Vor 100 Jahren gestorben

Sein berühmt gewordenes Kolpinglied, das in Arnsberg entstand, wo er, der Bauernsohn Caspar Berens als junger Kaplan eine neue Seelsorgestelle annahm und sich um die vielen jungen Handwerkergesellen kümmerte, die von hier aus auf ihre langen Gesellen-Fußwandertouren loszogen, erklang nach der Überlieferung erstmals 1865 in der kaiserlich-wilhelminischen Zeit.

Noch heute gesungen in allen 24 Ländern der Erde, in denen Kolpingfamilien ihre Hilfsaktionen in Bewegung setzen. Das Lied dichtete Caspar Berens, ließ es vertonen nach einer alten Volksweise. "Vater Kolping" ist sein Titel, und die erste Strophe beginnt: "S'war einst ein braver Junggesell, er lebe ewig hoch. Sein Name klingt so weit so hell", mit dem abschließenden Refrain: "Vater Kolping lebe hoch."

Es ist und bleibt erstaunlich mit welchem Einsatz und Eifer Caspar Berens, der in Rahrbach die Volksschule besuchte, in Olpe nach der Rektoratsschule in Attendorn das Abitur bestand, sich dann als Theologiestudent in Münster durch Steine klopfen sein Lebensunterhalt verdiente, wurde 1860 zum Priester geweiht. Tatkräftig ließ er eine Kirche und Kloster bauen, nahm sich der vielen Handwerksgeselle an, und mit dem Gemeinsinns von Kolping und mit Wilhelm Raiffeisens Idee der Geldversorgung gründete er eine Spar- und Darlehnskasse. Als Geistlicher Rat von der preußischen Regierung auch als Schriftsteller von Büchern hoch ausgezeichnet, ging der kluge Sauerländer in die Geschichte ein. Die Wiege dieses Dichters und Seelsorgers Caspar Berens stand 1836 in dem kleinen Dorf Kruberg in der Gemeinde Kirchhundem, sein Todestag heute vor 100 Jahren, an jenem 16. Mai 1912, in Rumbeck als Geistlicher Rat und Präses des Kolpingvereins. Als die Tageszeitungen sein Ableben verkündeten, waren zwei Seiten mit Nachrufen gefüllt, weit über das Sauerland hinaus: "Seine Taten stehen ausgezeichnet im Buche des Lebens, seine Hilfsbereitschaft ging bis zur Selbstäußerung. Seine Schatzmeister waren die Armen, die in Not und Unglück waren." Die Bürger von Kruberg haben Caspar Berens Leben - mütterlicherseits zurückreichend 1536 und nannten sich "Hundemannß Hannß" - mit seinem mitmenschlichen Tun 1986 in Erinnerung gebracht, voran Alfons Uelhof und Gemeindepfarrer Paul Nikolajcyk - mit einer Gedenktafel an ihrer Kapelle.

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