Hajo Hoffmann begeistert Publikum im Kulturgut Schrabbenhof in Silberg

„Wie ein großes Wohnzimmer“

Hajo Hoffmann spielte die Ukulele wie kein Zweiter. Beim Stück „Clownine“ begleitete den Musiker Ulrike Wesely am Cello.

Hajo Hoffmann hat Lust auf Musik und das Publikum auch. Die Erwartungen im Kulturgut Schrabbenhof sind hoch. Die Besucher sind die in denkmalgeschützte Hofanlage gekommen, um Deutschlands Crossover-Ukulele-Spieler Nr. 1 zu hören.

Der Hof wurde vor einiger Zeit von der privaten Kulturinitiative MuT Sauerland übernommen. Hajo Hoffmann ist einer der ersten Gäste im Veranstaltungsprogramm 2014. „Wie ein großes Wohnzimmer“, scherzt Hajo Hoffmann über den Veranstaltungssaal im ersten Stock des Gebäudes. Er bietet dem Publikum über zwei Stunden Unterhaltung pur. Hoffmann ist Musiker und ein Spieler. Er spielt mit Stimmungen, den musikalischen Genres, dem Publikum und – er spielt die Ukulele wie kein Zweiter in Deutschland. Im Schrabbenhof des 450-Seelen-Ortes Kirchhundem-Silberg stellte er am Freitag sein neues Programm „Ukulele – Sound & Voice“ vor.

Der Musiker aus Schalksmühle spielt eine Konzertukulele in Quinttstimmung und benutzt als Effektgerät einen Boss-Loop. Dazu kommen seine Stimme und sparsam eingesetzte Percussion-Elemente. So erhebt er die Ukulele in den Rang eines Soloinstruments. Die Arbeit an der Ukulele, die Live-Einspielungen in das Effektgerät, der Kontakt zum Publikum – das alles erfordert höchste Konzentration. Kein Wunder, dass da mal die eine oder andere Nuance verloren geht.

Bei aller Anstrengung – Hoffmann erlaubt sich auch gern mal einen Scherz. Als mitten in einer ruhigen Ballade draußen ein Moped vorbei knattert, nimmt er die Hände vom Instrument und mimt den Dreh an einem Gasgriff. Bei „Vamos emfrente atraz tem gente“ geht mit dynamischen Riffs kraftvoll die Post ab. Geht es um portugiesische oder brasilianische Musik, ist der Musiker eben ganz in seinem Element. Hajo Hoffmann lebte fünf Jahre lang in Brasilien und studierte dort die Mandoline. „Eine ganz wichtige Zeit in meinem Leben“, sagt er. Das spürt das Publikum, und lässt sich von der Lebensfreude, die in dem Gassenhauer „Bananeira“ aufschäumt, gern anstecken. Hajo Hoffmann interpretiert gefühlvoll die Fantasie Nr. 4 aus den zwölf Fantasien für Violine von Georg Philipp Telemann und bringt mit einer Tarantella, einem süditalienischen Tanz Schwung in die Stadtbücherei. Seine Version des Miles-Davis-Klassikers „All Blues“ vom legendären Album „Kind of Blue“ begeistert die Jazzfreunde im Publikum. Der Titel „Bach im Ganges“ ist nicht nur ein Wortspiel. Im gleichnamigen Stück verschmelzen Klänge des Altmeisters Johann Sebastian Bach mit Anleihen aus der Musik Indiens. Wenig später erklingen feinfühlige Harmonien. Zärtliche Töne perlen von den Saiten. „Lovis Love is“ – das Liebeslied ist seiner kleinen Tochter Lovis gewidmet. Sie ist gerade ein Jahr alt. Besonderen Beifall erhalten Hajo Hoffmann und Ulrike Wesely.

Die künstlerische Leiterin von MuT Sauerland spielt Cello. Mit dem Musiker aus Schalksmühle präsentierte sie das Stück Clownine. Mit dem Gastspiel von Hajo Hoffmann und dem eigenen Auftritt nach der Pause verschaffte sie der privaten Kulturinitiative einen gelungenen Start ins Veranstaltungsprogramm 2014.

Am Sonntag, 2. Februar, lädt MuT Sauerland zu einem musikalischen Streifzug durch das Leben von Franz Schubert ein. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr auf dem Kulturgut Schrabbenhof, Silberger Straße 32, in Kirchhundem-Silberg. Wolfgang Nieß blickt an diesem Nachmittag durch Schuberts Brille auf die Musikgeschichte, liest aus Tagebucheinträgen und Briefen des Genies und spielt Werke des Komponisten am Klavier. Eintritt: 13 Euro. Vorverkauf: Bücher Hamm in Atenhundem, Bücher buy eva in Hilchenbach und über info@mut-sauerland.de

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