RothaarWind und Enercon informieren in Heinsberg über Vorhaben

Windkraft: Pläne polarisieren

Stellten die Pläne vor (v.l.): Günter Pulte (RothaarWind), Nadine Morgalla, Frederik Rind und Rainer Olling (Enercon). Foto: Hartmut Poggel

Heinsberg/Hilchenbach – Das Thema Windkraft kann zur Zerreißprobe für Heinsberg, aber auch Brachthausen und Albaum werden. Vornehmlich aus diesen Orten, aber auch aus dem benachbarten Hilchenbach informierten sich am Donnerstag etwa 80 Personen im Hotel Schwermer über die Windkraftpläne von RothaarWind II und Enercon.

„Wir planen einen interkommunalen Bürgerwindpark nach dem Muster des bereits bestehenden Hilchenbacher Windparks“, sagt Günter Pulte, Geschäftsführer von RothaarWind. 

Wie in Hilchenbach

Maximal 17, davon 7 auf Hilchenbacher und 10 auf Kirchhundemer Seite, sollen errichtet werden. Möglicherweise, so erläuterte Enercon-Projektleiter Rainer Olling, gehe man auch mit weniger Windkraftanlagen an den Start. Die Türme sollen kleiner sein als die auf Hilchenbacher Seite, aber größere Rotoren besitzen, sodass Höhen von 180 bis 200m zum Tragen kommen.

 „Die Lage des Windparks ist sehr sorgfältig ausgewählt worden“, so Günter Pulte. Die Standorte „liegen sehr weit von den Ortsrändern entfernt“, konkret: von Oberndorf mehr als 1000, von Heinsberg mehr als 2000 Meter. Und weiter: „Wegen der großen Entfernungen und der zwischen dem Windpark und den Wohngebieten liegenden bewaldeten Bergen wird der Windpark trotz seiner Größe nur relativ wenig zu sehen sein.“

Viele Gutachten eingeholt 

Mehr als 140 Millionen Kilowatt Strom sollen pro Jahr erzeugt werden, damit werde ein „erheblicher Beitrag zum Klimaschutz“ geleistet: Ein Braunkohlekraftwerk setze bei äquivalenter Produktion rund 160.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid frei. Im Vorfeld einer solchen Projektierung habe es jeden Menge Gutachten unabhängiger Fachleute gegeben, darunter Umweltverträglichkeit, Schall- und Schattenschutz und Artenschutz. Pulte: „Die Behörden erteilen eine Baugenehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz nur dann, wenn der Schutz der Anwohner und der Natur gewährleistet sind.“ Anträge könnten bereits binnen zwei, drei Monaten gestellt werden. 

„Basics“ fehlten

Während auf Hilchenbacher Seite Windvorrangzonen bereits seit langem definiert sind, ist die Gemeinde Kirchhundem noch in der Findungsphase. Und in dieser Phase befinden sich auch viele der Besucher. „Mir fehlen hier die Grundinformationen. Es werden hier Kenntnisse vorausgesetzt, die ich nicht habe. Für mich sieht das eher nach Verkaufsschau als Informationsveranstaltung aus“, so ein Albaumer.

„Gegenwind“ 

In Gesprächen befürchteten vor allem Heinsberger, dass ihr Slogan „Gemeinschaft bewahren – Zukunft gestalten“ obsolet werden könnte: Im Ort gehen die Meinungen über die Planungen weit auseinander. Eine Bürgerinitiative „Gegenwind ABH“ (Albaum, Brachthausen, Heinsberg) formiert sich bereits (der SauerlandKurier berichtete).

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