Spuren aus dem Mittelalter

Die neue Tafel wird am Montag eingeweiht.

Der Heimat- und Förderverein Albaum und der Brügerverein Kirchhundem laden am Montag, 20. Juni, alle Interessierten zu einer kleinen Wanderung und der Einweihung einer neuen Informationstafel im Naturschutzgebiet "Krähenpfuhl" ein. Treffen ist um 17 Uhr am "Richtplätzchen". Gemeindearchivar Martin Vormberg und Kreisheimatpflegerin Susanne Falk werden spannende Geschichten aus der Region erzählen.

Entlang des Naturschutzgebietes Krähenpfuhl verläuft der Kriegerweg, ein frühgeschichtlicher Handelsweg, der von Paderborn über Meschede nach Siegen führte. Noch heute lassen sich die tiefen Gräben im Wald als Spuren dieser mittelalterlichen Fernstraße entdecken. Die historischen Wege verliefen - im Gegensatz zu heute - meist auf den Höhen der Berge, die Anstiege wurden direkt gemeistert und die oft sumpfigen Täler wurden auf kürzestem Weg durchquert.

Von Bracht führt der Weg durch das Gleiertal bis Gleierbrück, wo die Lenne überquert wird. Dann verläuft der Weg weiter über das Steinerne Kreuz nach Würdinghausen und von dort aus über den Stüvelhagen nach Hilchenbach. Zwischen Flape und Albaum befindet sich unmittelbar an dem Weg das sog. Richtplätzchen, das frühere Bilsteiner Blutgericht. Hinrichtungsstätten dieser Art wurden gerne an Fernwegen aus Gründen der Abschreckung errichtet. Zwischen Brachthausen und Hilchenbach befand sich die Landesgrenze zwischen dem kurkölnischen Herzogtum Westfalen und der Grafschaft Nassau-Siegen, die durch eine Wegesperre abgesichert wurde.

Bei der Sage vom Krähenpfuhl wird vermutet, dass sich in ihr die Erinnerung an eine hier am Krähenpfuhl geschehene Bluttat an einer jungen Frau zeigt: In alter Zeit soll beim Krähenpfuhl ein Schloss gestanden haben, das von einem gottlosen wüsten Ritter bewohnt wurde, der Frauen auf sein Schloss schleppen ließ. Ein Mädchen aus Albaum, leistete ihm unüberwindlichen Widerstand. Tag und Nacht stiegen die Klagen des Mädchens um Hilfe zum Himmel. Der christliche Glaubensbote, der das Mädchen getauft hatte, stieg kühn zum Schloss empor und hielt dem Ritter seine Frevel vor. Der aber lachte nur über die Drohungen des Gottesmannes und ließ ihn aus der Burg hetzen. Spät am Abend stieg ein grollendes Unwetter empor, ließ die Erde am Stüvelhagen beben und unter grellen Blitzen verschlangen die Fluten das brennende Schloss.

Die junge Frau konnte aus dem Kerker fliehen und sprang in den breiten, die Burg umgebenden Graben. Am nächsten Morgen fanden die entsetzten Eltern den leblosen Körper des Mädchens, welcher auf den Wellen an der Stelle trieb, wo zuvor die Burg gestanden hat.

Als sie ihr Kind aus dem Wasser zogen, schlug es die Augen auf und sprach: "Weine nicht, Mutter, der Ritter tat mir nichts!".

Der Leichnam wurde in Kirchhundem begraben, wo man ihn später beim Bau der alten Kirche unverwest gefunden hat.

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