Bürgerverein initiiert ganzheitliches Dorfverschönerungsprogramm

In den Ort Kirchhundem kommt Bewegung

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Ortstermin am Elisabethbrunnen: Tatjana Vente stellt sich zur Wahl als Ortsvorsteherin. Sie ist die personifizierte Aufbruchstimmung im Ort. Fotos: Hartmut Poggel

Kirchhundem. Tatjana Vente sprüht beim Termin am Elisabethbrunnen vor Enthusiasmus. Die junge Frau will Kirchhundem gemeinsam mit dem Bürgerverein, den anderen Vereinen und allen ungebundenen Einwohnern „voranbringen“.

Es hat seine Zeit gedauert, bis dieser Ruck zur Dorfentwicklung durch die Bürger gegangen ist, räumen Georg Kaiser und Michael Hartmann, wie Tatjana Vente im Vorstand des Bürgervereins tätig, im Gespräch ein. 1999 feierte Kirchhundem 750-jähriges Bestehen, 2010 wurde ein Dorfentwicklungskonzept aufgelegt, das die Grundlage für die Initiativen der „Neuzeit“ bildet. „Wir wollen die Bereiche zwischen Bahnhofsweg und Vasbach überplanen und damit Kirchhundem einen von allen akzeptierten ,neuen Mittelpunkt“ geben“, sagen Vente, Hartmann und Kaiser. 

Vor wenigen Tagen wurde der Verwaltung ein aktuell erarbeiteter Entwicklungsplan übergeben – die Kosten von 40.000 Euro wurden durch die Kirchhundemer aufgebracht. Tatjana Vente: „Der Bürgerverein hat zudem nach umfangreicher Planung das Projekt ,Mehrgenerationenplatz‘ hinter der Kirche an die Gemeinde als Fördergelder beantragende Stelle übergeben. Fördergelder sollen aller Voraussicht nach im September beantragt werden.“ Tatjana Vente will noch mehr Verantwortung: Sie stellt sich zur Wahl als Ortsvorsteherin.

Seit 2010 wurde in Kirchhundem schon das ein oder andere Einzelprojekt realisiert, die Verbesserung der Aufenthalts- und Lebensqualität im Schatten der St.-Peter-und-Paul-Kirche ist jedoch eine neue Dimension. „Kirchhundem ist zwar der einwohnerstärkste Einzelort in der Gemeinde, aber einen Ortsbild prägenden Innenbereich gibt es nicht“, sagt Gregor Kaiser. Das soll sich grundlegend ändern. Einer der Kernbereiche der neuen Aufenthaltsqualität liegt an der Hundem hinter dem Volksbankgebäude. 

Tatjana Vente: „Der Mehrgenerationenplatz ist nur ein Baustein des Dorfverschönerungsprogramms, um das Potential von Kirchhundem als attraktiven Wohnort weiter zu stärken. Neben dem Mehrgenerationenplatz gehören auch die Verschönerung des Platzes rund um den Elisabethbrunnen, ein schöner sicherer Zugang zur Hundem, um den Bach erlebbarer zu machen und die Verschönerung des Hundemufers zu den einzelnen Modulen des Programms. All diese Pläne sind mit den Aktivitäten des Kirchenvorstands Kirchhundem eng verzahnt, der an und rund um die Kirche zurzeit ebenfalls viele Bauarbeiten ausführt.“ 

Mit dem Dorfentwicklungskonzept soll unter anderem die Verkehrssicherheit für Kindergarten- und Grundschulkinder, Caritas- und Kirchenbesucher hergestellt werden, das Baugebiet „Altes Feld“ in den Kern eingebunden, ein Anschluss an den SauerlandRadring erreicht und die Renaturierung der Hundem vorangetrieben werden. „Das alles vor dem Hintergrund der Einbindung aller Vereine im Ort.“ 

Tatjana Vente hat in der jüngsten Versammlung des Bürgervereins ihre Bereitschaft erklärt, die seit langem vakante Funktion der Ortsvorsteherin für Kirchhundem, Flape und Herrntrop zu besetzen. Sie ist im Vorstand des Bürgervereins und Vorsitzende des Fördervereins der Grundschule.

Eine seiner letzten Amtshandlungen: Christian Kramer ehrte in der TV-Jahreshauptversammlung die Turnerinnen Freda Hauschild (l.) und Ina Terrasi.

In einer von der Gemeinde Kirchhundem einzuberufenden offiziellen Orts- und Bürgerversammlung wird sie vom Bürgerverein für dieses Amt vorgeschlagen. Der Bürgerverein will in dieser Versammlung ebenfalls einem breiteren Publikum die Dorfverschönerungspläne nochmals vorstellen. 

Einen Wermutstropfen gibt es aber: Der Turnverein von 1920 steht ein Jahr vor seinem großen Jubiläum vor dem Aus. In der Jahreshauptversammlung wurde kein Nachfolger für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Vorsitzenden Christian Kramer gefunden, weitere Funktionen bleiben ebenfalls unbesetzt.

 Nun soll eine „Findungskommission“ eine Lösung finden. Aber auch für diese Kommission fand sich niemand in der Jahreshauptversammlung.

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