Heinsberger Dorf-AG dankt den örtlichen Nahversorgern

Miteinander statt Konkurrenz

Der Vorstand der Dorf-AG mit Werner Hesse, Paul Völmicke und Heinz Kebben. Fotos: Michael Sauer

Heinsberg. Der ländliche Raum hat es nicht einfach. Kleinere Orte haben mit sinkenden Einwohnerzahlen zu kämpfen. Der lokale Einzelhandel schließt nach und nach, Einwohner müssen zum Einkaufen in die nächstgrößeren Orte fahren.

Der ländliche Raum hat es nicht einfach. Kleinere Orte haben mit sinkenden Einwohnerzahlen zu kämpfen. Der lokale Einzelhandel schließt nach und nach, Einwohner müssen zum Einkaufen in die nächstgrößeren Orte fahren. Aber nicht die Heinsberger Bürger.

Denn die 943 Menschen, die in Heinsberg wohnen, können bisher noch alles vor Ort einkaufen. Und zwar schon seit mehr als 80 Jahren. Dort gibt es eine Bäckerei, einen Metzger, ein Lebensmittelgeschäft verschiedene Gastronomiebetriebe sowie einen Elektroladen, eine Autowerkstatt, einen Frisörsalon und einmal in der Woche auch eine Arztpraxis. Und für ihr Engagement für die Heinsberger Bevölkerung bekamen die Nahversorger von der Dorf-AG ein Dankeschön in Form einer Urkunde und eines Blumenstraußes.

„Wie haben in Heinsberg eine funktionierende Infrastruktur, gerade im Lebensmittelbereich. Um das zu erreichen, müssen sich andere Dörfer schon sehr auf die Hinterbeine stellen“, erklärte Christoph Henrichs, Vorsitzender der Dorf-AG, auch mit Blick auf den Nachbarort Albaum. „Mit unserem Dank wollen wir zeigen, wie wertvoll der Einzehandel für uns ist.“

„Für uns ist faszinierend, dass die Händler vor Ort ein Miteinander pflegen und keinen Konkurrenzkampf“, erklärte Christine Pavlovic vom Vorstand der Dorf-AG. Aber sie sprach auch ein Problem an: „Wir müssen auch die Jüngeren sensibilisieren, dass man Produkte für wenig Geld im Ort kaufen kann.“

Dorf-AG als Ansprechpartner

Daher will die Dorf-AG Ansprechpartner für die Nahversorger sein: „Wir wünschen uns, dass wir für den Dialog noch näher aneinander rücken“, führte Pavlovic weiter aus.

Und auch die Einzelhändler sind zufrieden mit ihrem Geschäft. Metzgermeister Paul Völmicke, der seit 2007 das örtliche Lebensmittelgeschäft betreibt sagte: „Es läuft ganz gut, auch wenn es natürlich immer etwas mehr sein könnte.“

Bäckermeister Heinz Kebben, seit 2008 Inhaber der örtlichen Bäckerei, pflichtete ihm bei: „Wir könnten sicherlich alle noch etwas mehr vertragen, aber wo gibt es das nicht? Es ist erstaunlich, dass so viele Leute die Geschäfte im Ort nutzen.“

Einen wichtigen Punkt für die Nahversorger führte Fleischermeister Werner Hesse, Inhaber der Fleischerei, an: „Wir arbeiten mit frischen Produkten. Um die Frische aufrecht zu erhalten, brauchen wir einen gewissen Kundenzulauf. Die Bürger entscheiden also mit den Füßen.“

Und solange die Bürger so entscheiden wie bisher, ist die Welt in Heinsberg weiterhin in Ordnung. Auch in Zeiten des demographischen Wandels. (Von Michael Sauer m.sauer@sauerlandkurier.de)

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