Kaum Gegenwind

Die Info-Veranstaltung von Karl-Heinz Kaiser (r.) zum geplanten Windpark 'Alperstein-Hohe Bracht' stieß am Dienstagabend bei den 130 Bürgern auf eine durchaus positive Resonanz. Foto: Dieter Dörrenbach

Der Saal des Gasthofes Kordes in Hofolpe platzte am Dienstagabend aus allen Nähten. Grund des Riesenandrangs war eine Informationsveranstaltung zum geplanten Windpark "Alperstein-Hohe Bracht", den Karl-Heinz Kaiser anstrebt.

Voller Erwartung waren die 130 Bürger gekommen, denn bisher gibt es in der Gemeinde nur ein Windrad, das im Panoramapark.

Der Hofolper Land- und Forstwirt informierte die Anwesenden mittels einer eindrucksvollen Präsentation und detaillierten Auskünften. Die drei geplanten Windräder auf dem "Alperstein" nahe der Hohen Bracht werden eine Nabenhöhe von 138 Metern und einen Rotordurchmesser von 81 Meter haben - bei einer Leistung von 2,3 MW. "Der Klimaschutz ist ein wichtiges Thema für die Erhaltung der Natur, unserer Lebensgrundlage." Mit diesen einleitenden Worten begann der 46-Jährige den Infoabend, um dann gleich einen Blick auf die Gemeinde Kirchhundem zu werfen, die sich jetzt auch dem Klimaschutz zuwenden und auf ihrem Gebiet einen wirtschaftlichen Windpark zulassen solle, der während einer Laufzeit von 20 Jahren etwa 300.000 Euro Gewerbesteuer einbringt.

Das Projekt wird annähernd 10,5 Millionen kosten. Davon müssen 20 Prozent Eigenkapital, etwa zwei Millionen Euro, aufgebracht werden. Dieser Betrag soll durch Erwerb von Anteilen finanziert werden. Mittels eines Fragebogens zeigten sich die Anwesenden schon jetzt daran interessiert, sich an diesem "Bürgerwindpark" finanziell zu beteiligen, ähnlich den Modellen in Hilchenbach und Kleusheim. Kaiser betonte, dass das Finanzierungskonzept "nicht allein gestemmt werden kann".

"Ich möchte, dass die Menschen aus dieser Region sich daran beteiligen können und es somit der breiten Bevölkerung zugänglich machen." Die Mindestbeteiligung könnte bei 10.000 Euro liegen. Bei seiner Vorstellung stellte der Diplom-Ingenieur Forst die Vorteile des Projektes heraus. So habe der Schattenwurf bei der geplanten Anlage keine Auswirkungen auf die umgebende Bebauung, beim Schall werden die erlaubten 45 DB deutlich unterschritten und der Tourismus würde auch von den Windenergieanlagen profitieren, wie Untersuchungen durch Tourismusforschungsinstitute bewiesen haben.

"Windräder sind ein Imagegewinn"

Kaiser: "Windräder sind für die Region ein Imagegewinn." Auch für das Wild und die Vögel hat die Anlage, die 4.000 Haushalte mit Strom versorgen wird, keine negativen Auswirkungen. Letztendlich sollen auch die hiesigen Firmen durch Aufträge von dem Großprojekt profitieren. Bei der anschließenden regen Diskussion musste Karl-Heinz Kaiser viele Fragen beantworten. Den Einwand, dass die vergangenen Jahre sehr windarme Jahre waren und dadurch der erhoffte finanzielle Ertrag dann ausbleibe, beantwortete der Hofolper damit, dass am vorgesehenen Standort noch intensive Messungen vorgenommen werden. Die Frage nach dem Ertrag bezifferte Kaiser mit 5-5,5 Millionen KWH pro Anlage. Zur positiven Diskussion trugen auch der Windpark-Betreiber Karl-Heinz Stratmann und Rudolf Kreiser bei, die über Erfahrungen der Windparkanlagen auf der Stöppel und in Neuenkleusheim berichteten. Sogar ein "Windkraft-Begeisterter" aus Köln war nach Hofolpe gekommen und stellte viele Fragen. Nach der positiven Informationsveranstaltung, die mit großem Beifall für Karl-Heinz Kaiser endete, gelte es nun zunächst einmal, Frank Beckehoff für dieses Vorhaben zu begeistern. Für den Landrat liegt der Windpark zu nahe an der Hohen Bracht, dem Wahrzeichen des Kreises. Die Gemeinde Kirchhundem muss zunächst den Flächennutzungsplan ändern, eine Potential-Analyse erstellen, ob noch andere Standorte der Gemeinde für solch ein Projekt in Frage kommen, auch müssen das Denkmalamt und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe ihre Zusagen erteilen. Sollte es so kommen, rechnet der 46-jährige Hofolper mit einer Bauzeit von zwei Jahren. "Dann könnte Ende 2012/Anfang 2013 der Strom durch Windkraft-Energie in unsere Haushalte fließen."

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