„ALDO“ sichert seit 2011 die Grundversorgung im Ort

Zehn Jahre Albaumer Dorfladen - ein Erfolgsmodell

Klaus Gräbener ließ sich durch den ALDO-Vorstand (v.l.) Sabine Niemeyer, Veren Schweinsberg und Stephanie Sandholz das Geschäft vorstellen
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Klaus Gräbener ließ sich durch den ALDO-Vorstand (v.l.) Sabine Niemeyer, Verena Schweinsberg und Stephanie Sandholz das Geschäft vorstellen.

Vor zehn Jahren schrieb Albaum ein kleines Stück Regionalgeschichte: Die Dorfgemeinschaft gründete am 9. Februar 2011 den Verein „Albaumer Dorfladen“, um die Grundversorgung im Ort selbst zu übernehmen.

Albaum - Eröffnet wurde der „ALDO“, wie er auch augenzwinkernd genannt wird, dann am 18. August des gleichen Jahres.

Der Verein, das sind 150 Vereinsmitglieder, die die „Dorfladen Albaum GmbH“ als Gesellschafter tragen. Sie erwirtschaften durch den Einkauf „im eigenen Laden“ dessen Umsatz und Gewinne. „Als müssen alle Gesellschafter ein großes Interesse am ALDO-Bestehen haben“, so GmbH-Geschäftsführerin und Vereinskassiererin Sabine Niemeyer.

Aktuell besteht der Vorstand neben Sabine Niemeyer aus der Vorsitzenden Stephanie Sandholz und Schriftführerin Verena Schweinsberg. Zum Zehnjährigen am gestrigen Freitag hatte sich unter anderem IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener in Albaum eingefunden. Bei einem Rundgang durch das Geschäft ließ er sich das Konzept erläutern.

Das kleine, aber sehr gut bestückte Geschäft, hat sich trotz einiger „Durchhänger“ etabliert. Elf regionale Lieferpartner sind „ALDO“ verbunden, frische oder haltbare Lebensmittel, Kurzwaren, Schulbedarf oder auch Hygieneartikel und Sonstiges für den täglichen Bedarf gibt es in den liebevoll bestückten Regalen. Sonderangebote und Aktionen, darunter die Teilnahme am „Heimat shoppen“, eine – Corona-bedingt derzeit unbenutzte – Sitzecke, Serviceleistungen wie Paketdienst, Briefmarkenverkauf, Kopier- und Faxservice runden das Angebot ab.

Und dann ist da noch etwas äußerst Seltenes: Im ALDO betreiben Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem und Volksbank Bigge-Lenne gemeinsam einen Geldautomaten. Dazu mussten die beiden Kreditinstitute seinerzeit sogar das Einverständnis des Bundeskartellamts einholen.

Notar Dietmar Meeser kümmerte sich seinerzeit um die juristische Seite der Vereinsgründung und der Eröffnung des Dorfladens. Seine Aussage von vor zehn Jahren hat auch heute noch Gültigkeit: „Sie können stolz sein, dies ist ein Pilotprojekt für den Kreis Olpe und darüber hinaus. Es ist meines Wissens das erste Mal, dass sich Bürger eines Ortes zusammenschließen, um die Grundversorgung selbst in die Hand zu nehmen. Das bedeutet viel ehrenamtliche und fast ehrenamtliche Arbeit, um das Projekt langfristig zu sichern und zu begleiten. Eines muss allen klar sein: Die Albaumer stimmen mit den Füßen ab, indem sie im Laden einkaufen: Es liegt an Ihnen!“

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