Jahr der Errichtung.“

Nicht mehr zeitgemäß und auch nicht mehr zumutbar: Mit Anna-Lena Schwermer versieht die erste Frau in der LG aktiven Dienst, und auch in der Jugendfeuerwehr gibt es ein weibliches Mitglied.

11 Jugendliche bilden die Zukunft der aktuell 34 Aktive und 14 Alterskameraden umfassenden Heinsberger Feuerwehr. Manuel Kossmann und Christof Kordes haben in den Förderantrag an die Gemeinde Kirchhundem auch die weitere Zukunft im Blick: „Wir wollen in den Anbau auch unbedingt einen Raum für eine Kinderfeuerwehr aufnehmen, denn es ist in der Gemeindefeuerwehr vorgesehen, diesen Bereich künftig in die Löschgruppen auszulagern.“

Die Feuerwehr kann mit bis zu 235.000 Euro öffentlichen Mitteln aus dem NRW-Dorferneuerungsprogramm rechnen. Der Gemeinderat beschloss im Dezember einstimmig, der „Bürgermeister wird beauftragt, für die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Heinsberg Fördermittel im Rahmen des ,Sonderaufrufs Feuerwehrhäuser in Dörfern 2021` zu beantragen. Für die Baumaßnahme werden gemäß Kostenberechnung vom 13. Oktober 2020 im Haushaltsjahr 2021 Mittel von bis zu 235.000 Euro bereitgestellt.“

Wenn es keine planerischen Verzögerungen gibt, soll bereits im Sommer mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Die Feuerwehr Heinsberg wurde am 9. Mai 1933 gegründet, in den knapp 88 Jahren ihres Bestehens gab es acht Löschgruppenführer – seit 2018 werden sie Einheitsführer genannt. Ihr Einsatzgebiet umfasst die Orte Heinsberg und Albaum, im vergangenen Jahr wurde die Löschgruppe zu 15 Einsätzen gerufen. Für ihre Aufgabe stehen den Aktiven zwei Fahrzeuge, ein Löschgruppenfahrzeug mit der Typenbezeichnung LF 10/6 und ein Tanklöschfahrzeug TLF 4000 zur Verfügung.

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