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Integrationspreis geht nach Heinsberg

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Trotz ihres schweren Handicaps erledigt Hildegard Nielebock ihre Aufgaben an der Pforte der Werthmann-Werkstätten in Meggen.
Trotz ihres schweren Handicaps erledigt Hildegard Nielebock ihre Aufgaben an der Pforte der Werthmann-Werkstätten in Meggen.

Nach dem erfolgreichen Auftakt in 2008 schrieb der Sozialvervband VdK NRW in diesem Jahr zum zweiten Mal den Integrationspreis für Menschen mit Behinderung in Beschäftigung und Ausbildung aus.

Als Preisträger kamen Personen in Betracht, die sich in einem Arbeitsverhältnis (auch in einer Werkstatt für Behinderte) oder in Ausbildung/Studium befinden und sich durch besondere Leistungen auszeichnen.

Nach Erhalt dieses Schreibens war für den Vorstand des VdK-Ortsverbandes Heinsberg klar, hier das Mitglied Hilde Nielebock, geb. Theis, als Kandidatin vorzuschlagen.

Hilde Nielebock leidet seit 1992 an einer wohl schwersten Form von Multiple Sklerose und ist seit 1997 an den Rollstuhl gefesselt. Trotz ihres schweren Handicaps (sie kann leider nur noch ihren Kopf bewegen) gab sie nie auf und war immer motiviert, etwas für sich und ihre Mitmenschen zu erreichen, nach dem Motto "da kommt noch was".

Während eines Gespräches mit ihrer Krankengymnastin erhielt sie dann den entscheidenden Satz: "Jeder Behinderte hat ein Recht auf Arbeit." Nach diesem Gespräch nahm Hilde Nielebock ersten Kontakt mit den Werthmann-Werkstätten in Meggen auf und im Anschluss an eine dreitägige Hospitierung wurde der Antrag auf Annahme in die Behinderten-Werkstatt gestellt. Seit März 2008 ist sie nun Mitarbeiterin der Werthmann-Werkstätten, die ihre Aufgabe in ganz besonderer Weise erledigt.

"Sie ist für alle da und denkt stets mit"

Sie ist Mitarbeiterin der Pforte und entlastet mittlerweile nicht nur die Betreuer, indem sie die Arbeit der Beschäftigten der Werkstatt mit anleitet, sie ist für alle da und denkt stets mit.

Alle Beschäftigten mögen sie und wenden sich mit fast allen Fragen an sie. Hildegard Nielebock ist aus der Gemeinschaft der Werthmann-Werkstätten nicht mehr wegzudenken. Ihre eigene Beurteilung: "Es war Liebe auf den ersten Blick."

Die Preisträgerin möchte ihre Tätigkeit jedoch noch ausbauen, aber dazu fehlt ihr ein sprachgesteuerter Computer. Dieser Computer ist ihr größter Wunsch!

Da der Vorstand des VdK-Ortsverbandes Heinsberg Frau Nielebock als eine Persönlichkeit mit Vorbildcharakter ansieht, wurden in Zusammenarbeit mit den Werthmann-Werkstätten in Meggen alle erforderlichen Formulare zusammengestellt und beim Sozialverband VdK in Düssendorf eingereicht. Diese Unterlagen wurden von der Jury, die neben dem VdK aus jeweils einem Mitglied der unterstützenden Organisationen bestand, ausgewertet.

Mit Schreiben vom 14. September 2009 kam dann die erfreuliche Nachricht: Hildegard Nielebock ist als Preisträgerin ausgewählt worden."

Die festliche Preisverleihung erfolgte am 16. Oktober durch Staatssekretär Dr. Walter Döllinger, Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales NRW und den Landesvorsitzenden des Sozialverbandes VdK NRW und Landtagspräsidenten a.D. Ulrich Schmidt in Düsseldorf.

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