Am Dienstag geht's los

DSV nominiert Melina Schöttes für die Rollski-WM in Lettland

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Melina Schöttes aus Oberhundem vertritt die deutschen Farben bei der Rollski-Weltmeisterschaft in der kommenden Woche in Lettland. Foto: Dieter Dörrenbach

Oberhundem - Melina Schöttes aus Oberhundem steht vor einem weiteren Höhepunkt ihrer noch jungen, aber schon sehr erfolgreichen Karriere. Der Deutsche Skiverband nominierte die 21-jährige Skilangläuferin für die Rollski-WM, die von Mittwoch, 7., bis Sonntag, 11. August, in Mona/Lettland ausgetragen wird. 

Melina Schöttes vom Ski-Club Oberhundem hatte durch hervorragende Leistungen in den Marathon-Wettkämpfen, die eigentlich als Training gedacht sind, auf sich aufmerksam gemacht. Da die junge Athletin diesen Marathon-Cup trotz namhafter Konkurrenz anführt, trat die Rollski-Abteilung im DSV an sie heran und fragte, „ob ich mir eine Teilnahme an der WM vorstellen könnte“, so Melina Schöttes. „Ich habe zugesagt.“ Und dies, obwohl es keine finanzielle Förderung durch den Verband gibt, der Rollski als „Breitensport“ und nicht als förderungswürdigen Leistungssport einstuft. 

Neben Melina Schöttes sind zehn weitere deutsche Teilnehmer in Lettland auf Rollen unterwegs. „Aus Nordrhein-Westfalen bin ich die einzige“, sagt sie. Sportler aus zwölf Nationen bewerben sich in den unterschiedlichsten Disziplinen um Edelmetall. Melina bestreitet vier Wettbewerbe: „Über 10 Kilometer in der klassischen Technik, über 200 Meter, dem sogenannten KO-Sprint, im 15-km-Massenstart und im Teamsprint über 3x1,5 km. Die drei letztgenannten Wettbewerbe werden in der freien Technik gelaufen. 

"Chancen sind schwer einzuschätzen"

Und wie stuft die junge Frau ihre Chancen ein: „Das ist schwer einzuschätzen, weil ich das erste Mal gegen die weltbesten Rollski-Spezialisten antreten werde. Ich kenne keine der anderen Läuferinnen, anders als im DSV-Marathon-Cup, in dem viele Frauen unterwegs sind, denen ich auch im Winter auf Ski begegne. Ein Platz im Mittelfeld wäre schön und wünschenswert.“ 

Am Dienstag startet die deutsche Equipe von Berlin aus gen Mona. Zwar besitzt der Rollski als reine Sommersportart nicht den gleichen Stellenwert wie der Nordische Skisport, für die Oberhundemerin aber „die ideale Überbrückung und Vorbereitung auf den Winter“. Melina Schöttes stammt aus eine Skilanglauffamilie. Ihr Großvater Peter Schöttes war seinerzeit einer der besten Langläufer im Sauerland Vater Andreas zählt zur regionalen Spitze im Skimarathon. 

Durchbruch im vergangenen Winter

„So ab zehn Jahren habe ich im Langlauf alles gewonnen, was es auf Kreis- und Bezirksebene gab“, berichtet sie über ihren sportlichen Werdegang. Auch im Westdeutschen Skiverband (WSV) blieb das herausragende Talent nicht lange unentdeckt. „Erstmals seit 20 Jahren konnte Melina Schöttes mit ihrem 3. Platz im Sprint wieder eine Medaille bei Deutschen Meisterschaften nach Oberhundem holen“, verzeichnet die Homepage (www.sc-oberhundem.de) für das Jahr 2015 als Top-Ergebnis der damals 17-Jährigen. 

Zu diesem Zeitpunkt war Melina Schöttes bereits in den Olympiastützpunkt Winterberg ins dortige WSV-Internat umgezogen, wo sie am Sportgymnasium auch ihr Abitur ablegte. Die Wintersaison 2018/2019 brachte für Melina Schöttes dann den endgültigen Durchbruch: Die Top-Nachwuchsathletin gewann die Damen-Wertung des „Deutschlandpokals“, einer Serie aus 17 Rennen unterschiedlicher Distanzen in klassischer und freier Technik. Dieser Cup ist die höchste nationale Skilanglaufserie, darüber kommen COC und Weltcup.

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