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Für zukunftsfähige Dörfer

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Viele praktische Tipps gab es in der Talkrunde mit Konrad Schlechtinger, Susanne Falk, Peter Heinemann, Dr. Lutz Wetzlar, Albert Schneider, Dr. Stephanie Arens und Heinz-Gerd Kraft (v. l.).
Viele praktische Tipps gab es in der Talkrunde mit Konrad Schlechtinger, Susanne Falk, Peter Heinemann, Dr. Lutz Wetzlar, Albert Schneider, Dr. Stephanie Arens und Heinz-Gerd Kraft (v. l.).

Die Gemeinde Kirchhundem richtete kürzlich in der Aula der Gemeinschaftshauptschule eine Informationsveranstaltung rund um das Thema Dorfwettbewerb und Zukunftsfähigkeit der ländlichen Region aus.

Kirchhundem.

Neben vielen Informationen, Tipps und Impulsen für die Gestaltung des gemeinschaftlichen Lebens und die Vorbereitung auf den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ erhielten die Gäste unter anderem aufschlussreiche Angaben zur demografischen Entwicklung. In seiner Begrüßung hob der Beigeordnete der Gemeinde Kirchhundem, Tobias Middelhoff, die Bedeutung der Dorfgemeinschaften hervor: „Ohne die umfangreichen ehrenamtlichen Leistungen der Arbeits- und Dorfgemeinschaften würde Kirchhundem nicht so schön sein. Sie sind der verlängerte Arm der Verwaltung und der Politik. Herzlichen Dank für Ihr Engagement.“

Dr. Lutz Wetzlar, der die Veranstaltung leitete, wies darauf hin, dass die Auseinandersetzung mit dem Dorfwettbewerb ein wesentlicher Baustein für die Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Dörfer bildet. Rüdiger Schnüttgen als Vertreter des Bundesgolddorfes Rehringhausen zeigte auf, dass der Motor der erfolgreichen Entwicklung aus einem Dorferneuerungsprogramm entstanden ist. Dieser Einstieg, der auch mit zahlreichen Investitionen verbunden war, hat die Dorfgemeinschaft bestärkt, sich gemeinsam für die Entwicklung des Ortes einzusetzen. In Oberveischede (Gold auf Landes- und Silber auf Bundesebene) gab ein Dorfentwicklungsprozess unter externer Begleitung und die Gründung eines „Dach-Vereins“, der Dorfgemeinschaft Oberveischede, den Startschuss für den Weg zu Gold und Silber und einer intensiven innerörtlichen Arbeit. Albert Schneider präsentierte nicht nur die Entwicklung in Oberveischede, sondern bereicherte die Veranstaltung mit praktischen Tipps.

Heinz-Gerd Kraft, Leiter der Kreisbewertungskommission, stellte anschaulich die Bewertungskriterien des Wettbewerbs vor. Er empfahl, die zukunftsrelevanten Entwicklungsfragen zu erörtern. Kraft machte Mut und motivierte: „Packen Sie die Themen und Gestaltung des gemeinschaftlichen Lebens mit Engagement an und wecken Sie dieses über den Wettbewerb hinaus.“

Laut Prognosen der Bertelsmann Stiftung ist in Südwestfalen bis 2030 mit einem Bevölkerungsrückgang in der Größenordnung der aktuellen Einwohnerzahl des Kreises Olpe zu rechnen.

Rückgang um 15 Prozent bis 2030

Für die Gemeinde Kirchhundem wird ein Rückgang bis 2030 um 15 Prozent prognostiziert. Mit diesen ernüchternden Zahlen leitete Dr. Stephanie Arens von der Südwestfalen-Agentur in ihren Vortrag ein. Für die Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Dörfer skizzierte Dr. Stephanie Arens unter anderem folgende Handlungsfelder: Ehrenamtliches Engagement dass, durch die Kommune umfassend unterstützt und begleitet wird; neue Anforderungen an die Betreuung sowie die Versorgung; innovativer Umgang mit Leerständen; Vereinsstrukturen „neu denken“.

In ihrem Schlusswort appelliert Dr. Stephanie Arens: „Gehen Sie in Ihren Orten auf Schatzsuche, definieren Sie die Potenziale und nutzen Sie diese.“

Die Teilnehmer der anschließenden Talkrunde waren sich einig, dass ein Dorf einen Kommunikationsmittelpunkt braucht (z.B. Dorfkneipe, -laden) und dass zukünftig die intensive Zusammenarbeit der Vereine einen hohen Stellenwert einzuräumen ist.

Susanne Falk, Kreisheimatpflegerin, formulierte die Idee, mit Dorfentwicklungsthemen in andere Einrichtungen, wie zum Beispiel Kindergärten zu gehen, um auch Menschen, die am Vereinsleben nicht teilhaben, anzusprechen und für Dorfprojekte zu gewinnen.

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