Bürgermeister fordert „Emotionen zu drosseln“

„Heinsberger Receß“: Runder Tisch soll Lösung bringen

Bürgermeister Reinéry steht derzeit unter Beschuss.

Kirchhundem. Die Causa „Heinsberger Receß“ ist auch nach der HFA-Sitzung von Donnerstagabend weiter nicht vom Tisch. Ein runder Tisch soll allerdings der nächste Schritt für eine gemeinsame Lösung sein – wenn es nach dem Willen von Bürgermeister Andreas Reinéry geht.

Der hatte für die Sitzung einen Beschluss vorgelegt, in dem der Verein – sinngemäß – zur Rückübertragung der Grundstücke aufgefordert wird. CDU und UK stimmen erwartungsgemäß dagegen. Schon im Vorfeld hatte CDU-Fraktionsvize Alfred Bierhoff gesagt: „Er (der Bürgermeister, d. Red.) hat ohne Ratsbeschluss gehandelt, jetzt muss er auch sehen, wie er aus dieser Sache wieder herauskommt.“ Auch ein gemeinsamer Antrag von SPD und Grünen, die Sache auf Juli zu verschieben, um erst mit allen Beteiligten zu sprechen, kam nicht durch.

Diesen Weg möchte Bürgermeister Reinéry trotzdem weiter verfolgen. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte er nach der Sitzung: „Ein Weiterkommen in der Sache gelingt nur, wenn man versucht die Emotionen zu drosseln und sich dann in großer Ruhe den noch zu klärenden Fragen widmet.“ Sein Wunsch sei es, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen, um gemeinsam einen Weg zu finden. Im Wissen, dass er als Beteiligter so einen runden Tisch nicht ohne Vorbehalte einberufen könne, laufen aktuell Überlegungen in der Verwaltung, wer die Aufgabe des Mediators übernehmen könnte. Auch für Vorschläge seitens der Politik oder aus Heinsberg sei er offen. Kommt dieser runde Tisch zustande, sollen alle noch zu klärenden Fragen offen beantwortet werden, so das Gemeindeoberhaupt.

Er bekräftige noch einmal, dass die Verwaltung vor der Überlassung der 3,5 Hektar großen Grundstücksfläche an den Heinsberger Verein davon ausgegangen sei, dass der Wert dieser Fläche so gering sei, dass es „fatal gewesen wäre, dem Ganzen noch eine teure Bewertung zukommen zu lassen.“ Daher seien auch Ausschüsse oder Rat nicht involviert gewesen. Der mögliche runde Tisch könnte aber auch diese Frage klären, ob eine gutachterliche Bewertung angestellt werden sollte.

Kein Verständnis zeigte der Bürgermeister indes für die hier und da geäußerte Meinung, dass er Verwaltungsmitarbeiter in die erste Reihe schiebe, um sich so aus der Affäre zu stehlen. „So lange ich hier im Amt bin, werde ich mich vor meine Mitarbeiter stellen“, so Reinéry.

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