Drei Mal „Schöttes“ beim Vasalauf in Schweden - alle erreichen das Ziel

Melina Schöttes auf Anhieb beste Deutsche

Andreas, Melina und Manuel Schöttes (v.l.) erreichten beim Vasalauf trotz widriger Verhältnisse das Ziel, Melina sogar als beste deutsche Frau.

Oberhundem/Sälen/Mora. Immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis, eine Herausforderung, aber eigentlich ein Muss für jeden ambitionierten Skilangläufer, ist der Vasalauf in Schweden, das größte Skilanglaufspektakel. Der Hammer: Die erst 20-jährige Melina Schöttes aus Oberhundem wurde im Hauptlauf als 29. im Frauen-Gesamtklassement beste Deutsche.

Insgesamt werden innerhalb von 10 Tagen 11 Veranstaltungen angeboten. Über 60.000 Sportler aus der ganzen Welt hatten gemeldet, allein der Hauptlauf über 90 Kilometer von Sälen nach Mora war mit knapp 16.000 Sportlern komplett ausgebucht. Für die 20-jährige Melina Schöttes sollte es in diesem Jahr die Premiere über die Mamutdistanz von 90 Kilometern sein.  Es wurde ein mehr als erfolgreiches Debüt auf der Traditionsstrecke, auf der bereits ihr Opa Peter Schöttes in den 70-er Jahren, das letzte Mal 1979, also vor genau 40 Jahren, die Ski unterschnallte. 

Aber nicht nur der Hauptlauf stand für Melina, ihren Bruder Manuel und Vater Andreas auf dem Programm. Zusammen mit zwei Sportlern vom Ski-Club Girkhausen wollten sie am Stafettvasa teilnehmen. Hier wird die komplette Strecke von 90 Kilometern abwechselnd von insgesamt 5 Sportlern zurückgelegt. Ein Ereignis, für das 2360 Staffeln, also 11.800 Langläufer, gemeldet hatten. Die Girkhäuser Lennert Versen und Norbert Saßmannshausen liefen die ersten beiden Abschnitte, bevor Manuel Schöttes übernahm und nach 14 Kilometer an Melina übergab. Andreas Schöttes lief den letzten Abschnitt und erreichte nach 5:07.42 std. das Ziel in Mora. Dies bedeutet einen hervorragenden Gesamtplatz 131 und eine Medaille für alle fünf Sportler. Ihre zur Zeit hervorragende Form stellte Melina Schöttes in der Staffel bereits bei ihrem ersten Start in Schweden unter Beweis. Auf ihrem Teilabschnitt lief die 20-Jährige die zehntbeste Zeit in den weit über 2000 Staffeln. 

Dann der Hauptlauf: Einsetzender Schneefall in der Nacht, der auch über den kompletten Wettkampftag in Verbindung mit Wind anhalten sollte, machten diesen Lauf zu einem der langsamsten der letzten Jahre. Selbst für die erste Startgruppe war kaum ein Spur vorhanden, überholen war so gut wie nicht möglich. An den Anstiegen war der Schnee knöcheltief. All dies störte Melina Schöttes nicht, durfte die 20-Jährige direkt in der ersten Startgruppe hinter den Profiskiteams starten, hielt sie von Anfang an den Anschluss zur Spitze. „Nach ungefähr 25 Kilometer wurde ich in einer Abfahrt in eine Sturz verwickelt, danach hatte ich für ungefähr 10 Kilometer ein paar Probleme, danach hatte ich mich wieder erholt und es ging es wieder besser“, so Melina Schöttes. Gerade auf den letzten 15 Kilometern konnte die Oberhundemerin noch einmal Kräfte mobilisieren und zahlreiche Plätze gut machen. Nach 5:55.37 std. überquerte sie absolut erschöpft die Ziellinie in der Innenstadt von Mora. Nach ein paar Minuten konnte sie ihr sensationelles Ergebnis realisieren: Platz 29 in der Frauenwertung und damit beste deutsche Starterin, knapp fünf Minuten vor der nächsten Deutschen, der letztjährigen Juniorenweltmeisterin Anna-Maria Dietze aus Sachsen mit Gesamtplatz 620; diese Zahlen sprechen für sich, immerhin waren alle Profi-Skimarathonteams bei diesem Traditionslauf am Start. 

Eine mehr als gelungene Premiere beim Vasalauf für die junge Sportlerin. Vater Andreas Schöttes erreichte nach 6:45.11 Stunden auf Platz 1547 bei den Männern das Ziel in Mora, diese Zeit reichte noch für eine der begehrten Medaillen, die diejenigen Sportler erhalten, die weniger als 150% der Siegerzeit benötigen. „Es war mein 6. Vasalauf, aber bei solch harten Bedingungen bin ich bisher auch noch nicht gelaufen. Wir hatten schon 20 Grad minus oder auch Regen, aber Dauerschneefall und so stumpfe Bedingungen ohne Spuren habe ich auch noch nicht erlebt. Aber die Stimmung an der Strecke ist auch bei so einem Wetter grandios, da denkt man nicht ans Aufhören, irgendwie hat es auch wieder Spaß gemacht“, so der Oberhundemer. 

Waren Andreas und Manuel Schöttes nebeneinander aus der dritten Startgruppe gestartet, erging es Manuel nicht so gut. „Nach 20 Kilometern hat mit jemand meinen Stock abgetreten, dann musste ich fast 20 Kilometer mit nur einem Stock laufen und konnte den Anschluss nicht mehr halten. Das ist halt so im Sport“, so der 25-Jährige, der diese Strecke zum dritten Mal absolvierte. Aber auch er dachte nicht ans Aufgeben und erreichte nach 7:36.30 std. das Ziel auf Platz 3161. 

Zwei weitere Sportler aus dem Kreis Olpe feierten eine Premiere beim Vasalauf. Die Trailspezialisten Carmen Otto und Peter Schneider vom Sport Schneider Trail Team tauschten in Schweden die Cross-Schuhe mit den Langlaufski. Auf den Laufstrecken gehören sie zweifellos zu den Besten. Auch auf den 90 Kilometern zahlte sich ihre Ausdauer und Willensstärke aus und beide erreichten das Ziel.

Peter Schneider benötigte 8:57.55 std., was bei den Männern Platz 6110 bedeutete. Carmen Otto lief nach 10:35.16 std. als 1132. Frau über die Zielleine. Unter allen Teilnehmern war dies Platz 10.191 im Endklassement.

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