Mennekes hält Kurs

Auch in Zeiten schwerer, weltweiter Rezession bleibt Mennekes auf Kurs. Die Unternehmensgruppe mit Stammsitz in Kirchhundem samt ihren über 800 Mitarbeitern sichert in langfristiger Perspektive mit dem Gedeihen des Unternehmens zugleich die Arbeitsplätze. Deshalb bleibt nachhaltiges Wachstum das Ziel.

Da die Krise inzwischen auch auf die Elektrobranche durchgeschlagen ist, sorgt sich Mennekes besonders um seine Mitarbeiter. Sie zu halten und ihnen dabei zu helfen, das allgemeine Wirtschaftsdesaster einigermaßen unbeschadet zu überstehen, ist jetzt oberstes Gebot.

Nachdem die Gleitzeitkonten leer sind, wäre Kurzarbeit jetzt das probate Mittel. Kurzarbeit rettet zwar zunächst Arbeitsplätze. Das muss jedoch bezahlt werden: die Menschen zahlen mit einschneidender Lohneinbuße, der Staat zahlt mit Steuergeldern. Das genau macht Mennekes nicht mit. Statt und wie im Reflex sofort Kurzarbeit zu beantragen und damit zugleich nach dem Staat zu rufen, halten Geschäftsführung und Betriebsrat einen eigenen Beschäftigungspakt bereit. Das Konzept: Wegen der wegbrechenden Nachfrage wird die Arbeitszeit verkürzt. Jedoch bleibt das Modell der Gleitzeitkonten intakt. Die Konten werden jetzt mit 150 Stunden zwar ins Minus gefahren. Aber, und das ist der springende Punkt, die Löhne bleiben trotzdem gleich. Sechs Monate sind für diese Mennekes-Variante einer Lohnfortzahlung vorgesehen. Sobald die Konjunktur wieder anspringt, gleichen die Mitarbeiter das Minuskonto aus, indem sie entsprechend Mehrarbeit leisten. Zwar kostet das Unternehmen diese Investition in Löhne zunächst über eine Millionen Euro.

Doch sie kostet nicht nur, sie soll sich auch auszahlen. Denn einerseits bindet Mennekes gerade auch in Krisenzeiten seine Mitarbeiter an sich und ist außerdem bei Anspringen der Konjunktur sofort startklar.

Andererseits, sollte Kurzarbeit oder Schlimmeres selbst für Mennekes unvermeidbar sein, haben die Menschen jetzt die Zeit, sich auf diesen Ernstfall einzustellen und vorzubereiten - beispielsweise, indem sie sich Geld zurücklegen oder etwa ihre Zahlungsverpflichtungen neu und krisenfest aushandeln. Dass zu alledem eine gehörige Portion Zuversicht auf bessere Zeiten gehört, ist für das Markenunternehmen nicht gerade untypisch.

Zunächst kein Sportpark

Unternehmer Walter Mennekes stellt klar: "Mennekes als Firmenname beginnt mit ?M' wie ?mutig miteinander' und endet mit ?s' wie sozial. Meine Mitarbeiter sind mir viel zu wichtig, um sie jetzt im Regen stehen zu lassen."Um auch in Krisenzeiten die enormen investiven Kosten zu finanzieren, muss anderes zurückstehen.

Der Sportpark in Kirchhundem und das Bistro in der neuen Produktionsanlage werden zunächst nicht realisiert. Walter Mennekes dazu: "Jetzt müssen alle Kosten auf den Prüfstand. Arbeitsplätze sind jetzt wichtiger als Spielplätze. Trotzdem: aufgeschoben ist nicht aufgehoben."

Auch NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben äußerte sich positiv zu dieser Maßnahme.

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