Mithilfe der Heinsberger Bürger ist erforderlich

Ortsdurchfahrt wird saniert

Rund 100 Teilnehmer waren zur Bürgerversammlung in die Heinsberger Schützenhalle gekommen. Foto: Michael Sauer

Heinsberg. „Positive Nachrichten“ überbrachten Vertreter der Gemeinde Kirchhundem, von Straßen.NRW und vom Ingenieurbüro Schmidt den rund 100 Teilnehmern der Bürgerversammlung in Heinsberg.

Denn die Ortsdurchfahrt in Heinsberg/L731 wird nach langem Warten saniert.

„Die Haushaltsmittel für die Sanierung stehen uns zur Verfügung“, erklärte Gerhard Linde von Straßen.NRW. Die Vorbereitung und die Ausschreibung des Baus soll bis Dezember 2014 fertig sein. Baubeginn ist im Frühjahr 2015, die Straße soll Ende 2016 komplett fertig sein. „Wir brauchen brauchen Ihre Mithilfe“, fügte Linde aber, an das Publikum gewandt, hinzu. Denn „in rund 50 Fällen“ braucht der Landesbetrieb die Erlaubnis der Anlieger, weil diese auf Teile ihres Grundstückes verzichten müssten.

Linde stellte klar: „Nur so kann die Maßnahme vergeben werden.“ Das soll aber noch im Rahmen von Verhandlungen mit den betroffenen Anwohnern geklärt werden.

Den bisherigen Planungsstand stellte Burkhard Sasse vom Ingenieurbüro Schmidt detailliert vor. So wird die komplette Ortsdurchfahrt auf einer Länge 1,46 Kilometern auf die Breite von 5,50 Metern verbreitert. Zusätzlich dazu wird einseitig ein 1,50 Meter breiter Bürgersteig gebaut. Dieser ist behindertengerecht mit einer Bordsteinkante von vier Zentimetern Höhe. Zur Entwässerung wird auf beiden Seiten eine dreizeilige Rinne gebaut. Auch die unterirdischen Rohrleitungen sollen erneuert werden. Zudem ist geplant, den Winkel und die Steigung einiger Einmündungen zu verbessern.

Kastanien müssen weichen

Damit die Straße am Heinsberger Bach die notwendige Breite bekommen kann, müssen allerdings einige Bäume, darunter fünf Kastanien gefällt werden.

Die vorhandene Bushaltestelle soll einem Buskap weichen. Dort sorgt eine Bordsteinkante von 18 Zentimetern Höhe, dass die Bürger „ebenerdig“ in den Bus steigen können, also keine Stufe beim Einsteigen überwinden müssen. Noppenplatten und Rillenplatten sorgen dafür, dass auch Sehbehinderte den richtigen Weg finden.

Peter Schmidt von der Gemeinde Kirchhundem erklärte, welche Kosten auf die Anwohner zukommen: „Am Ende solcher Veranstaltung kommt immer die Frage auf, ob die Anwohner für die Sanierung bezahlen müssen. Und ich muss immer sagen: Ja, Sie müssen leider alle bezahlen.“ Allerdings nicht für die eigentliche Straßensanierung, diese Kosten trägt der Landesbetrieb Straßen.NRW. „Beim Bau der Gehwege fallen 50 Prozent der Kosten für die Anwohner an. Bei der Beleuchtung zehn Prozent.“ Dabei spiele es auch keine Rolle, ob sich der Gehweg vor der Haustür oder auf der anderen Straßenseite befinde: „Rechtlich gesehen haben Anwohner beider Straßenseiten einen wirtschaftlichen Vorteil, weil sie den Gehweg nutzen können.“ Konkrete Zahlen, welche tatsächlichen Kosten auf den Einzelnen zukommen könnten, könne er aber erst nennen, wenn die Ausschreibung vorliegt.

Ein Streitpunkt war die Gestaltung des Ortsmittelpunkt rund um die Kirche und das Hotel Schwermer. Christoph Henrichs, Besitzer der Rucksackherberge, stellte eine Gestaltung des Bereichs mit Natursteinen in den Raum. Diese würden bei der Sanierung übrig bleiben, da die Ortsdurchfahrt aus Kopfsteinpflaster besteht, das von der Gemeinde überteert wurde. „Die Gemeinde ist in der Verantwortung. Es gibt auch Möglichkeiten, Ortsdurchfahrten schöner zu gestalten,“ sagte Henrichs. Daraufhin erklärte Gerhard Linde, dass die Verantwortlichen von Straßen.NRW die Kosten dafür ermitteln und prüfen würden, wie viel altes Kopfsteinpflaster noch verwendbar sei.

Doch auch ohne gestalteten Dorfmittelpunkt: Die Ortsdurchfahrt wird saniert. Und das ist für die Heinsberger eine positive Nachricht. (Von Michael Sauer m.sauer@sauerlandkurier.de)

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