Diskussion um Zeichen gegen Diskriminierung - HFA schlägt Verena Gräbener als „Allgemeine Vertreterin“ vor

Regenbogenflagge weht am 17. Mai am Rathaus

Kirchhundem Rathaus Hundemstraße
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Am Rathaus in Kirchhundem soll am 17. Mai eine Regenbogenflagge wehen.

Eine eher unerwartete Diskussion entspann sich in der Sitzung des Kirchhundemer Haupt- und Finanzausschusses (HFA) in der Mensa der Sekundarschule. Auf Antrag einiger CDU-Ratsmitglieder unter Federführung von Peter Meyer soll am 17. Mai eine Regenbogenfahne am Rathaus gehisst werden. Dieser Tag ist in Anlehnung an den ehemaligen Paragraphen 175, der homosexuelle Beziehungen unter Strafe stellte, Gedenktag gegen Diskriminierungen.

Kirchhundem - „Ein schöner Antrag“, ließ sich der Grünen-Fraktionsvorsitzende Mike Warnecke vernehmen, „nur schade, dass er nicht von uns kommt.“ UK-Mtglied Dr. Joachim Roloff: „Ich bin seit 2004 hier im Rat und habe mich noch nie über einen Antrag so sehr gefreut, wie über diesen.“ Völlig anders sah CDU-Ratsherr Karl-Josef Cordes den Antrag: „Niemand wird in Deutschland wegen seiner sexuellen Neigungen verfolgt. Aber es wird eine Grenze überschritten, wenn eine Minderheit ihre sexuelle Neigung als Monstranz vor sich herträgt und anderen ihre Meinung aufzwingt.“ Er sei von CDU-Mitgliedern angesprochen worden, „die Flaggenhissung zu verhindern“. UK-Fraktionschef Christoph Henrichs bestätigte, auch er sei von CDU-Mitgliedern in gleicher Weise kontaktiert worden. Henrichs: „Ich war schockiert.“ Zugleich wies er auf die „zutiefst religiöse und historische Symbolik“ des Regenbogens hin: „Er kommt im Alten Testament in der Geschichte von Noah und der Sintflut als Zeichen der Hoffnung vor. In den Bauernkriegen wurde er ebenfalls als Symbol verwendet. Heute ist er ein starkes Zeichen gegen Krieg, für Freiheit und Toleranz. Ich freue mich sehr, dass dieser Antrag aus den Reihen der CDU gekommen ist.“

Bürgermeister Björn Jarosz: „Ich bin nicht angerufen worden, weder in der einen noch der anderen Richtung. Aber auf die Frage, ob vor unserem Rathaus am 17.5. eine Regenbogenflagge wehen solle, hätte ich ,Ja` gesagt.“ Er sehe die Hissung, die durch den Ätestenrat erfolgen und medial verbreitet werden solle, als „ein starkes Symbol auch für die anderen Kommunen, wenn vor einem der ältesten Rathäuser im Kreis diese Flagge gehisst“ werde. Kirchhundem besetze hier eine Vorreiterrolle.

Gegen eine Stimme wurde der Antrag angenommen. Die Flagge wird von CDU-Mitgliedern bezahlt.

Ohne Diskussion und folglich auch einstimmig empfiehlt der HFA dem Rat in seiner Sitzung am Donnerstag, 18. Februar, Verena Gräbener zur „Allgemeinen Vertreterin“ des Bürgermeisters zu bestellen. Bisher hatte Björn Jarosz dieses Amt inne, seit seiner Wahl zum Bürgermeister ist die Funktion nicht besetzt.

Verena Gräbener ist Leiterin des Fachbereichs 2 (Ordnung, Schule, Soziales). Zurzeit ist sie auch Verhinderungsvertreterin, eine Position, die durch den Rat ebenfalls neu besetzt werden muss.

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