Historie auf 1000 Metern

Hermann-Josef Goebel (SGV, v.l.), Oliver Abt (Bürgerverein Kirchhundem), Susanne Falk (Kreisheimatpflegerin), Kerstin Berens (Untere Landschaftsbehörde), Martin Vormberg (Gemeindearchivar Kirchhundem) und Albrecht Sandholz (Heimat- und Förderverein Albaum) stellten die Bedeutung von Krähenpfuhl und Kriegerweg heraus. Foto: harpo

Seit 2008 gibt es eine sehr gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen Heimat- und Förderverein Albaum einerseits und dem Bürgerverein Kirchhundem andererseits. Jüngstes Beispiel ist das Aufstellen einer großen Info-Tafel an Naturschutzgebiet Krähenpfuhl und Kriegerweg zwischen beiden Orten am Montag.

"Auf einem Kilometer kann man hier durch die Jahrhunderte wandern", begrüßte Kreisheimatpflegerin Susanne Falk die rund 80 Personen, die sich zur kurzen Wanderung mit Einweihung am so genannten "Richtplätzchen" eingefunden hatten. Susanne Falk begann ihre Erläuterungen am "Müllers Kreuz", das an den gewaltsamen Tod von Hubert Müller am 9. April 1945 erinnert. Der 26-jährige Theologiestudent war von seinem Kriegseinsatz im Ruhrgebiet auf dem Weg zurück in seinen Heimatort Albaum, als er an dieser Stelle getötet wurde - ob von amerikanischen oder deutschen Soldaten, ist bis heute unklar.

Weiter zurück in die Geschichte weist der Platz des "Bilsteiner Blutgerichts". Dort schlug der Kirchhundemer Gemeindearchivar den Bogen zu Krähenpfuhl und Kriegerweg. "Der Kriegerweg", so Vormberg, "war eine historische Fernstraße, die von vielen Fuhrleuten benutzt wurde, und - ähnlich wie heute - auch oft Schauplatz von Verbrechen war. Zur Abschreckung wurden an diesen Fernwegen Richtplätze mit Galgen eingerichtet, gut sichtbar von allen Seiten. Mit der Zurschaustellung der Gehenkten sollte den Vorbeikommenden klar gemacht werden, dass man hier ,kurzen Prozess' machte, an diesen Stellen wurden die Urteile vollstreckt." Der Kriegerweg, dessen Anfänge schon in das 1. Jahrtausend verweisen, führte nach heutiger Ansicht der Historiker von Siegen nach Paderborn und passierte zwischen Brachthausen und Würdinghausen das heutige Naturschutzgebiet Krähenpfuhl, um das sich eine schaurig-schöne Mär um ein Verbrechen an einem jungen Mädchen und ein versunkenes Schloss rankt.

Sage mit historischem Kern?

Vormberg versuchte auch hier, die Sage auf einen historischen Kern zurückzuführen: "Hier könnte ein Sexualverbrechen verübt worden sein, das dann Eingang in die Sagenwelt fand." Zu sehr vertiefen solle man dies aber nicht, "sonst nimmt man der Sage den Zauber".

Martin Vormberg, wie auch Hermann-Josef Goebel (SGV), dankte den "Albaumern, dass diese Begebenheiten wieder in Erinnerung gerufen werden": Die Tafel enthält neben Informationen über Kriegerweg und Krähenpfuhl auch die Sage, "womit der Bereich für Wanderer erheblich aufgewertet wird", so Goebel.

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