Erinnerung und Mahnung

Stolperstein in der Gemeinde Kirchhundem verlegt

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Ein erstes Foto vor dem frisch gesetzten Stolperstein mit Siegbert Picker (knieend v.l.), Gunter Demnig und Andreas Reinery sowie Detlef Löcker (stehend v.l.) und Wolfgang Droste von der Soldatenkameradschaft Kirchhundem.

Seit Donnerstag hat der Ort Kirchhundem einen weiteren sogenannten „Stolperstein“. Der Erinnerungsstein aus Messing hat seinen Standort unmittelbar vor dem Rathaus auf dem Weg zum Haupteingang und erinnert an Carl Lindemann.

1944 wurde der 26-Jährige Herrntroper wegen einer harmlosen Äußerung über den NS-Propagandaminister Josef Göbbels denunziert, verhaftet und durch das Fallbeil hingerichtet.

Die Nationalsozialisten haben Menschen in Massen ermordet. Die Steine sollen die Namen zurückbringen und an jedes einzelne Schicksal erinnern. Jeder Stein soll per Hand gefertigt und per Hand verlegt werden. Das machte auch in Kirchhundem der Kölner Künstler Gunter Demnig, der in den vergangenen 20 Jahren sage und schreibe bereits 56.000 Steine in 20 Ländern verlegt hat. 

„Jedes Schicksal soll bewegen“ 

„Die Verlegungen sind keine Routine, jedes Schicksal bewegt uns und soll bewegen. Wir möchten bewusst keine Massenverlegungen, um der damaligen Massenvernichtung etwas entgegenzusetzen“, so der Künstler, der mit jedem Stolperstein an die vielen Opfer der NS-Zeit erinnert. 

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“ – dieses Zitat von Gunter Demnig hob der Ehrenvorsitzende der Soldatenkameradschaft Kirchhundem, Siegbert Picker, auf dessen Initiative diese Aktion zustande kam, bei seiner Begrüßung besonders hervor und betonte, „dass dieser Stein erinnern und mahnen soll“. Der Schirmherr dieser Maßnahme, Bürgermeister Andreas Reinery, nannte das Einsetzen dieses Stolpersteins als eine „wunderbare Sache“ und „es gibt keinen besseren Standort als hier, der tagtäglich von vielen Menschen und auch von mir benutzt wird.“ Der Stolperstein sei ein ehrendes Gedenken an Carl Lindemann, dem Mut, Selbstreflexionsvermögen und Skepsis gegenüber autoritären Strukturen auszeichneten. 

Finanziert wurde die Maßnahme zum größten Teil durch die Allianz-Versicherungsagentur Müller aus Herrntrop. Den Rest übernahm die Soldatenkameradschaft.

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