Sauerländer Heimatbund hält Mitgliederversammlung in Hinsberg ab

"Sauerländer Platt": Wörterbuch vor dem Verkaufsstart

Gruppenbild mit Vorstand, Gastgeber und Gästen (v.l.): Frank Beckehoff, Birgit Haberhauer-Kuschel, Christoph Henrichs, Elmar Reuter, Ruth Reintke, Andreas Reinéry, Susanne Falk und Norbert Föckeler. Foto: Hartmut Poggel

Heinsberg/Sauerland – Was lange währt ... Ursprünglich sollte das Buch „Sauerländer Platt – ein Wörterbuch“ bereits 2016 herausgegeben werden. In der Jahreshauptversammlung des Sauerländer Heimatbundes (SHB) in Heinsberg wurden nun die ersten beiden druckfrischen Exemplare verschenkt.

Die dreijährige Verzögerung der Edition hat einen guten Grund: „Wir wollten möglichst alle Mundartlandschaften des Sauerlandes sowie alle Autorinnen und Autoren erfassen. Daher ist das Buch auch etwas dicker geraten als vorgesehen“, erläuterte der SHB-Vorsitzende Elmar Reuter in seinem Jahresbericht. Seit 2013, so der Olsberger weiter, sei am Wörterbuch gearbeitet worden. Zuletzt habe die Hauptarbeit bei Dr. Werner Beckmann vom Mundartarchiv in Cobbenrode gelegen. Reuter dankte ihm ebenso herzlich wie allen anderen an der Herausgabe Beteiligten. Die ersten zwei Exemplare erhielten Landrat Frank Beckehoff und Kirchhundems Bürgermeister Andreas Reinéry.

Alle Landschaften im Buch vertreten

Das Buch wird in Kürze im Buchhandel erhältlich sein. 

Wie üblich, gab es ein Referat zu einem aktuellen Thema: Betroffenheit herrschte bei den Versammlungsteilnehmern aus dem Kurkölnischen Sauerland, als der Hünsborner Allgemeinmediziner Andreas Spieren Zahlen und Fakten zur hausärztlichen Versorgung in den Kreisen Olpe und Hochsauerland vorlegte. Vor allem das Alter vieler Ärzte und die Tatsache, dass zwischen Studienbeginn und Praxiseröffnung elf oder zwölf Jahre liegen, verdeutlichte die Dringlichkeit des Problems, das aber noch nicht überall angekommen ist. Spieren beklagte die „mangelnde Wertschätzung“ einer wohnortnahen ärztlichen Versorgung. Bei einer Umfrage zum Thema „Heimat“ stehe dieser Punkt ganz oben auf der Prioritätenliste („für Heimat ist wichtig, dass der Arzt vor Ort ist“), „auf keiner kommunalen Homepage werden in Imagefilmen Ärzte oder ärztliche Versorgung erwähnt“, stattdessen rühme sich jede Kommune ihrer Wirtschaftskraft. Der SHB will das Thema „Ärztliche Versorgung auf dem Lande“ nun in seinem nächsten Werkstattgespräch im ersten Quartal 2020 ansprechen.

Letzte Amtszeit für Elmar Reuter

Die Regularien in der Versammlung des 2300 Mitglieder zählenden Vereins wurden zügig abgearbeitet. Der Vorstand besteht nach den Wahlen aus Elmar Reuter (Vorsitzender), Birgit Haberhauer-Kuschel (Stellvertreterin), Ruth Reintke (Geschäftsführerin), Dieter Püttmann (Kassierer) sowie Susanne Falk (stellv. Geschäftsführerin) und Norbert Föckeler (stellv. Kassierer). Vorsitzender Elmar Reuter nach der Wiederwahl: „Für mich war es das letzte Mal, 2022 werde ich nicht mehr antreten. Auch gutes Zureden hilft da nicht.“ Bis dahin leitet er aber noch die Versammlungen 2020 in Meschede, 2021 in Balve – „dann wird der SHB 100 Jahre alt und Balve ist eng mit der Widerbelebung des Sauerländer Heimatbundes nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden – und 2022 in Obermarsberg, das dann 1250 Jahre alt wird. Attendorn ist 2023 Gastgeber der Jahreshauptversammlung.

Zu Beginn hatte Christoph Henrichs, Vorsitzender der Dorf-AG, Heinsberg mit seinem vielfältigen Angebot an Betätigungsmöglichkeiten vorgestellt (Elmar Reuter: „Heinsberg – ein Dorf im Sauerland, heißt es in der Chronik. Damit sind wir hier richtig“). Landrat Frank Beckehoff und Bürgermeister Andreas Reinéry richteten Grußworte an die Versammlung. Vier Exkursionen rundeten das Programm ab.

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