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Förderschule zeigt sich kernsaniert mit Projektwoche und Tag der offenen Tür

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Von: Inge Schleining

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Janusz-Korczak-Schule Förderschule des Kreis Olpe Lennestadt Grevenbrück
Die Schüler zeigen gemeinsam mit Sami Gebremariam die Bilder, die sie während der Projektwoche gemalt haben. © Inge Schleining

„Wir sind eine gute Gemeinschaft, mit dem Ziel die Kinder zu befähigen, dass sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen können“, sagt Schulleiterin Christa Busenius über ihre Janusz-Korczak-Schule. Damit dies gelingt, muss auch das Umfeld stimmen und das ist jetzt auf dem neuesten Stand der Technik. Nach fast anderthalb Jahren Bauzeit zeigt sich die Schule kernsaniert als eine der modernsten Schulen im Kreis Olpe. 

Grevenbrück - Beim Gang durch die Schule spürt man die angenehme Atmosphäre. Die Wände sind farblich gestaltet, die abgehängten Decken sorgen für Schallschutz, alles ist hell und freundlich – hier lässt es sich gut lernen. Und auch die technische Ausstattung kann sich sehen lassen. Die zehn Klassenräume für die Jahrgänge eins bis zehn sind mit großen Bildschirmen ausgerüstet, technisch auf dem neuesten Stand, eine Tafel gibt es trotzdem noch. Und einen großen Koffer mit einem Klassenset an I-Pads, diese können von den Schülern auch im Homeschooling genutzt werden. „Hier wurde richtig viel Geld investiert, und das war auch bitter nötig“, so Christa Busenius. Denn jahrelang war nicht klar, ob die Schule bestehen bleibt oder zugunsten der Inklusion geschlossen wird. So blieben wichtige Renovierungen und Modernisierungen auf der Strecke. Die Investitionen sind nun ein klares Bekenntnis zum Standort von Kreis (als Schulträger und Mieter) und Stadt (als Eigentümer).

Weitere Geldmittel kamen aus verschiedenen Förderprogrammen: „Wir haben Glück gehabt, dass es so viele Fördermittel gab“, so Christa Busenius. „Wir hatten geplant, alles nach und nach mit dem Schulbudget zu bezahlen, aber dann konnten wir vieles sofort umsetzen.“

Janusz-Korczak-Schule Förderschule des Kreis Olpe Lennestadt Grevenbrück
Im Werkraum lernen die Schüler beispielsweise Techniken der Holzbearbeitung. © Inge Schleining

Sehenswert sind auch die neuen Fachräume. Ein Computerraum in denen die Schüler zum Beispiel mit Programmen zur Textverarbeitung und Tabellenkalkulation arbeiten können, ein Raum zur Berufsorientierung, in dem die Berufsberatungen stattfinden und die Schüler Bewerbungen erstellen können. In der Küche wird regelmäßig gekocht, im Werkraum finden sich neue Maschinen zur Holzbearbeitung. Die Aula ist neu gestaltet, hat neue Bühnentechnik und eine große Küche – dies schon in Vorbereitung auf die Nachmittagsbetreuung, die im nächsten Schuljahr angeboten werden soll.

Projektwoche zum Thema Janusz Korczak

Aktuell gab es eine Projektwoche zum Thema Janusz Korczak, denn die Schule trägt nun seit 40 Jahren den Namen des bedeutenden Pädagogen. Janusz Korczak, geboren 1878, war ein polnischer Kinderarzt. Er engagierte sich für Kinder, verfasste Kinderbücher und leitete ein Waisenhaus nach seinen pädagogischen Konzepten. Während der deutschen Besatzungszeit begleitete er die 200 Kinder seines Waisenhauses in das Vernichtungslager Treblinka, obwohl er sich selbst hätte retten können. In Treblinka stand er den Kindern bei und wurde gemeinsam mit ihnen vergast.

In den Projekten an der Grevenbrücker Schule dreht sich alles um den berühmten Namensgeber. Die Schüler drehen Lern- und Erklärvideos zu Janusz Korczak, sie beschäftigen sich mit seinem Leben, mit den Rechten, die sie als Kinder haben, sie besuchen die Lennestädter Stolpersteine, malen und gestalten Bilder und kochen polnische Spezialitäten. In einer abschließenden Präsentation zeigen die Schüler, was sie über den Namenspatron ihrer Schule herausgefunden haben.

Janusz-Korczak-Schule Förderschule des Kreis Olpe Lennestadt Grevenbrück
Janusz Korczak wacht über die Schüler – diese Collage soll ihren Platz im Büro der Schulleiterin finden. © Inge Schleining

In einem Workshop mit der Künstlerin Steffi Gräve-Lütticke ist beispielsweise eine Collage entstanden: Janusz Korczak hält seine Arme schützend über die Kinder, die sich selbst auf kleinen Leinwänden gemalt haben. In einem anderen Workshop hat der Künstler Sami Gebremariam mit den Kindern Bilder gemalt, die alle etwas mit dem Namenspatron zu tun haben. Diese Bilder sollen künftig die Wände der Schule zieren. Die Collage mit den Kinderporträts soll im Büro von Schulleiterin Christa Busenius ihren Platz finden.

Tag der offenen Tür

Am Tag der offenen Tür am Donnerstag, 9. Juni, können Interessierte die neu renovierte Schule in Aktion erleben. Die Besucher können am Unterricht teilnehmen (8.30 bis 9.30 Uhr und 10.15 bis 11.15 Uhr) und der offenen Probe für das Musical „König der Löwen“ beiwohnen. Dazu gibt es viele Informationen über die Arbeitsweise der Schule.

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