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Heimweg in den Tod

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Heinrich Löcker, geboren in Heinsberg, starb am 16. Juli vor 70 Jahren bei einem verheerenden Zugunglück in Bayern.
Heinrich Löcker, geboren in Heinsberg, starb am 16. Juli vor 70 Jahren bei einem verheerenden Zugunglück in Bayern.

Heinsberg. Den 2. Weltkrieg hatte er überlebt, geriet in amerikanische Gefangenschaft und er befand sich am 16. Juli 1945 in einem Gefangenenzug von München nach Rosenheim.

Doch der Zug, und mit ihm Heinrich Löcker aus Heinsberg, erreichte nie dieses Ziel.

Hermann Richard, Neffe von Heinrich Löcker, erinnert sich: „Mein Onkel wurde am 4. September 1917 in Heinsberg, Bergstraße, geboren. Später zog er mit der Familie nach Altena und war im dortigen Postamt beschäftigt. Im Krieg wurde er dann zur Wehrmacht in den Bereich der Nachrichtentechnik eingezogen. Nach meiner Erinnerung sowie der Erinnerung meiner Mutter gab es öfter Wechsel sowohl im Einsatz, als auch im Ortsbereich mit Ortswechsel. Ich hörte öfter das Wort ,Geheimnisträger‘. Nach überstandenem Krieg und der Gefangenschaft kam es am 16. Juli 1945 zu dem tragischen Zugunglück.“

Dieses tragische Geschehen ging als „Eisenbahnunfall von Aßling“ in die Geschichte ein. Es ist das bis heute größte Zugunglück auf deutschem Boden. Dabei handelte es sich um einen Auffahrunfall, der sich an jenem 16. Juli 1945 gegen 21.40 Uhr auf der Bahnstrecke von München nach Rosenheim zwischen den heutigen Bahnhöfen Aßling und Grafing in der Nähe von Elkofen ereignete. Mindestens 102 Menschen starben, nach anderen Schätzungen waren es sogar 110.

Und so hat sich das Geschehen abgespielt: „[...] Kriegsbedingt waren die Bahnanlagen in Deutschland im Sommer 1945 noch stark beschädigt, Züge fuhren mit schriftlichem Fahrbefehl aufgrund telefonischer Absprachen der jeweils benachbarten Fahrdienstleiter. Für den Abschnitt der Strecke, auf dem sich dann der Unfall ereignete, war ein amerikanischer Transportoffizier als Fahrdienstleiter tätig [...] Am Unfalltag war ein Zug, der mit etwa 1200 ins Rheinland und nach Westfalen zurückkehrenden, entlassenen Kriegsgefangenen besetzt war, auf der Strecke von Rosenheim nach München unterwegs. Der Zug bestand aus älteren Personenwagen mit hölzernem Aufbau. Seine Lok blieb wegen eines Maschinenschadens zwischen Aßling und Grafing auf freier Strecke liegen. Diesem ersten Zug folgte ein Güterzug der US-Army, mit Panzern beladen und von einer E-Lok gezogen [...] Der Transportoffizier im Stellwerk von Aßling hatte den Personenzug ,vergessen‘ und gab die Strecke für den nachfolgenden Güterzug frei. Dieser fuhr auf den liegen gebliebenen Personenzug von hinten auf. Ein großer Teil der hölzernen Personenwagen wurde durch den Aufprall zerstört.

Die Zahl der Opfer ist nicht genau bekannt und schwankt – je nach Quelle – zwischen 102 und 110 Toten. 96 Opfer des Unglücks wurden in Oberelkofen, etwa drei Kilometer von der Unglücksstelle entfernt, auf einer Kriegsgräberstätte beigesetzt [...] 4 der 96 dort begrabenen Opfer des Zugunglücks konnten nicht mehr identifiziert werden.“ (Quelle: Wikipedia)

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